Das "intelligente Google"
GoPubMed ist eine neuartige Suchmaschine, die im Rahmen des Projekts BIOGRID unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) entwickelt wurde. Diese Suchmaschine beschränkt sich nicht nur auf das Suchen und Finden von Dokumenten, sondern kann auch Fragen im Zusammenhang mit ihrer Datenbank beantworten. "GoPubMed ist eine Art intelligentes Google für Biomediziner", erklärte Michael Alvers, Geschäftsführer des Bioinformatikunternehmens Transinsight GmbH, das GoPubMed vermarktet, im Interview mit CORDIS-Nachrichten. "Die Suchmaschine spart Zeit und beschleunigt so die Forschungsarbeit erheblich." Das Unternehmen hat sich aus dem BIOGRID-Projekt entwickelt, das die Technische Universität Dresden zusammen mit der ZooRobotics B.V. in den Niederlanden, der City University London und dem Medical Research Council im VK sowie der Universität Zypern durchgeführt hat. Ziel des BIOGRID-Projekts war es, unstrukturierte Informationen in einem "Wissensraster" zu klassifizieren und zu archivieren, um den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Dies bedeutet, dass das System spezifische Fragen beantworten kann, statt nur eine Reihe von Seiten aufzulisten, auf denen die gesuchten Wörter erscheinen. Das ist besonders nützlich angesichts der Fülle von Informationen, die Forscher benötigen, denn es ermöglicht dem Nutzer, direkt zu relevanten Informationen zu gelangen. "Forscher in Biotechnologie- und Pharmaindustrie verbringen im Schnitt 12,4 Stunden pro Woche mit der Suche nach relevanten Informationen", erläutert Alvers. "Biomedizinforscher müssen eine enorme Menge von Publikationen kennen", so Professor Michael Schroeder, wissenschaftlicher Leiter bei Transinsight und leitender Forscher des ehemaligen BIOGRID-Projekts. "Die PubMed-Datenbank umfasst derzeit 15 Millionen biomedizinische Veröffentlichungen, die von Forschungsgruppen bewertet werden müssen", erklärte Schroeder IST-Ergebnisse. Zur Verdeutlichung: Eine "herkömmliche" Suchmaschine spuckt bei der Suche nach bestimmten Inhibitoren eine Vielzahl von Seiten aus, auf denen die gesuchten Wörter vorkommen. GoPubMed jedoch setzt die gesuchten Wörter mit ihrem üblichen Kontext in Beziehung und schlägt dann Seiten vor, die sich mit der Wirkungsweise dieser speziellen Inhibitoren befassen. Professor Schroeder erklärt weiter, das System sei "intelligent und berücksichtigt bei der Aufführung der Suchergebnisse die Interessen einer bestimmten Forschungsgruppe." Dies wiederum verringere die Forschungszeit. Das System funktioniert nicht nur bei Recherchen im Bereich Biomedizin, sondern "kann an eine Vielzahl von Themengebieten angepasst werden. Wir haben es schon auf das Unternehmen zugeschnitten, mit dem wir den ersten Vertrag geschlossen haben, nämlich dem britischen Unternehmen Unilever", sagte Alvers gegenüber CORDIS-Nachrichten. Unilever stimmt zu: "GoPubMed hilft uns, auf der Suche nach versteckten Schätzen die äußerst umfangreiche Literatur in angemessener Zeit zu durchforsten und wissenschaftliche Tendenzen zu erkennen", sagt Dr. Cecilia Eyre, Forscherin bei Unilever. Der High-Tech Gründerfonds fördert Transinsight mit einer Startfinanzierung von 500.000 Euro und hat das Unternehmen zu einem seiner drei Leuchtturmprojekte erklärt. GoPubMed könnte die Funktionsweise von Suchmaschinen revolutionieren.
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