Starke Forschungsleistung des Vereinigten Königreichs hält trotz geringerer Kapazitäten und Investitionen weiter an
Ein Bericht über die Leistung der Forschungsbasis im Vereinigten Königreich beschreibt einen konstanten Aufwärtstrend. Er stellt fest, dass die Forschungsleistung des Landes beständiger sei, als die seiner Konkurrenten. Außerdem gäbe es bei geringeren Investitionen einen höheren Output als in anderen Ländern. Der vom Büro für Wissenschaft und Innovation (Office of Science and Innovation - OSI) des Vereinigten Königreichs erstellte Bericht vergleicht Indikatoren in sechs Bereichen im Inland und in 25 Staaten. Zusammen produzieren diese Länder ungefähr fünf Sechstel der von Thomson Scientific katalogisierten, weltweiten wissenschaftlichen Veröffentlichungen und einen größeren Teil der einflussreichsten Ergebnisse. "Großbritanniens wissensbasierte Wirtschaft des 21. Jahrhunderts ist auf Wissenschaft und Innovation angewiesen. Wir befinden uns in einer guten Position - wir haben eine exzellente Wissenschaft und starke Investitionen", sagte Malcolm Wicks, Minister des Vereinigten Königreichs für Wissenschaft und Innovation. "Allerdings gibt es wegen des wachsenden Wettbewerbs aus China keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit. Das Vereinigte Königreich zeigt dem starken Wettbewerb zum Trotz weiterhin eine kontinuierliche Verbesserung und wir müssen sicherstellen, dass das so bleibt", fügte er hinzu. Die zum Vergleich herangezogene Ländergruppe umfasst die kompletten G8-Staaten (USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland), eine Auswahl größerer Länder aus verschiedenen Kontinenten und eine Reihe kleinerer Staaten mit einer aktiven und schnell wachsenden Forschungsbasis. Dies sind: Belgien, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, die Schweiz, Australien, Brasilien, China, Indien, der Iran, Israel, Singapur, Südafrika, Korea und Taiwan. Der Anteil des Vereinigten Königreichs an den FuE-Ausgaben dieser Gruppe beträgt lediglich 4% und entspricht 1,82% des BIP. Das bedeutet Platz 18 in der Rangliste der Vergleichsstaaten, zu denen Daten verfügbar waren (der Durchschnitt beträgt rund 2,2% des BIP). Öffentlich finanzierte Forschung hat in der letzten Dekade effektiv zugenommen, allerdings liegt diese Zunahme immer noch unter dem Durchschnitt. Angesichts der niedrigen Ausgaben ist der Output gut. Bei gleichzeitig verstärktem Wettbewerb aus Ländern wie zum Beispiel China bleibt der Anteil des Königreichs an verliehenen Promotionen und Veröffentlichungen bei ungefähr 9%. Bei der Zahl der weltweit veröffentlichten Zeitschriftenartikel liegt es hinter den USA auf dem zweiten Platz. Ebenfalls an zweiter Stelle hinter den USA liegt das Vereinigte Königreich beim Anteil an den weltweit zitierten Forschungen. Mit 12% hat es einen guten Vorsprung zu den meisten Konkurrenten in der Vergleichsgruppe. Deutschland hat im letzten Jahr leicht zugelegt, während China und einige kleinere Staaten ihren weltweiten Anteil rapide vergrößern konnten. Auch bezüglich der Produktivität (sowohl bei Kapital als auch bei Beschäftigung) zeigt das Vereinigte Königreich gute Leistungen. Vielleicht ist es deswegen umso überraschender, dass seine Kapazität an wissenschaftlichen Beschäftigten deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Nur 0,3% der britischen Gesamtbevölkerung und lediglich 0,6% der Beschäftigten können nach der Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als Forscher eingestuft werden. Hierbei liegt das Land auf Platz 16 innerhalb der Vergleichsgruppe, und daran hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Der Bericht erklärt das schlechte Abschneiden hier mit wirtschaftlichen Umstrukturierungen: "Der Rang des Vereinigten Königreichs in dieser Kategorie steht im Widerspruch zum Abschneiden bei anderen Indikatoren. Ältere 'Forschermodelle' spiegeln nicht unbedingt heutige Beschäftigungs- und Arbeitsmuster wider. Die Definition von Forschern muss eventuell revidiert werden, um den Strukturveränderungen einer wissensbasierten Wirtschaft gerecht zu werden."
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Vereinigtes Königreich