Von den Anfängen im Jahr 1957 bis zum RP7
Seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge im Jahr 1957 wird versucht, die trennenden Barrieren zwischen den Bürgern Europas nach und nach niederzureißen. Mit dem Beginn des Siebten Rahmenprogramms (RP7) sei man der Vision, Europa zu den "Vereinigten Staaten der Forschung" zu machen, einen Schritt näher gekommen, erklärte der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik in seiner Rede am 29. Januar anlässlich der italienischen Auftaktveranstaltung zum RP7 in Rom. Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vor 50 Jahren in Rom sind viele Fortschritte erzielt worden. Der europäische Binnenmarkt ist in dieser Zeit intensiviert und erweitert worden, sodass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für die europäischen Bürger verbessert haben. Es bleibe jedoch noch viel zu tun, so Potocnik. Der EU-Kommissar wies darauf hin, dass nicht nur die verbleibenden Hindernisse im Bereich des freien Personen- und Warenverkehrs beseitigt werden müssten, sondern dass in Europa auch der freie Wissensaustausch zu gewährleisten sei. "In der EU soll eine Wissensgesellschaft geschaffen werden. Nicht nur eine Wissenswirtschaft, sondern eine Wissensgesellschaft", erklärte er. Eine entscheidende Voraussetzung für die Schaffung einer Wissensgesellschaft sei Forschung, so der EU-Kommissar. Er betonte, dass in Europa nicht nur in Bildung und Innovation, sondern verstärkt in diesem Bereich investiert werden müsse. "Es handelt sich hierbei nicht nur um eine schöne, moderne Idee. Sie [die Forschung] ist die Grundlage für die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen", argumentierte er. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sollen bis 2010 auf 3 Prozent des europäischen BIP angehoben werden. "Dieses Ziel haben wir noch lange nicht erreicht. Wir brauchen sowohl aus dem privaten als auch dem öffentlichen Sektor mehr Investitionen", so der EU-Kommissar. Ein weiteres Problem, das in Europa angegangen werden muss, ist die Fragmentierung im Forschungsbereich. "Wir haben zu lange schweigend zugesehen, wie in verschiedenen europäischen Ländern mit großem Eifer Forschungszentren gegründet wurden, die sich auf dieselben Forschungsbereiche konzentrieren", so Potocnik. Er wies auf die europäischen Forschungsrahmenprogramme hin, die dazu beitrügen, diese Fragmentierung zu beseitigen. "Indem wir das Zusammenspiel von Menschen, Einrichtungen und Wissen - sowohl innerhalb Europas als auch über dessen Grenzen hinaus - fördern, können wir Überschneidungen in der Forschung vermeiden", erklärte er. Zum Schluss seiner Rede betonte der EU-Kommissar, wie wichtig es sei, die Mobilität und Arbeitsbedingungen der Forscher in Europa zu verbessern. "Ich wünsche mir, dass die trennenden Barrieren zwischen den Forschern innerhalb und außerhalb der EU beseitigt werden. Ich wünsche mir die Schaffung der 'Vereinigten Staaten der Forschung' in Europa", so Potocnik. In den kommenden Wochen und Monaten soll eine Debatte darüber stattfinden, wie diese Vision verwirklicht werden kann.
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