Exzellenznetz GA2LEN fordert stärkere Konzentration auf Allergien im RP7
Das Exzellenznetz GA2LEN fordert politische Entscheidungsträger auf, den Vorschlag des Europäischen Parlaments zur Einbeziehung allergischer Erkrankungen in die Gesundheitsprioritäten des Siebten Rahmenprogramms (RP7) zu unterstützen. Auch wenn Allergien in dem Vorschlag der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit den Forschungsprioritäten zu Lebensmitteln genannt werden, so würden es die Mitglieder von GA2LEN begrüßen, wenn das umfassendere Allergieproblem eine der Prioritäten im Bereich der Gesundheitsforschung wäre. Nur acht Prozent aller Allergien in Europa sind Lebensmittelallergien. "Das Fehlen [des] umfassenderen Allergieproblems als eine der obersten Prioritäten der Gesundheitsforschung gefährdet den allgemeinen Fortschritt im Verständnis dieser komplexen Krankheitsformen", so Vertreter des Exzellenznetzes in einer Erklärung. Allergien sind ein globales Problem, obwohl sich die Symptome und Ursachen allergischer Reaktionen unterscheiden. Die Forscher sind der Meinung, dass die vielen verschiedenen Aspekte allergischer Erkrankungen sowie die Auslöser angegangen werden müssen, um ein umfassendes Verständnis allergischer Erkrankungen insgesamt zu erhalten. Allergien können tödlich verlaufen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt in Europa alle 60 Minuten ein Mensch an Asthma. Und das Allergieproblem nimmt weiter zu - heutzutage leidet jedes dritte Kind an einer Allergie, und bis 2015 könnte die Hälfte aller Europäer an einer oder mehreren Allergien leiden. Allergiker haben im Alltag mit wesentlichen Einschränkungen zu kämpfen. Kinder mit Allergien verpassen Unterricht in der Schule und können zuweilen am Sportunterricht und anderen Freizeitunternehmungen nicht teilnehmen, während Atemprobleme und Hautausschläge das Selbstvertrauen von Kindern und Erwachsenen anknacksen. GA2LEN betont darüber hinaus die durch Allergien verursachten finanziellen Kosten, die sich laut Schätzungen auf 100 Mrd. EUR jährlich belaufen. An dem Exzellenznetz GA2LEN sind 26 Allergieforschungszentren aus ganz Europa beteiligt. Ziel ist die Verbesserung der Diagnose, Vorbeugung und Behandlung allergischer Erkrankungen. In den vergangenen Monaten wurde eine europäische Datenbank mit vergleichbaren, langfristig ausgerichteten epidemiologischen Studien - bekannt als Kohortenstudien - eingerichtet. Diese soll den Wissenschaftlern helfen, eine zuverlässigere Analyse der vielfältigen genetischen und Umweltfaktoren, die Allergien verursachen, durchzuführen.