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Bericht empfiehlt die Schaffung einer "Marke", um für die europäische Hochschulbildung zu werben

Eine neue Studie zur Wahrnehmung der europäischen Hochschulbildung in Drittländern empfiehlt, in anderen Kontinenten für die europäische Hochschulbildung als Einheit zu werben, d. h. eine "europäische Marke" zu schaffen. Da sich die "europäische Marke" auf für alle europäische...

Eine neue Studie zur Wahrnehmung der europäischen Hochschulbildung in Drittländern empfiehlt, in anderen Kontinenten für die europäische Hochschulbildung als Einheit zu werben, d. h. eine "europäische Marke" zu schaffen. Da sich die "europäische Marke" auf für alle europäischen Länder gemeinsame Merkmale beziehen müsste, schlägt der Bericht vor, die hohe Qualität und Tradition der Hochschulbildung in Europa hervorzuheben sowie auf in Europa angebotene, international anerkannte Studienabschlüsse zu verweisen. Der Bericht stellt die Ergebnisse einer im Auftrag der GD Bildung und Kultur der Europäischen Kommission durchgeführten Umfrage vor. Mit rund 20.000 befragten Personen war es eine der größten Erhebungen dieser Art. Die Studie beruhte auf groß angelegten Umfragen in sechs Ländern (China, Indien, Mexiko, Brasilien, Russland und Thailand) sowie auf zusätzlichen Befragungen und Sekundärforschung. Zu Vergleichszwecken wurden auch internationale Studenten aus den USA in die Studie einbezogen. Insgesamt füllten 11.471 Studenten aus den besagten Ländern sowie 1.235 Mitarbeiter der gleichen Hochschuleinrichtungen die Fragebögen aus. Fast 9.000 Studenten beantworteten die gestellten Fragen online. Zudem nahmen 400 internationale Studenten aus den USA an der Umfrage teil. Ein Ergebnis des Studienberichts ist, dass Europa zwar eine angemessene Zahl an nicht-europäischen Studenten aufweist, die USA jedoch weiterhin das beliebteste Ziel sind, und dass "Australien im Verhältnis zu seiner Größe bemerkenswert viele ausländische Studenten anzieht". Im Bericht wird zudem festgestellt, dass Europa für Studenten aus Russland und Lateinamerika ein recht attraktives Ziel ist, während asiatische Studenten die USA und Australien bei weitem vorziehen. Ausländische Studenten, die sich für Europa als Studienort entscheiden, wählen mit überwältigender Mehrheit das VK, Deutschland oder Frankreich. Andere Länder, insbesondere die neuen EU-Mitgliedstaaten sowie Südeuropa, sind unterdurchschnittlich vertreten. Das Interesse an den skandinavischen Ländern und den Niederlanden beginnt jedoch zuzunehmen. Laut Umfrage haben bestimmte US-Universitäten einen höheren Bekanntheitsgrad als einzelne Universitäten in anderen Ländern. In Bezug auf die Hochschulbildung wird Europa von den meisten internationalen Studenten als eine Ansammlung unterschiedlicher Länder und nicht als Einheit wahrgenommen. Bei den Befragten rangieren die USA hinsichtlich Innovation, Wettbewerb und Dynamik auf dem ersten Platz. In den Bereichen Kunst, Musik und Kultur wurde Europa als führend angesehen. Nach Einschätzung der Studenten hat Europa zudem die meisten traditionellen Universitäten. In Europa und Australien wurden bessere Zugangsmöglichkeiten als in den USA wahrgenommen, insbesondere im Hinblick auf Visa. Außerdem betrachteten die Befragten ein Studium in Europa als kostengünstiger. Der einzige Nachteil eines Studiums in Europa besteht für asiatische Studenten in der Vielfalt der europäischen Sprachen. Befragungen ergaben, dass in nicht-englischsprachigen Ländern ein Mangel an Bildungsprogrammen in englischer Sprache herrscht. Im Hinblick auf ein Informationsdefizit der Drittländer bezüglich der europäischen Hochschulbildung empfiehlt der Bericht insbesondere, ein zentrales, regelmäßig aktualisiertes Webportal zu schaffen und bekannt zu machen. Zusätzlich wird die Einrichtung europaweiter Hochschulrankings sowie eine verstärkte finanzielle Unterstützung für nicht-europäische Studenten vorgeschlagen. Das Portal sollte von einem Europabüro verwaltet werden, das die "europäische Marke" betreut und klar als europäische Informationsstelle für Hochschulprogramme in Europa erkennbar ist. "Die Schaffung und Förderung einer europäischen Marke ist eine notwendige, jedoch nicht ausreichende Maßnahme. Zur Steigerung der internationalen Attraktivität muss auch die europäische Hochschulbildung selbst verbessert werden", so der Bericht. Um die Qualität der Hochschulbildung in Europa weiter zu verbessern, schlägt der Bericht vor, den Hochschuleinrichtungen in folgenden Bereichen eine größere Autonomie zu gewähren: Auswahl der internationalen Studenten, Gewährung internationaler Stipendien für hoch qualifizierte Bewerber, bessere Zugangsmöglichkeiten der internationalen Studenten zu alternativen Fördermitteln sowie Einstellung von hoch qualifiziertem Lehr- und Forschungspersonal. Der Bericht empfiehlt des Weiteren eine flexiblere Einwanderungs- und Visapolitik sowie die verstärkte Entwicklung von Bildungsprogrammen in englischer Sprache. Er fordert einzelne Länder und Institutionen dazu auf, Bildungsnischen herauszuarbeiten und in die Entwicklung ihrer jeweiligen Stärken zu investieren. Ján Figel', EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit, begrüßte den Bericht und versprach, dass sich die Europäische Kommission weiterhin für die Förderung der Hochschulbildungssysteme der EU einsetzen werde.