Forschung deutet auf Zusammenhang zwischen schwacher Langzeitbelastung mit Umweltschadstoffen und Krebs hin
Forscher an der Universität Liverpool im VK weisen darauf hin, dass Giftstoffe in alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Kunststoffartikeln, Papier und Lebensmitteln schädlich für Embryos sein können. Das Forscherteam führte eine Metaanalyse biomedizinischer Datenbanken zur Erklärung der aktuellen Krebsraten durch. Während Tests mit Umweltgiften wie z. B. Organochloriden für sich genommen zu keinen stichhaltigen Ergebnissen führten, zogen die Forscher eindeutige Schlussfolgerungen aus diesen Studien in Verbindung mit parallelen Studien mit Tierversuchen und In-vitro-Tests. "Selbst wenn Erwachsene nicht gefährdet sind, so scheint es doch, dass dies auf den sich entwickelnden Fötus, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche nicht zutrifft", heißt es im Forschungsbericht, der in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Nutritional and Environmental Medicine veröffentlicht wurde. Die Forscher gehen davon aus, dass ein gewisses Maß an genetischer Veranlagung zusammen mit verbreiteten Umweltgiften die Grundlage für die Entwicklung von Krebs beim Menschen bietet. Im Bericht heißt es, dass es "die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft - der sich entwickelnde Fötus, Kinder und Jugendliche sowie genetische veranlagte Menschen - sind, die der Gefahr einer Krebsentwicklung aufgrund einer unfreiwilligen Belastung durch Umweltgifte ausgesetzt sind". "Wir reden hier von Chemikalien, die bei Kindern bei einer Belastung im Bereich von Teilen pro Milliarde und Teilen pro Billion möglicherweise Krebs verursachen können", so Koautorin Vyvyan Howard gegenüber dem Guardian. Die Chemikalien sind in zwei Hauptquellen zu suchen: Lebensmittel sowie Papier und Kunststoffe. Lebensmittel werden routinemäßig mit verbreiteten Pestiziden behandelt, während bei der Herstellung von Papier und Kunststoffen kleine Mengen dieser toxischen Chemikalien entstehen. Eine Möglichkeit der Minimierung der Belastung durch diese Chemikalien wäre es, sich mit Biolebensmitteln zu ernähren. Die Chemikalien können die Hormonproduktion stören, was wiederum hormonabhängige Krebsarten, wie z. B. Hoden-, Brust- oder Prostatakrebs verursachen kann. Obwohl sich diese Chemikalien in der Muttermilch ansammeln können, weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass die Vorteile des Stillens mögliche Risiken überwiegen. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Grenzwerte für Pestizide in der Umwelt möglicherweise zu hoch angesetzt sind. "Hier könnten die Regierungen das Vorsorgeprinzip anwenden, bis nachgewiesen ist, dass Stoffe, denen Mitglieder der Gesellschaft unfreiwillig ausgesetzt sind, keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen durch eine schwache Langzeitbelastung haben. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass zwischen einem und fünf Prozent der bösartigen Erkrankungen in Industrieländern auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind: Möglicherweise liegt dieser Wert sehr viel höher."
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