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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Frankreich fordert internationales Zentrum zur Bioterrorismusbekämpfung

Der französische Innenminister Dominique de Villepin hat Maßnahmen zur Verstärkung der Sicherheit von Laboratorien gefordert, die mit potenziell gefährlichen Substanzen arbeiten. Ferner will er eine internationale Datenbank zur Verfolgung möglicher biologischer Bedrohungen. ...

Der französische Innenminister Dominique de Villepin hat Maßnahmen zur Verstärkung der Sicherheit von Laboratorien gefordert, die mit potenziell gefährlichen Substanzen arbeiten. Ferner will er eine internationale Datenbank zur Verfolgung möglicher biologischer Bedrohungen. Auf einer Interpol-Sitzung in Lyon zur internationalen Zusammenarbeit gegen Bioterrorismus forderte der Minister auch ein internationales Überwachungszentrum, damit gefährliche Toxine nicht mehr in die Hände von Terroristen gelangen können, eine öffentliche Informationskampagne, um die Menschen über die Bedrohungen eines biologischen Angriffs aufzuklären, und das Anlegen entsprechender Impfstoffbestände für einen solchen Fall. Minister de Villepin schlug die Einrichtung einer gemeinsamen europäischen und internationalen Datenbank vor, die "eine Karte der heiklen Labors, ein Alarmnetz für Diebstahl, Verschwinden und verdächtige Transaktionen von gefährlichen Produkten und eine Liste der Gruppen oder Personen, die aufgrund des Versuchs des Erwerbs gefährlicher Substanzen besonders beobachtet werden, umfassen könnte." Laut dem Minister müssen sich Biotechnologieunternehmen, Forschungslabors, Krankenhäuser und Universitäten der Risiken des Bioterrorismus, der Einstellung von Mitarbeitern, der Arbeit mit gefährlichen Pathogenen und der Gewährung des Zugangs zu sensiblen Bereichen bewusster werden. Er empfahl die Schaffung einer globalen Überwachungsstelle mit Verbindung zu den Vereinten Nationen, die eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeitet, alle verdächtigen Bestellungen von Produkten überprüft und alle Kontaminierungsrisiken bekannt macht. Minister de Villepin plädierte ferner für eine bessere Koordinierung der Pläne von Biotox-style (die Antwort der französischen Regierung auf die willentliche Einführung des Pockenvirus) auf europäischer Ebene: "Warum sollten wir uns beispielsweise nicht einen europäischen Reaktionsplan im Fall eines biologischen Angriffs überlegen?" Er fügte hinzu, dass die EU die Initiative zur Aktualisierung der Bestände an Impfstoffen ergreifen sollte, so dass jedes Land weiß, an welches nächstgelegene Land es sich in einem Notfall wenden kann. Frankreich hat bereits ein technologisches Zentrum für innere Sicherheit eingerichtet, und de Villepin hat den Direktor gebeten, "priortär High-Tech-Technologien in den Bereichen Information und Untersuchung zu entwickeln". Dominique de Villepin kündigte ebenfalls seine Absicht an, die Anzahl der Kontrollen von Wasser und Nahrungsmittelkette zu verstärken und auch mehr Simulationsübungen zu chemischen und biologischen Angriffen durchführen zu lassen. Seiner Aussage nach könnte die Bevölkerung derzeit binnen zwei Wochen gegen Pocken geimpft werden. Jackie Selebi, Präsident von Interpol, warnte auch vor den Risiken für die internationale Nahrungskette und die Nutztiere und meinte, "die Folgen bioterroristischer Angriffe gegen den Viehbestand sind erheblich". Interpol-Sekretär General Ronald Noble meinte zum Abschluss, die Polizei brauche bessere Kommunikationssysteme und besseren Kontakt zur Wissenschaft, um sich auf eine solche Katastrophe vorzubereiten. Er wies auf zwei Mängel hin, die eine rasche Reaktion auf einen biologischen Angriff behindern könnten. Seiner Ansicht nach braucht die Polizei eine weltweite Liste der Wissenschaftler und Gesundheitsexperten, die im Notfall konsultiert werden könnten, und ein High-Tech-System, mit dem eine Polizeitruppe andere auf der ganzen Welt über eine terroristische Bedrohung alarmieren könnte. Dieser französische Appell kommt gleichzeitig mit einem Protest von etwa 750 US-amerikanischen Wissenschaftlern gegen eine Erhöhung der Investitionen in die Forschungen zur biologischer Verteidigung. In einem Schreiben an die US National Institutes of Health hat mehr als die Hälfte der Wissenschaftler, die sich mit bakteriellen Erkrankungen befassen, erklärt, dass die Abzweigung von Geldmitteln "eine Krise für die Mikrobiologieforschung heraufbeschworen hat". Während sich die Mittel für Forschungen zur biologischen Verteidigung zwischen 1998 und 2005 verfünfzehnfacht haben, heißt es in dem Schreiben, dass die Anzahl der Mittelzuweisungen für die Erforschung von Krankheitserregern, die nicht unter die biologische Verteidigung fallen, um 27 Prozent und diejenigen für die Erforschung von Modellbakterien um 41 Prozent zurückgegangen sind.

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