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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Spanische Wissenschaftler entwickeln eine Zelltherapie für Rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose

Ein Forschungsteam des Instituts für Parasitologie und Biomedizin des spanischen nationalen Forschungsrats (CSIC) in Granada hat bei Mäusen eine erfolgreiche Zelltherapie für zwei häufige Autoimmunerkrankungen entwickelt: Rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose. Bei beiden...

Ein Forschungsteam des Instituts für Parasitologie und Biomedizin des spanischen nationalen Forschungsrats (CSIC) in Granada hat bei Mäusen eine erfolgreiche Zelltherapie für zwei häufige Autoimmunerkrankungen entwickelt: Rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose. Bei beiden Versuchsmodellen gelang es den Wissenschaftlern, das Verschwinden der Symptome und die Umkehrung des Degenerationsprozesses herbeizuführen. Die Ergebnisse der Forschung wurden diese Woche in der digitalen Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Autoimmunerkrankungen treten auf, wenn das Immunsystem, das normalerweise den Körper vor Krankheiten und Infektionen schützt, sich selbst angreift. Autoimmunerkrankungen können viele Teile des Organismus betreffen, wie z.B. die Nerven oder die Muskeln, und verursachen schwere chronische Morbidität und Behinderung. Die Therapie nutzt einen bestimmten Typ von Zellen (dendritische Zellen), die regulatorische T-Zellen (TR-Zellen) erzeugen, welche für die Erhaltung der Immuntoleranz verantwortlich sind, wenn sie von diesen Erkrankungen betroffenen Tieren injiziert werden. Der CSIC-Wissenschaftler und Leiter des Forschungsteams Mario Delgado erklärt: "Die Analyse der Zellmechanismen hat gezeigt, dass diese dendritischen Zellen neue TR-Zellen in den behandelten Tieren erzeugen und dass diese Zellen speziell die Immunzellen neutralisieren, die bei Rheumatoider Arthritis Bestandteile des Gelenks oder bei Multipler Sklerose die Myelinhülle der Nerven angreifen." Die Therapie war auch mit in vitro generierten TR-Zellen erfolgreich. In beiden Fällen wurde die Reaktion durch die Verwendung eines bekannten immunsuppressiven Neuropeptids, des vasoaktiven intestinalen Peptids (VIP), ausgelöst. Dieses Protein wird sowohl von Lymphoid- als auch Nervenzellen produziert und wirkt, wie die Wissenschaftler wissen, wie ein sehr wirksames entzündungshemmendes Mittel. Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Delgado untersucht seit zehn Jahren die Verwendung von VIP in einem Multiple Sklerose-Modell. Der therapeutische Prozess würde damit beginnen, dass dem Patienten, der unter der Autoimmunerkrankung leidet, Blut- oder Knochenmarkzellen entnommen werden. Diese Zellen würden mit VIP behandelt, sodass sie sich in dendritische Zellen verwandeln. Dann würden schließlich diese Zellen dem Patienten injiziert, sodass sie neue TR-Zellen erzeugen und die Immuntoleranz wieder hergestellt wird. Eine alternative Therapie könnte darauf basieren, diese regulatorischen dendritischen Zellen in vitro zur Erzeugung von TR-Zellen zu verwenden, die dann dem Patienten geimpft werden. Dr. Delgado erklärt: "Die Ergebnisse mit Tieren sind sehr viel versprechend." Er äußert sich jedoch vorsichtig über die mögliche Verwendung bei Menschen und räumt ein, dass dies eine "maßgeschneiderte persönliche Zelltherapie, die hohe Kosten verursacht", wäre. Die Verwendung wäre jedoch gerechtfertigt, da es für einige degenerative Erkrankungen keine effektive alternative Behandlung gibt. Multiple Sklerose (MS) ist eine schwere chronische neurologische Erkrankung, die weltweit stark verbreitet ist. MS tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen auf. Sie führt zu hohen gesellschaftlichen Kosten sowohl auf klinischer als auch auf sozialer Ebene.

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