Kommission fördert Hochschulkooperationsprojekte mit 53,5 Millionen Euro
Im Rahmen des Programms Tempus, das die Modernisierung des Hochschulwesens in Nachbarländern der EU fördert, hat die Europäische Kommission 110 neue Hochschulkooperationsprojekte und 61 Struktur- und Ergänzungsmaßnahmen ausgewählt. Insgesamt werden von der EU 53,5 Millionen Euro für die Förderung der Projekte und Maßnahmen bereit gestellt. Das europaweite Mobilitätsprogramm für den Hochschulbereich (Tempus) wurde 1990 nach dem Fall der Berliner Mauer gegründet und soll Hochschulen aus EU-Mitgliedstaaten dazu ermutigen, mit Partnerinstitutionen aus den westlichen Balkanländern, Osteuropa, Zentralasien und dem Mittelmeerraum gemeinsam an Projekten zur Modernisierung des Hochschulwesen zu arbeiten. Tempus ist ein äußerst bekanntes und beliebtes Programm im Hochschulbereich der EU und seiner Partnerländer und wird als eines der wichtigsten Programme zur Schaffung von internationalen Kontakten betrachtet. "Das Programm geht von dem Grundsatz aus, dass die Hochschulen für den sozialen und wirtschaftlichen Wandel in unseren Nachbarländern eine entscheidende Rolle spielen und dass sie der Ort sind, an dem bessere Zukunftsperspektiven für zukünftige Generationen geschaffen werden", erklärte Ján Figel, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung. Insgesamt sollen 46 Millionen Euro der angekündigten Fördermittel in 110 "Gemeinsame Europäische Projekte (GEP)" fließen. Es handelt sich hierbei um multilaterale Initiativen, die die Zusammenarbeit und den Aufbau von Netzwerken zwischen Hochschulen der EU-Mitgliedstaaten und der Partnerländer fördern und dazu beitragen sollen, das Wissen der Hochschulen auch auf andere Bereiche zu übertragen. Die Projekte können die Hochschulen bei der Umsetzung der Prinzipien des "Bologna-Prozesses" unterstützen, beispielsweise bei der Einführung des neuen zweistufigen Studiensystems und des European Credit Transfer Systems. Die Fördermittel können auch zur Förderung der Entwicklung von Lehrplänen für zahlreiche Fachbereiche, für weitere Aspekte des Universitätsmanagements sowie für Schulungen zum Hochschulaufbau eingesetzt werden. Zudem erhalten 61 "Struktur- und Ergänzungsmaßnahmen" Fördermittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich um kurzfristige Maßnahmen, die nationale Hochschulreformen und die Entwicklung eines strategischen Rahmens unterstützen sollen. Üblicherweise zielen solche Maßnahmen ebenfalls auf die Verwirklichung von Zielen ab, die mit dem Bologna-Prozess in Verbindung stehen, beispielsweise Qualitätssicherung, Zulassungssysteme, Leistungspunktesysteme sowie die Erneuerung der Qualitätsrahmen zur Entwicklung eines einheitlichen und transparenten europäischen Systems, wobei ein gemeinsamer Rahmen unterschiedliche nationale Hochschulsysteme umfassen soll. Letztendliches Ziel ist die Schaffung von günstigen Bedingungen für die Entwicklung eines europäischen Hochschulraums. Darüber hinaus gewährt das Programm "Individuelle Mobilitätszuschüsse". Im Rahmen der Erreichung der Ziele des Programms Tempus sollen diese Zuschüsse dem Hochschulpersonal der Partnerländer die Teilnahme an Schulungen und Konferenzen im Ausland ermöglichen und europäische Lehrkräfte bei der Organisation von Schulungen in Partnerländern unterstützen. Vor Jahresende wird es drei weitere Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Tempus-Projekte geben: im Oktober für Struktur- und Ergänzungsmaßnahmen sowie für Individuelle Mobilitätszuschüsse und im Dezember für Gemeinsame Europäische Projekte.