Neue Mitglieder der Europäischen Beratergruppe für ethische Fragen im Bereich der Wissenschaft und der neuen Technologien ernannt
Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat die 15 Mitglieder der Europäischen Beratergruppe für ethische Fragen im Bereich der Wissenschaft und der neuen Technologien (EGE) für die Amtszeit 2005 bis 2009 ernannt. Bei sechs der neuen Mitglieder handelt es sich um eine Wiederernennung, neun Mitglieder werden erstmalig in die Gruppe berufen. Die EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament begrüßte die Ernennungen. Die Gruppe sei nun sehr viel ausgewogener. "Bisher war die Beratergruppe sehr unausgewogen. Die meisten Mitglieder unterstützten eine relativ unbeschränkte Forschungsfreiheit. Dies wurde ganz besonders in ihrer Stellungnahme zur Patentierung menschlicher embryonaler Stammzellen deutlich", heißt es in einer Stellungnahme der MdEP Miroslav Mikoslásik und Peter Liese. Die MdEP begrüßen diese Mischung aus liberalen und eher konservativen Ansichten: "Wenn sich diese sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten künftig auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen, kann man davon ausgehen, dass der Vorschlag nachhaltig ist. Das war leider in früheren Jahren nicht der Fall." Die EGE ist ein unabhängiges, pluralistisches und fachübergreifendes Gremium, das die Europäische Kommission bei der Vorbereitung und Durchführung von Rechtsvorschriften der Gemeinschaft in ethischen Fragen berät, die sich im Zusammenhang mit der Wissenschaft und den neuen Technologien stellen. Die 15 Mitglieder werden aufgrund ihrer persönlichen Fachkompetenz und Eignung ernannt. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und sind ausgewiesene Experten in Fachgebieten wie Biologie, Genetik, Informatik, Recht, Philosophie oder Theologie. Die EGE wurde im Dezember 1997 von der Europäischen Kommission eingesetzt, um die Arbeit der Beratergruppe für ethische Fragen der Biotechnologie fortzusetzen. Während ihres ersten Mandats hat die EGE Stellungnahmen zu ganz unterschiedlichen Themen bereitgestellt, wie z. B. Gewebebanken, Forschung an menschlichen Embryos, personenbezogene Gesundheitsdaten in der Informationsgesellschaft, Doping im Sport und Forschung an menschlichen Stammzellen. Auf besondere Anfrage des damaligen Präsidenten der Kommission, Romano Prodi, verfasste die Gruppe außerdem den Bericht zur Grundrechte-Charta bezogen auf die technologische Innovation. Während ihrer zweiten Amtszeit (2001 bis 2004) befasste sich die Gruppe mit der ethischen Analyse einer breiteren Palette an Themen und verfasste Stellungnahmen zu: Patentierung von Erfindungen im Zusammenhang mit menschlichen Stammzellen, klinische Forschung in Entwicklungsländern, Gentests am Arbeitsplatz, Nabelschnurblutbanken und IKT-Implantate im menschlichen Körper. Die Europäische Kommission nutzte die Gelegenheit des Auslaufens der letzten Amtszeit der EGE im März 2005 zur Überprüfung und Überarbeitung des Mandats Beratergruppe. Dem neuen Mandat zufolge besteht die Hauptaufgabe der EGE nach wie vor in der Beratung der Kommission in allen ethischen Fragen in Zusammenhang mit den Naturwissenschaften und neuen Technologien. Allerdings wurde das Mandat geändert, um die Mitgliederzahl von vormals 12 auf 15 Mitglieder zu erhöhen. Mit dieser Änderung wird dem Zuwachs an Befugnissen der neuen EGE und der Erweiterung der Europäischen Union Rechnung getragen. Zwei neue Themen im Arbeitsprogramm der neuen EGE werden voraussichtlich die Nanomedizin und die Stammzellen sein.