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Schröder fordert zum Auftakt der Festlichkeiten zum Jahrestag der Relativitätstheorie eine neue Kultur der Wissenschaft

Als der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Relativitätstheorie und zum 50. Todestag von Albert Einstein eröffnete, forderte er für Deutschland eine neue Kultur der Wissenschaft. Bei der offiziellen Eröffnung des Einsteinjahrs i...

Als der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Relativitätstheorie und zum 50. Todestag von Albert Einstein eröffnete, forderte er für Deutschland eine neue Kultur der Wissenschaft. Bei der offiziellen Eröffnung des Einsteinjahrs im Deutschen Historischen Museum in Berlin am 19. Januar forderte Schröder seine Landsleute und Wissenschaftler auf, sich wie Einstein um Innovation zu bemühen. Einstein, so der Kanzler in seiner Rede, "gilt als einer der bedeutendsten Physiker aller Zeiten, als vielleicht der berühmteste Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er hat die Wissenschaft revolutioniert und damit die Welt verändert. Für die Jugend der Welt ist er durch seine moralische Unbestechlichkeit und seine unangepassten Auftritte allemal zu einem Idol, besser noch: zu einer wirklichen Kultfigur geworden". Schröder unterstrich die größere Bedeutung der Wissenschaft in einer modernen Wissensgesellschaft und rief deutsche Forscher auf, ihr Wissen in verständlicher Weise zu vermitteln und damit Menschen - besonders Kinder und Jugendliche - zu faszinieren. Schröder weiter: "Viele Ältere unter uns können wahrscheinlich alle Spieler aufzählen, die 1954 in Bern Fußballweltmeister geworden sind. Aber könnten wir auch elf deutsche Naturwissenschaftler nennen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Nobelpreise erhalten haben?" Er erklärte, dass die Wissenschaft für die Deutschen "selbstverständlicher" werden müsse. Auf derselben Veranstaltung betonte die bundesdeutsche Wissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn, "wie wichtig Neugierde und Interesse am Denken für Deutschlands Zukunft ist" und meinte, junge Wissenschaftler bräuchten Freiraum für neues und transversales Denken. Die Bundesregierung wünscht, dass ihr Land die herausragende Stellung Einsteins als Chance sieht, die wissenschaftlichen Innovationen des Landes zu überdenken und nach Wegen zu suchen, seine besten Wissenschaftler zu halten. In Deutschland nämlich, einem Land mit langer Geschichte als Land der Innovation und des Erfindergeists, das sich Heimat einiger der berühmtesten Wissenschaftler der Welt nennen darf, ist es nämlich in den vergangenen Jahren zu einer starken Abwanderung von brillanten Köpfen gekommen. Darüber hinaus haben die hohen Risiken beim Scheitern einer Innovation in Verbindung mit hohen Steuern und anderen Faktoren dafür gesorgt, dass vor allem die klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) nicht in Innovation investieren. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte: "Einstein steht schließlich für vieles, was dieses Land zurzeit bitter nötig hätte: die Lust am Tüfteln und Entdecken zum Beispiel... So gesehen könnte der in diesem Jahr arg hochkochende Kult um Einstein positiv wirken. Dem humorvollen Physiker wäre es bestimmt nicht zuwider, wenn es ihm 50 Jahre nach seinem Tod gelänge, die Forschung in Deutschland zu beflügeln." Das Einsteinjahr in Deutschland fällt mit dem Weltjahr der Physik zusammen, einer Initiative der UNO, um das Interesse an einer wissenschaftlichen Disziplin zu schüren, die stark in den Hintergrund gedrängt wurde. Man hofft, dass Einsteins Werk Schulkinder von heute dazu ermutigt, einen Beruf im Bereich Physik zu ergreifen. Zu den Festlichkeiten gehören Fahrten, eine Wissenschaftskonferenz und eine große Ausstellung über Albert Einsteins Leben und bahnbrechende Theorien.

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