Tschechischer Rat für F&E schlägt sieben vorrangige Themenbereiche für Forschung vor
Der tschechische Rat für Forschung und Entwicklung hat einen Vorschlag für sieben wissenschaftliche Forschungsthemen veröffentlicht, die seiner Meinung nach von der tschechischen Regierung vorrangig behandelt und finanziell unterstützt werden sollten. Gemäß dem Vorschlag sollte sich die Regierung auf die Finanzierung der Forschung in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Molekularbiologie, Energieressourcen, Werkstoffe, Wettbewerbsfähigkeit in der Technologie, Informationsgesellschaft und Sicherheit konzentrieren. Nach Meinung des Rates sind diese Themen von entscheidender Bedeutung für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und die nachhaltige Entwicklung der tschechischen Gesellschaft. Bis zu 25 Prozent des Gesamtbudgets der Regierung für Wissenschaft sollten der Finanzierung dieser Bereiche gewidmet werden, heißt es in dem Bericht. Die übrigen Mittel, so der Rat, sollten für die Finanzierung anderer Forschungsaufgaben, die Unterstützung von Projekten sowie für Forschung eingesetzt werden, die im öffentlichen Dienst, einschließlich der Forschungstätigkeit einzelner Ministerien, notwendig ist. Laut Martin Jahn, stellvertretender Premierminister der tschechischen Republik und zuständig für die Wirtschaft, wurden vom diesjährigen Gesamtbudget der Regierung rund 16,5 Milliarden CZK (0,54 Milliarden Euro) für die Wissenschaft abgezweigt. Dieser Betrag soll bis 2007 allmählich auf rund 22 Milliarden CZK (0,72 Milliarden Euro) aufgestockt werden. Wie Jahn erläuterte, soll ein wachsender Anteil des Staatshaushalts durch Abzweigen von Mitteln für die Grundlagenforschung für die angewandte Forschung eingesetzt werden, um das Verhältnis an den EU-Standard anzupassen. Der Rat bedauert die Tatsache, dass trotz eines wachsenden Gesamtanteils der von der Regierung zur Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) eingesetzten Mittel der Anteil am nationalen BIP nicht zunimmt. Derzeit gibt die Tschechische Regierung weniger als 0,6 Prozent ihres BIP für Forschung aus, obwohl die Regierung der Forschung Priorität einräumt. Zwar hat die Tschechische Republik vor kurzem bekannt gegeben, dass sie ihren Anteil der Forschungsausgaben bis 2007 auf 0,72 Prozent des BIP anheben wolle, doch tschechische Wissenschaftler halten eine staatliche Unterstützung für Wissenschaft in Höhe von einem Prozent des BIP für optimal. Wenn allerdings öffentliche und private Finanzierung gemeinsam betrachtet werden, so stellt die Tschechische Regierung fast 1,4 Prozent des BIP für Forschung bereit und liegt damit in der Liste der neuen EU-Mitgliedstaaten an zweiter Stelle hinter Slowenien. Vergleichsweise stellen die alten Mitgliedstaaten 1,9 Prozent ihrer BIP für die Wissenschaft und Forschung bereit.
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