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EU finanziert Netzwerk für medizinische Ethik in Afrika

Am 27. Januar wurde in Paris eine neue Initiative ins Leben gerufen, die in Afrika Ethikkommissionen in der medizinischen Forschung fördern soll. Die Initiative 'Networking for Ethics on Biomedical Research in Africa' (NEBRA) wird unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) fina...

Am 27. Januar wurde in Paris eine neue Initiative ins Leben gerufen, die in Afrika Ethikkommissionen in der medizinischen Forschung fördern soll. Die Initiative 'Networking for Ethics on Biomedical Research in Africa' (NEBRA) wird unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) finanziert und soll u.a. die Beteiligung afrikanischer Forschungsethikkommissionen an der internationalen Ethikdiskussion fördern. 'NEBRA ist eine logische Reaktion auf die Erfordernisse, die von unseren afrikanischen Partnern geäußert wurden, die sich an der internationalen medizinischen Forschung beteiligen und die medizinische Forschung über die wichtigsten Gesundheitsprobleme ihrer Länder vor Ort durchführen lassen möchten', erklärte NEBRA-Koordinator François Hirsch vom französischen staatlichen Gesundheits- und Medizinforschungsinstitut INSERM (Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale). 'Verbesserte ethische Verfahren werden den teilnehmenden Ländern die Möglichkeit geben, medizinische Forschung im eigenen Land zu betreiben, die den internationalen Ethikstandards entspricht. Die Länder werden von dieser Forschung profitieren, was einen besseren Umgang mit Problemen der öffentlichen Gesundheit wie Malaria, AIDS und Tuberkulose bewirken wird', fügte er hinzu. An dem Projekt sind vier afrikanische Länder (Benin, Gabun, Gambia und Mali), das INSERM, der britische Medical Research Council (MRC), die Sektion Humanparasitologie der Eberhard-Karls-Universität in Deutschland sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligt. 11 weitere afrikanische Länder wirken an dem Projekt mit. Gemeinsam möchten sie ein tieferes Verständnis der durch die Forschung in Afrika aufgeworfenen ethischen Fragen erlangen und die in diesem Bereich tätigen Menschen sowie ihren Bedarf kennen lernen. Die Initiative geht aus der Partnerschaft Europas und der Entwicklungsländer im Bereich der klinischen Versuche (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP)) hervor, die die Bewertung und Entwicklung therapeutischer und präventiver Arzneimittel gegen Malaria, Tuberkulose (TB) und HIV/AIDS in den Entwicklungsländern beschleunigen soll. Um den Erfolg der EDCTP-Initiative zu sichern, müssen ausreichende Kapazitäten zur Prüfung der Forschungsethik in Afrika vorhanden sein. Derzeit ist jedoch noch nicht einmal bekannt, welche Kapazität bereits existieren. Laut Aussage der Projektpartner werden an der ersten Phase der Initiative Studenten aus 15 teilnehmenden Ländern beteiligt sein, die Interviews mit Gesundheitsministern oder Universitätsvertretern führen, um die bestehenden Ethikprüfungskapazitäten sowie den weiteren Bedarf jedes einzelnen Landes zu identifizieren. Im Erfolgsfall soll die NEBRA-Initiative auf andere afrikanische Nationen ausgeweitet werden. Man hofft, dass das Programm die wissenschaftliche Kapazität Afrikas fördern und die afrikanischen Länder zu internationalen Akteuren in der biomedizinischen Forschung machen wird.

Länder

Benin, Gabun, Gambia, Mali