Präsident der britischen Royal Society fordert internationale Initiative zu Energie
Martin Rees, der Präsident der britischen Royal Society, hat eine dringende internationale Initiative zu neuen Energietechnologien gefordert. In der Zeitschrift "Science" argumentiert Lord Rees, dass eine solche Initiative notwendig sei, wenn der globale Energiebedarf gedeckt und die Beeinträchtigung des Klimas durch Treibhausgasemissionen verringert werden solle. Die Regierungschefs der G8-Länder nahmen auf ihrem Treffen letzten Monat ein Kommuniqué zur Energiesicherheit an, das viele wichtige Versprechen enthielt, die G8-Länder jedoch nicht zur Erhöhung staatlicher Investitionen in F&E für Energietechnologien verpflichtet. "Die Tatsache, dass der Bereich F&E für Energie von den G8-Ländern übergangen wurde, zeugt von einem beunruhigenden Mangel an Entschlossenheit, die Entwicklung neuer Energietechnologien zu beschleunigen", erklärt Lord Rees. Er weist darauf hin, dass öffentliche F&E-Investitionen in Energie in den meisten Industrieländern seit den frühen 1980er-Jahren real gesunken seien. Gleichzeitig prognostiziere die Internationale Energieagentur ausgehend von der aktuellen Politik, dass 80 Prozent des primären Energiebedarfs der Welt bis 2030 durch fossile Energieträger gedeckt werden. "Ohne einen fühlbaren erheblichen Durchbruch bei der Kohlenstoffbindung und Energieeffizienz wird dies zu proportionalen Erhöhungen der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre führen", meint er. Zur Lösung des Problems müsse mehr für die Entwicklung neuer Energietechnologien getan werden und Regierungen müssten die Initiative ergreifen, indem sie F&E in diesem Bereich stärker fördern. "Diese F&E-Ausgaben könnten durch Emissionsabgaben oder ähnliche Wirtschaftsinstrumente finanziert werden, die anfangs von den Ländern mit den größten Emissionen erhoben werden", schlägt er vor. Lord Rees argumentiert, dass der Energiefrage "eine hohe Priorität ähnlich dem Manhattan- oder Apollo-Projekt eingeräumt werden müsse, jedoch auf globaler statt auf nationaler Ebene". Das Projekt Manhattan brachte die ersten Nuklearwaffen hervor, während das Projekt Apollo zur Mondlandung führte. Er weist darauf hin, dass diese Projekte neben dem Erreichen ihrer Ziele auch die Bildung fördern und zu mehr Immatrikulationen in wissenschaftlichen und technischen Studiengängen führen würden.
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