Polnische Forschungsinstitute plädieren für die Einbeziehung des EFR zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Den Präsidenten der zwei renommiertesten polnischen Forschungsinstitute zufolge müsse alles unternommen werden, um die Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler zu verbessern, damit die vom Europäischen Forschungsrat (EFR) angebotenen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können. Der EFR, der seine Arbeit im Februar aufnahm, möchte durch die Austragung von Wettbewerben unter Forschern die Grundlagenforschung fördern. Es werden Finanzhilfen an junge und erfahrenere Forscher vergeben, denen freie Hand bei der Zusammenstellung ihrer Forschungsteams und der Wahl des Ortes, an dem sie das Projekt durchführen wollen, gewährt wird. "Die Fördermittel werden an eine Einzelperson und nicht an eine Institution gezahlt", erläutert Professor Michal Kleiber, Präsident der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Wissenschaftlichen Rats des EFR. Daher sei es laut Professor Kleiber auch durchaus sinnvoll, durch die Bereitstellung der bestmöglichen Arbeitsbedingungen in Polen einen Anreiz für Forscher zu schaffen. Der EFR bietet einem Land wie Polen, das mit mehr als 30 000 Doktoranden bereits über eine ansehnliche Zahl von Nachwuchsforschern verfügt, ausgezeichnete Möglichkeiten. "Wir versuchen, das in den USA seit Jahren eingeführte und erprobte System, das in der Anwerbung der besten Forscher durch die Bereitstellung der besten Arbeitsbedingungen besteht, nachzuahmen", so Professor Kleiber. "Unser Wunsch ist es, dass wenigstens ein Teil der 400 000 europäischen Wissenschaftler, die in den Staaten arbeiten, hierherkommen." Der EFR sollte jedoch nicht als Quelle für Forschungssubventionen im großen Maßstab angesehen werden. Vielmehr müsse die Finanzierung der Forschungsinfrastruktur dem Präsidenten der Foundation for Polish Science, Professor Maciej Zylicz, zufolge die Aufgabe der nationalen Regierungen und Forschungszentren bleiben. "Unsere Stiftung und das Ministerium für Forschung und Hochschulbildung wie auch verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen müssen ihrerseits Anstrengungen unternehmen, damit Nachwuchswissenschaftler ihre Fördergelder in Polen investieren und ihre Forschungslaboratorien hier einrichten", sagte er. "Wir müssen in der Gesellschaft die Erkenntnis verbreiten, dass wir eine einzigartige Chance verspielen, wenn wir nicht aus eigenen Mitteln etwas für die Förderung der Wissenschaft in unserem Land unternehmen und wenn wir die Möglichkeiten des Europäischen Forschungsrats nicht nutzen", mahnte der Professor. Der EFR wird voraussichtlich 200 Zuschüsse auf jährlicher Basis (jeweils für fünf Jahre) vergeben. Professor Kleiber schätzt, dass "Polen vermutlich bis zu 20 Zuschüsse gewährt werden".
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