Neuer Bericht mit Vorschlag zum Aufbau von 23 Forschungsinfrastrukturen während des RP7
Eine Gruppe hochrangiger Experten hat der Europäischen Kommission eine Liste mit 23 Beispielen für wissenschaftliche Infrastrukturen vorgelegt, die Europa ihrer Meinung nach in den nächsten zehn Jahren brauchen wird. In einem Schreiben an den EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik schreibt der Vorsitzende des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) Hans Chang: "Wir hoffen, dass diese Liste [...] die Kommission bei der Erstellung ihres Vorschlags für das Siebte Rahmenprogramm unterstützen wird. Darüber hinaus sollte die Veröffentlichung dieser Liste die Wissenschaftsgemeinschaften ermuntern, ihre Überlegungen zu neuen Forschungsinfrastrukturen von gesamteuropäischem Interesse zu beschleunigen und das ESFRI über ihre Ansichten zu informieren." Die 23 Vorhaben wurden aus 149 Vorschlägen ausgewählt. Die endgültige Auswahl bezieht sich auf die folgenden Wissenschaftsbereiche: - Physik und Astronomie (vier Projekte); - Nanotechnologien (ein Projekt); - multidisziplinäre Vorhaben für die Analyse von Materie (vier Projekte). Drei dieser Projekte betreffen neue Quellen zur Erzeugung von Neutronen und Photonen; das vierte ist ein Upgrade des europäischen Synchrotrons der dritten Generation; - Hochleistungsrechner (ein Projekt); - Umweltwissenschaften (vier Projekte); - Bio- und Medizinwissenschaften (sieben Projekte); - Sozial- und Geisteswissenschaften (zwei Projekte). Die ausführliche Liste der Infrastrukturen enthält eine kurze Beschreibung des Projekts und seiner Hauptmerkmale, die wissenschaftliche Begründung für die Entwicklung der Infrastruktur, ihre wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft und neue Technologien für die Industrie, ihre strategische Bedeutung für den Europäischen Forschungsraum (EFR), den derzeitigen Stand in Bezug auf derartige Infrastrukturen sowie Budgetinformationen. Die Vorhaben auf dieser Liste sind von mittlerem bis großem Umfang und ihr Aufbau bzw. ihre Entwicklung werden zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Euro kosten. Bei einigen Vorhaben, insbesondere im Bereich Biologie, ist die Einrichtung eines Netzes von Projekten in verschiedenen Ländern vorgesehen. Kommissar Potocnik begrüßte die Liste mit den Worten: "Bei diesem Wettlauf um Spitzenleistungen müssen wir eine gemeinsame europäische Herangehensweise verfolgen und klare Prioritäten für die Finanzierung der wichtigsten Projekte in den nächsten zehn bis 20 Jahren setzen." Alle für die Liste ausgewählten Vorhaben erfüllen bestimmte, vom ESFRI festgelegte Kriterien. Einer der wesentlichen Faktoren für die Entscheidung, ob ein Vorschlag ausgewählt wurde oder nicht, war die Reife des Projekts - das Vorhaben musste so weit "ausgereift" sein, dass die ersten Mittel während der Laufzeit des Siebten Rahmenprogramms (RP7) eingesetzt werden können.