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Europäische Kommission: Neuer Aktionsplan soll eCall frische Impulse geben

Die Europäische Kommission hat einen neuen Aktionsplan vorgelegt, der die Einführung des automatischen Notrufsystems eCall in Kraftfahrzeugen vorantreiben soll. So werden die Mitgliedstaaten und die Industrie aufgefordert, ihr Engagement für die Realisierung von eCall zu zeige...

Die Europäische Kommission hat einen neuen Aktionsplan vorgelegt, der die Einführung des automatischen Notrufsystems eCall in Kraftfahrzeugen vorantreiben soll. So werden die Mitgliedstaaten und die Industrie aufgefordert, ihr Engagement für die Realisierung von eCall zu zeigen. Der eCall-Aktionsplan, der 2005 im Rahmen der i2010-Strategie der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, soll dafür sorgen, dass bis 2009 alle neuen Kfz in Europa mit einem bordseitigen System ausgestattet sind, das bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzt. Schätzungen zufolge würde ein solches System EU-weit jährlich bis zu 2 500 Leben retten. Der Erfolg des Aktionsplans hängt unter anderem davon ab, dass sich die voraussichtlichen Partner auf eine neue Notrufnummer - die 112 - und auf die Verarbeitung der Angaben zum Anruferstandort - E112 - einigen. Trotz anfänglicher Fortschritte, so ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Kommission, wurde in vielen Mitgliedstaaten die für die Umsetzung von eCall erforderliche Infrastruktur noch nicht eingerichtet. Bis jetzt haben erst zehn Länder die eCall-Absichtserklärung (Memorandum of Understanding - MoU) unterzeichnet, und insgesamt 40 Unternehmen haben sich bereit erklärt, eCall-Geräte zu entwickeln und in Kraftfahrzeuge einzubauen. "Wir müssen eCall unbedingt zurück in die Fahrspur bringen", so Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. "Wir haben die Technologie. Um einen Gang höher zu schalten, brauchen wir jetzt die Mitgliedstaaten und die Wirtschaft, damit sie uns lieber früher als später helfen, Europas Straßen sicherer zu machen." Der neue Aktionsplan soll die Einführung von eCall beschleunigen. Er enthält Handlungs- und Terminvorgaben, die den Mitgliedstaaten helfen sollen, die offenen rechtlichen, technischen und sozioökonomischen Fragen zu beantworten, damit die für eCall, 112 und E112 erforderliche Infrastruktur geschaffen werden kann. Der Aktionsplan fordert auch die Automobilindustrie auf, ihr Engagement für eCall zu bekräftigen. Außerdem will die Kommission mit den Verbänden der Automobilindustrie Verhandlungen über eine freiwillige Vereinbarung zur Ausstattung der Kraftfahrzeuge mit den eCall-Geräten aufnehmen. Auf diese Ankündigung hat die Industrie einen neuen Zeitplan für die Einführung vorgestellt, der nun das Jahr 2010 anstatt 2009 vorsieht. Die folgenden Handlungsschwerpunkte werden aufgeführt: - alle Hauptbeteiligten sollten bis Ende 2006 das MoU unterzeichnen, um die weitere Verwirklichung abzusichern; - vollständige Spezifizierung des eCall-Systems und Beginn der Entwicklung ab Mitte 2007; - umfassende Praxiserprobung ab Anfang 2008; - die Mitgliedstaaten rüsten bis September 2009 ihre Public Safety Answering Points (PSAP), die öffentlichen Notrufzentralen, auf; - Einführung von eCall als Standardausstattung in allen Fahrzeugen, die ab 1. September 2010 ihre Typgenehmigung erhalten. Die Kommission wird diese Arbeiten weiter unterstützen, und zwar in Bezug auf die Förderung des Datenschutzes und der Normung sowie durch praktische Erprobungen und durch Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

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