In Europa leiden 22 Millionen Menschen an überaktiver Blase
Laut einer internationalen Studie fühlen sich mehr als Dreiviertel der Menschen, die an einer überaktive Blase leiden, in ihrem täglichen Leben eingeschränkt, aber nur 43 Prozent der Betroffenen suchen den Rat eines Arztes. Mehr Männer als Frauen machen sich Sorgen über ihr Leiden. Insgesamt nahmen 11.521 Personen zwischen 40 und 64 Jahren aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden und dem VK an der Untersuchung teil. Bis zu einem Sechstel der Bevölkerung leidet unter der so genannten Dranginkontinenz, wobei die Symptome von Harndrang sowohl tagsüber als auch nachts bis hin zu vereinzelter Inkontinenz reichen. Die Betroffenen, so die Forschungsleiterin Debra E. Irwin, leiden jedoch nicht nur unter den körperlichen Symptomen: "32 Prozent der Befragten sagten, ihr Zustand führe zu Depressionen, und 28 Prozent fühlten sich unter Stress. Doch 48 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer waren der Ansicht, dass es sich bei dem Problem nicht um eine Krankheit handele." Diese alarmierenden Statistiken lassen darauf schließen, dass ein erheblicher Anteil der Über-40-Jährigen durch diese Störung unangenehm belastet ist. Zwischen elf und 13 von 100 Menschen zwischen 40 und 54 Jahren leiden unter einer überaktiven Blase und halten dies einfach für ein Zeichen des Alterungsprozesses. Über die Unannehmlichkeiten hinaus, denen Menschen mit Dranginkontinenz ausgesetzt sind, äußerten sich 21 Prozent der Betroffenen besorgt darüber, dass sie zum Beispiel am Arbeitsplatz Besprechungen unterbrechen müssen, und drei Prozent gaben an, dass sie aufgrund des Leidens den Arbeitsplatz wechseln mussten oder entlassen wurden. Im Privatleben fühlten sich 28 Prozent außerhalb der eigenen vier Wände unwohl, 22 Prozent fühlten sich unwohl mit Menschen, die sie nicht kennen, und 20 Prozent fühlten sich unwohl mit Menschen, die sie kennen. Die Forscher aus den USA, Schweden und dem VK haben herausgefunden, dass eine überaktive Blase, unabhängig davon, ob sie mit Inkontinenz verbunden ist oder nicht, einen bedeutenden Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen hat. Dazu gehören negative Auswirkungen auf die emotionale Gesundheit und auf die Fähigkeit, sich bei der Arbeit oder in privater Umgebung entspannt zu fühlen. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass sowohl die Diagnose als auch die Behandlung des Leidens bedeutend verbessert werden können und dass wir Menschen mit überaktiver Blase ermutigen sollten, medizinische Hilfe zu suchen", erklärte Dr. Irwin. In Europa leiden mehr als 22 Millionen Menschen an einer überaktive Blase.
Länder
Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten