Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Britischer Premierminister unterstützt mehr Kernkraft

Der britische Premierminister Tony Blair hat seinen ersten klaren Hinweis dafür gegeben, dass er die Einführung einer neuen Generation von Kernkraftwerken sowohl im VK als auch in Europa unterstützt. In einer Rede vor der CBI (Confederation of British Industry) sagte Blair, ...

Der britische Premierminister Tony Blair hat seinen ersten klaren Hinweis dafür gegeben, dass er die Einführung einer neuen Generation von Kernkraftwerken sowohl im VK als auch in Europa unterstützt. In einer Rede vor der CBI (Confederation of British Industry) sagte Blair, er erwarte die Ergebnisse einer Überprüfung der britischen Energiepolitik, habe aber bereits einen "ersten Blick darauf werfen können". "Im Wesentlichen katapultiert der doppelte Druck von Klimawandel und Energiesicherheit die Energiepolitik ganz oben auf die Tagesordnung im VK und weltweit", sagte er. Blair führte des Weiteren die Energie-"Lücke" an, die Großbritannien bis 2025 erwartet. "Diese Fakten bringen den Ersatz von Kernkraftwerken, große Bemühungen zu erneuerbaren Energiequellen und eine sprunghafte Verbesserung der Energieeffizienz, die sowohl die Wirtschaft als auch die Verbraucher einbezieht, mit voller Kraft zurück auf die Tagesordnung." Der offizielle Sprecher des Premierministers sagte, es seien noch keine offiziellen Entscheidungen getroffen worden und Blair stelle lediglich die Fakten heraus, wie er sie sehe - wenn nichts unternommen werde, werde Großbritannien von ausländischen Gasimporten abhängig sein. Bis zum 24. September können Stellungnahmen zu dem Europäischen Grünbuch "Energie" abgegeben werden. Eine EU-weite Energiepolitik wurde erstmals von Blair im Oktober 2005 beim Treffen des Europäischen Rats in Hampton Court angesprochen. Ein Sprecher des für die britische Energiepolitik zuständigen Ministeriums für Handel und Industrie sagte: "Der Premierminister bekräftige mit seinen Stellungnahmen seine früheren Aussagen - dass Kernkraft neben erneuerbaren Energiequellen und Energieeffizienz auf der Tagesordnung stehen muss. Die Überprüfung der Energiepolitik ist noch nicht abgeschlossen - somit bleibt der Standpunkt unverändert." Auf die Frage, wie eine Maßnahme des VK in Richtung Kernenergie die EU-weite Energiepolitik beeinflusse, antwortete der Sprecher: "Wir werden eine Antwort auf das EU-Grünbuch "Energie" veröffentlichen, höchstwahrscheinlich im Juni." Die Empfehlungen im Rahmen der Überprüfung der nationalen Energiepolitik werden höchstwahrscheinlich sowohl in die Energiepolitik des VK als auch in die Empfehlungen des VK zum dem Grünbuch der EU einfließen. Ein Sprecher des Energiekommissars der EU, Andris Piebalgs, merkte an, dass die Entscheidung über den Wechsel zur Kernkraft von den Mitgliedstaaten getroffen werden müsse. "Es ist eine Frage der Subsidiarität und die EU ist neutral in diesen Angelegenheiten. Die EU ist nur in Bezug auf die Förderung der Verwendung erneuerbarer Energiequellen und die Energieeffizienz aktiv. Wir hoffen auf eine offene Debatte, bei der alle Themen angesprochen werden", sagte er. Die Europäische Atomgemeinschaft, Euratom, hat bereits Pläne zur Entwicklung von Kernkraftwerken "der vierten Generation" bekannt gegeben. Am 11. Mai wurde bekannt gegeben, dass sie ein internationales Rahmenabkommen für gemeinsame Forschung und Entwicklung an Kernenergiesystemen der vierten Generation formell unterzeichnet hat.