EU finanziert neue Forschung zu durch Zecken übertragenen Krankheiten
Die Europäische Kommission stellt 1,4 Millionen Euro über zwei Jahre für ein neues Projekt des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) zu Lyme-Borreliose, einer schweren, jedoch häufig unzureichend diagnostizierten Krankheit, die durch Zecken übertragen wird, bereit. Die Krankheit ist die am häufigsten durch Zecken verursachte Infektion in Europa und Nordamerika. Die durch das Borrelia-Bakterium verursachte Krankheit löst neurologische Ausfälle, Herzstörungen und ein verzögertes Einsetzen von Arthritis bei den Trägern aus. Die Projektpartner aus Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland und Schweden erklären, dass in Europa die meisten Borreliose-Fälle in Slowenien und Österreich (mehr als 100/100.000) auftreten, aber auch in Deutschland, Frankreich und Schweden, wo die Anzahl der Fälle (16 bis 69/100.000) wesentlich höher ist als in den USA. Derzeit beruht die Prävention hauptsächlich auf dem Vermeiden von Zeckenbissen und es gibt weder in der EU noch in den USA einen registrierten Impfstoff gegen die Krankheit. Das BOVAC-Projekt zielt daher auf ein wichtiges Erfordernis innerhalb der globalen Gesundheitsindustrie ab. Das Hauptziel des Projekts ist die Identifikation von experimentellen Impfstoffen, die verwendet werden könnten, um einen prophylaktischen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose zu entwickeln. Die Partner werden außerdem versuchen, neuartige diagnostische Marker zu identifizieren, um die frühzeitige und zuverlässige Diagnose der Krankheit sowie eine optimale Behandlung der Patienten zu ermöglichen. Ein weiteres erwartetes Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung von Software für die Analyse von Genomsequenzinformationen. "Die Krankheit ist eine Multi-System-Störung, die eine breite Palette von Geweben betreffen kann, einschließlich Haut, Muskel-Skelett-System, Herznervensystem und in geringerem Umfang die Augen, Nieren und Leber", erklären die Projektpartner. "Die Krankheit wird durch eine Spirochete verursacht, die während der Blutmahlzeit von Zecken des Genus Ixodes übertragen wird." "Die Lyme-Borreliose in Europa und den USA umfasst mehrere unterschiedliche bakterielle Borrelien-Genospezies und erschwert somit die Suche nach Antigenen, die Kreuzschutz gegen die verschiedenen Formen des Krankheitserregers bieten", fügt das österreichische Biotech-Unternehmen Intercell, der Projektkoordinator, hinzu. Die Projektpartner werden Fachwissen und Technologien zur Genomsequenzierung, Modelle für Infektionskrankheiten und epidemiologische Studien bereitstellen.
Länder
Österreich, Tschechien, Deutschland, Schweden