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Inhalt archiviert am 2023-02-27

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Besserer Zugang zu Gesundheitsleistungen für 'mobile' Europäer

Die im Juni 2004 eingeführte Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) hat für Millionen Europäer, die geschäftlich oder privat in anderen EU-Ländern unterwegs sind, den Zugang zu medizinischen Leistungen erheblich erleichtert. Da die Vorschriften hinsichtlich der Ansprüche...

Die im Juni 2004 eingeführte Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) hat für Millionen Europäer, die geschäftlich oder privat in anderen EU-Ländern unterwegs sind, den Zugang zu medizinischen Leistungen erheblich erleichtert. Da die Vorschriften hinsichtlich der Ansprüche auf Gesundheitsleistungen von Land zu Land jedoch immer noch verschieden sind, gibt es weiterhin ausreichend Möglichkeiten für Missverständnisse und Bürokratie. Im Rahmen des Projekts Netc@rds, das unter dem Fünften Rahmenprogramm finanziert wird, soll die Mobilität der Europäer durch die Integration der bestehenden nationalen Computernetzwerke und Organisationssysteme in Bezug auf den Zugang zu Gesundheitsleistungen weiter erleichtert werden. 'Die Mitgliedstaaten führen zunehmend elektronische Krankenversicherungskarten ein, um die Verwaltung ihrer Gesundheitssysteme zu modernisieren', erklärt Marjan Susselj vom slowenischen Institut für öffentliche Gesundheit, das zu den 20 Projektpartnern zählt. 'Netc@rds arbeitet darauf hin, die technische Interoperabilität von bestehenden nationalen Chipkarten, Chipkartenlesern und Datenverarbeitungssystemen herzustellen. Im Rahmen des Projekts soll außerdem für die rechtliche und administrative Interoperabilität der mit den Karten zusammenhängenden Verfahren gesorgt werden', fügt er hinzu. Susselj machte bei einer Präsentation in Brüssel am 21. Februar deutlich, dass selbst Länder, die noch nicht auf Chipkarten umgestellt haben, von dem Projekt profitieren werden. Beispielsweise werden sie bei der Erfassung von Leistungsansprüchen und Versicherungsdetails von Besuchern, die medizinische Hilfe benötigen, den Vorteil der automatischen Datenerfassung nutzen können. Dank der Einrichtung eines Servernetzwerks wird die Datensicherheit verbessert. Außerdem wird die Möglichkeit bestehen, die Gültigkeit der in einem Krankenhaus oder bei einem Arzt vorgelegten Karte zu prüfen. Das erste Pilotprojekt wurde bei den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland durchgeführt. 14 Krankenhäuser beteiligten sich an dem Programm. Der Test sei ein solcher Erfolg gewesen, dass das Projekt verlängert wurde und auch noch bei den Paralympics fortgesetzt wurde, erklärte Susselj. Die Nutzer seien der Meinung gewesen, dass die Prozesse vereinfacht und beschleunigt wurden. Es habe keine Schulungsprobleme gegeben, da sich das System als einfach und anwenderfreundlich erwiesen habe. 'Jeder hat von dem neuen System profitiert, Anbieter von Gesundheitsleistungen, Krankenversicherungen und Patienten', erklärte Susselj. 'Es bedeutete für die einen weniger Verwaltung, höhere Zuverlässigkeit und größere Datensicherheit und für die anderen beträchtlich einfachere und schnellere Verfahren.' Das Projekt wird voraussichtlich bis März 2006 volle Marktfähigkeit erlangen und sämtliche technischen Voraussetzungen für den ersten Einsatz bieten. Es besteht der Vorschlag, die derzeit nur visuell lesbare EHIC ab 2007-2008 nach und nach in eine elektronische Karte umzuwandeln. 'Unser Ziel für die vollständige Einführung ist die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland', erklärte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. 'Wenn so viele verschiedene Nationalitäten an einem einzigen Ort zusammentreffen, müssen wir in der Lage sein, den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu erleichtern, wenn dies erforderlich ist.' 'Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir hier nicht über ein Eine-Person-Eine-Karte-System sprechen', fügte Reding hinzu. 'In der EU gibt es derzeit viele verschiedene Systeme mit vielen verschiedenen Karten. Es geht hier um die Interoperabilität verschiedener Systeme, nicht eines einzigen Systems, da die kulturellen Unterschiede im Hinblick auf das Gesundheitswesen in der EU sehr groß sind.' Im Rahmen des Projekts wurde herausgefunden, dass dank der Entwicklung einer beträchtlichen Standardisierung in Europa in den vergangenen ca. zehn Jahren nur eine relativ geringfügige Angleichung der verschiedenen Computersysteme erforderlich ist, um technische Interoperabilität zu erreichen. Um die administrativen, organisatorischen und rechtlichen Aspekte der verschiedenen nationalen Gesundheitssysteme anzugleichen, werden jedoch deutlich mehr Anstrengungen erforderlich sein.

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