Europäische Kommission richtet Online-Informationsplattform zu nationaler F&E und Forschungsmaßnahmen ein
Die Europäische Kommission hat ERAWATCH - eine Online-Informationsplattform zu Forschungssystemen und Forschungsmaßnahmen der Europäischen Union - in Betrieb genommen. ERAWATCH bietet politischen Entscheidungsträgern und Politikanalysten, die im Bereich Wissenschaft und Forschung tätig sind, präzise und aktuelle Informationen und Analysen zur Entwicklung von Forschungssystemen, -programmen und -maßnahmen in sämtlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in den USA, in China und Japan. Die Plattform, die zur Unterstützung des sich im Aufbau befindenden Europäischen Forschungsraums (EFR) ins Leben gerufen wurde, umfasst Informationen zu aktuellen Positionspapieren, Forschungsprogrammen, Fördereinrichtungen, Forschungsleistung sowie zu wichtigen Indikatoren wie Ausgaben, Veröffentlichungen und Patenten. Politische Entscheidungsträger werden so die Möglichkeit haben, Input und Output des Forschungssystems zu vergleichen und diese Informationen zur Gestaltung besserer Wissenschaftspolitiken auf allen Ebenen zu nutzen. Ein Nutzer könnte beispielsweise Fragen zu Steuererleichterungen für Forscher haben. "Viele Regierungen sehen steuerliche Vergünstigungen für Forschung vor, und man kann die Maßnahmen in den verschiedenen Ländern vergleichen", so Patrice Laget, Leiter der Abteilung Supporting the ERA (SERA) des Instituts für technologische Zukunftsforschung (IPTS) der Gemeinsamen Forschungsstelle, gegenüber CORDIS-Nachrichten im Juli. Janez Potocnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, erklärte: "Aus den heute veröffentlichten Zahlen ergibt sich, dass die Forschungsausgaben in der EU im Jahr 2005 stagniert haben. Daran zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die in der 2005 vorgestellten Strategie der Kommission für Wachstum und Beschäftigung vorgeschlagenen Maßnahmen realisiert werden. Verbesserungen in der Zukunft müssen jetzt eingeleitet werden. In einem voll funktionsfähigen Europäischen Forschungsraum werden wir unsere Ressourcen bestmöglich nutzen können und er wird außerdem Anreize zu weiteren Investitionen vermitteln." "ERAWATCH leistet unschätzbare Dienste dabei, den Europäischen Forschungsraum anhand solider und genauer Informationen zu verbessern. Ich hoffe, dem Kollegium im Laufe dieses Jahres Vorschläge unterbreiten zu können, die den Europäischen Forschungsraum wieder zu einem für die Zukunft Europas wichtigen Projekt machen", fuhr er fort. Ein Netzwerk nationaler Kontaktorganisationen, das die Informationen sammelt und verwaltet, sorgt für die Aktualität der Informationen. Im Rahmen seines "Intelligence Service" entwickelt ERAWATCH weitere Analysen und Berichte zu Forschung und forschungsbezogenen Maßnahmen sowie zu Trends und Einflussfaktoren. ERAWATCH ist ein nutzergesteuerter Dienst: Die Nutzer haben die Möglichkeit, festzulegen, wie die Informationen dargeboten und heruntergeladen werden. Um den Dienst weiterzuentwickeln und zu verbessern, sind die Anwender zudem aufgerufen, Feedback abzugeben.