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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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EU-Projekt untersucht die Verbindung zwischen Chemikalienexposition und Krebs bei Kindern

Partner von 25 Institutionen aus 16 EU-Mitgliedstaaten werden den Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Chemikalien in Nahrungsmitteln und der Umwelt während der Schwangerschaft und Krebs und Immunkrankheiten bei Kindern untersuchen. Krebs und Immunkrankheiten wie A...

Partner von 25 Institutionen aus 16 EU-Mitgliedstaaten werden den Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Chemikalien in Nahrungsmitteln und der Umwelt während der Schwangerschaft und Krebs und Immunkrankheiten bei Kindern untersuchen. Krebs und Immunkrankheiten wie Asthma oder Ekzeme bei Kindern haben in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen. Insbesondere Leukämie tritt immer häufiger bei Kindern auf, und dieser Anstieg muss, so der Projektkoordinator Professor Jos Kleinjans von der Universität Maastricht in den Niederlanden, Ursachen haben. Es gibt derzeit zwei Hypothesen: Entweder wird die Zunahme der Krebsfälle von einer Veränderung der menschlichen Gene verursacht oder von Veränderungen in der Umwelt. Da biologische Veränderungen unwahrscheinlich sind, bleibt die Umwelt als wahrscheinliche Ursache. Allerdings weiß man nur wenig über die möglichen Verbindungen zwischen Umwelt und Krankheit. Genau diese Verbindungen will das Projekt NewGeneris untersuchen. So gibt es zum Beispiel keine eindeutigen Hinweise, dass es dem Kind schadet, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht. Aber es ist bewiesen, dass Tabakrauch karzinogene Stoffe enthält. Ziel des Projektes ist es, Daten zu sammeln, die die Grundlage einer besseren Gesundheitspolitik, einer effektiveren Regulierung des Nahrungsmittelbereichs und höherer Lebensmittelstandards bilden können - und somit zu einer besseren Gesundheit der Kinder beitragen. Die Projektpartner untersuchen die Exposition der Mutter gegenüber einer Reihe karzinogener und immunotoxischer Chemikalien, unter anderem: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (in verarbeiteten Lebensmitteln, verschmutzter Luft und Tabakrauch zu finden); heterozyklische Amine (in verarbeiteten Lebensmitteln); Nitrosamine (in Lebensmitteln, Wasser, Tabakrauch); Acrylamide (in verarbeiteten Lebensmitteln); Mycotoxine (in kontaminierten Lebensmitteln); Dioxin (in kontaminierten Lebensmitteln, verschmutzter Luft); PCBs (in kontaminierten Lebensmitteln, verschmutzter Luft) und Ethanol (in Alkohol). Die Forscher werden nicht nur versuchen, diese Chemikalien im Blut der Mütter und Kinder nachzuweisen, sondern auch, die biologischen Folgen der Exposition zu ermitteln. Ein Großteil der Forschung wird mithilfe von Biomarkern durchgeführt. Will man eine Veränderung von Krankheitsmustern mit Umweltfaktoren in Verbindung bringen, steht man zunächst vor dem Problem, dass es unter Umständen nach der Exposition zehn Jahre und mehr dauern kann, bis zum Beispiel Krebs ausbricht. Man betrachte sich nur einmal Hiroshima: Viele Menschen, die der Strahlung der Atombombe ausgesetzt waren, entwickelten erst nach sieben bis zehn Jahren Krebs. Mithilfe der Biomarker können die Forscher diese Zeitverzögerung umgehen. Sie untersuchen das biologische Risiko, dass die Krankheit entsteht, nicht das Vorhandensein der Krankheit selbst. Man weiß zum Beispiel, dass Krebs durch beschädigte DNA hervorgerufen wird. Biomarker können die beschädigte DNA erkennen, bevor der Krebs einsetzt und in Blut- und Urinproben nachweisbar ist. Im Rahmen des Projekts wird auch die relevante Exposition der Väter gegenüber Chemikalien untersucht. Das ist ein recht neues Gebiet, doch in Norwegen und im VK wurde schon dazu gearbeitet. Man weiß, dass Chemikalien Keimzellen, aus denen Sperma entsteht, angreifen, man weiß jedoch nicht, ob dies auch Auswirkungen auf den Fötus hat. Es ist anzunehmen, dass eine Verbindung besteht zwischen der Strahlenexposition von Männern und der Anfälligkeit ihrer Nachkommen für Krankheiten. NewGeneris wird Biomarker für Samen entwickeln, um so mehr über die Verbindung zwischen väterlicher Chemikalienexposition und der Gesundheit der Kinder herauszufinden. Die Forscher werden Kohorten oder Biobanken in Norwegen, Dänemark, dem VK und Spanien nutzen. In einer späteren Projektphase wird eine Biobank auf der griechischen Insel Kreta eingerichtet. Insgesamt verfügen die Banken über 300.000 Mutter-Kind-Paare und stellen damit eine der größten, jemals durchgeführten Studien dieser Art dar. Die am besten entwickelten Kohorten in Europa im wissenschaftlichen Sinn gibt es in Nord- und Westeuropa, während es in Ost- und Südeuropa nur sehr wenige Einrichtungen gibt. Professor Kleinjans erklärte gegenüber CORDIS-Nachrichten, dass NewGeneris später möglicherweise zur Entwicklung einer Biobank in Osteuropa führen kann. Die Zusammenarbeit eines Konsortiums aus 25 Partnern ist immer mit Herausforderungen und Risiken verbunden, aber die Größe des Projekts schlägt sich auch in der Größe des Budgets nieder: 15 Millionen Euro über fünf Jahre. Wie Professor Kleinjans betonte, müssen Daten von sehr vielen Probanden gesammelt werden, damit das Projekt hieb- und stichfeste Schlussfolgerungen erlaubt. Das sei sehr teuer, werde "aber durch den finanziellen Rahmen des Projekts ermöglicht".

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