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Inhalt archiviert am 2024-04-17

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Freisetzung des Forschungs- und Innovationspotenzials von Wallonien

Die südliche, französischsprachige Region Belgiens, Wallonien, hat Zahlen zu ihrer Beteiligung am Sechsten Rahmenprogramm (RP6) veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die Forschungs- und Innovationsakteure der Region in der europäischen Forschungsarena gut abschneiden. V...

Die südliche, französischsprachige Region Belgiens, Wallonien, hat Zahlen zu ihrer Beteiligung am Sechsten Rahmenprogramm (RP6) veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die Forschungs- und Innovationsakteure der Region in der europäischen Forschungsarena gut abschneiden. Von 1 236 Projektvorschlägen mit wallonischer Beteiligung wurden insgesamt 324 Projekte zur Finanzierung unter dem RP6 ausgewählt. Dies entspricht Forschungsfördermitteln in Höhe von 69 Mio. EUR für die Region. Von den ausgewählten Projekten wurden 39 von einer Organisation aus der Region koordiniert, während einige wallonische Akteure an mehr als einem Projekt beteiligt waren. Vorschläge mit wallonischer Beteiligung hatten außerdem eine Erfolgsquote von 25 Prozent, was etwas über dem EU-Durchschnitt liegt. Insgesamt erhöhte sich die wallonische Beteiligung unter dem RP6. Sie entsprach 26 Prozent der belgischen Beteiligung im Vergleich zu rund 18 Prozent in den vorangegangenen Rahmenprogrammen. Laut der Nationalen Kontaktstelle (NKS) Walloniens entspricht die Erfolgsquote der wirtschaftlichen Leistung der Region, die nach vielen Jahren der Stagnation dank des 1 Mrd. EUR umfassenden "Marshall-Plans" der wallonischen Regierung durchstartet. Der Aktionsplan 2005 umfasst Finanzmittel in Höhe von 280 Mio. EUR für die nächsten vier Jahre zur Entwicklung von "Wettbewerbsclustern" in den für Wallonien typischen Wirtschaftssektoren, die sich im Wachstum befinden. Dies sind Pharmazie und Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel, Maschinenbau, Verkehr und Logistik sowie Luft- und Raumfahrt. Jedes Cluster bringt (große und kleine) Unternehmen, Ausbildungszentren sowie öffentliche und private Forschungseinheiten zusammen, die an Projekten mit industrieller Anwendung arbeiten. Von den vierjährigen Finanzmitteln sind insgesamt 120 Mio. EUR für Forschungsprojekte vorgesehen. Diese ergänzen den Jahreshaushalt der Region für F&E, der sich auf 150 Mio. EUR beläuft. "Die durch die Wettbewerbscluster geschaffene aktuelle Dynamik entspricht den Stärken unserer Region im Sechsten Rahmenprogramm", sagte Stéphane Waha, Koordinator der Nationalen Kontaktstelle (NKS) Walloniens, gegenüber CORDIS-Nachrichten. Etwa 70 Prozent aller wallonischen Teilnehmer am RP6 arbeiteten an Projekten in Forschungsbereichen mit, die von den "Wettbewerbsclustern" abgedeckten wurden. Aber das Einbringen des Wissens und der Spitzenleistungen der wallonischen Forschungsgemeinschaft in die europäische Forschungsarena erfolgte nicht von selbst oder über Nacht. Im Jahr 2002 wandte sich der wallonische Wirtschaftsverband an die Regionalregierung und fragte, was getan werden könnte, um die Beteiligung der wallonischen Forschungsakteure, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), an dem Rahmenprogramm zu erhöhen. Im Anschluss an ihre Diskussionen wurde eine Nationale Kontaktstelle eingerichtet, die alle Themenbereiche des RP6 abdeckt und KMU und Forschungszentren besondere Aufmerksamkeit zukommen lässt. Dieses Jahr wurde eine weitere NKS eingerichtet, die speziell für Hochschulen zuständig ist. "Wir waren der Meinung, dass wir wirklich einen engagierten Dienst als NKS benötigen", erklärte Waha. "Daher besuchten wir Unternehmen und unterstützten sie bei der Prüfung ihres Standpunkts gegenüber dem Rahmenprogramm und bei der Suche nach Partnern im In- und Ausland." "Wir diskutierten mit ihnen über ihre Projekte und darüber, was sie im RP6 tun möchten. Wir schauten uns das Programm an, um herauszufinden, wo sie am besten aufgehoben wären", ergänzte er. Im Rahmen ihrer Beratungsfunktion organisiert die NKS auch Informationstage, um potenzielle Teilnehmer bei der Ausarbeitung von Vorschlägen zu unterstützen und sie über die Komplexität in Bezug auf die Verhandlung von Verträgen mit der Europäischen Kommission und das Verstehen von Konsortialverträgen zu informieren. "Unsere Rolle bestand darin, die Leute zum Gespräch miteinander zu bewegen, und zu verstehen, was die Kommission will", so Waha. In vielerlei Hinsicht kann die NKS als der Faktor angesehen werden, der zur Freisetzung des bereits vorhandenen Potenzials der verschiedenen Forschungsakteure und zur Förderung ihrer Beteiligung am RP6 beigetragen hat. 'Es gab Forschungszentren und Unternehmen, die zu mir zurückkamen und sagten: "Da wir wussten, dass Sie da sind, haben wir in dem Wissen weitergemacht, dass Sie uns eventuelle Fragen beantworten und uns bei der Suche nach Kontakten behilflich sein würden.'" Andere Faktoren für die erhöhte Beteiligung der wallonischen Forschungsgemeinschaft sind die in den letzten Jahren von der Regierung eingeführten Anreize. Hierzu gehören Beratung zum Schutz geistiger Eigentumsrechte, finanzielle Unterstützung für Hochschulen, Forschungszentren und KMU zur Abdeckung der Kosten für die Ausarbeitung von Projektvorschlägen sowie ein Zuschuss für KMU zur Abdeckung von 25 Prozent der Projektkosten. "Diese [Anreize] förderten die Beteiligung kleinerer Akteure, weil sie nicht so viel Barmittel für die Durchführung ihrer Projekte mobilisieren mussten", so Waha, der darauf hinwies, dass insgesamt 92 wallonische Unternehmen an RP6-Projekten teilnahmen, fast drei Mal so viel wie am RP5. Die Anreize haben seiner Ansicht nach außerdem zur Beschleunigung der Beteiligung beigetragen. Einige Akteure berichteten ihm, sie hätten das Projekt auch ohne die zusätzlichen Anreize durchgeführt, aber diese hätten ihnen ermöglicht, sich an einem zweiten Projekt zu beteiligen. Waha ist der Meinung, dass das RP6 inzwischen regional bekannt ist. "Es ist üblich, über Rahmenprogrammprojekte zu lesen und zu sprechen", bemerkte er. Neben der Finanzspritze (69 Mio. EUR), die die Region durch die Beteiligung an dem Rahmenprogramm bekommen hat, brachte die Beteiligung dank der teilnehmenden Unternehmen und Forschungszentren außerdem einige indirekte wirtschaftliche Vorteile mit sich. Eine RP6-Erfolgsgeschichte ist die von LASEA, ein Spin-off des Raumfahrtzentrums Lüttich, das an der Entwicklung eines neuen Lasersystems für interne Gravierungen zu Rückverfolgbarkeits- und Fälschungsschutzzwecken und eines Lesegeräts für die Datenmatrix beteiligt war. "Der Markt brauchte wirklich eine neue Lösung, weil die frühere Lasergeneration zu Rissen im Glas führte", erklärte der Koordinator der NKS. Im Rahmen des Projekts mussten verschiedene Arten von Fachwissen und Tätigkeiten schnell genug zusammengeführt werden, um mit den Markterfordernissen Schritt zu halten, was nach Ansicht von Waha außerhalb des Rahmenprogramms nicht möglich gewesen wäre. Waha ist optimistisch, dass die NKS die Dynamik im FP7 aufrechterhalten kann. Seit Juni 2006 verbreitet sie Informationen über das neue Programm und dessen Angebot und empfiehlt potenziellen Teilnehmern, vor den ersten Aufrufen mit der Vorbereitung ihrer Projekte zu beginnen. Die NKS verzeichnet bereits einen Anstieg der Zahl der Organisationen, die zu ihren Projekten beraten werden möchten. "Es handelt sich um eine wirkliche Steigerung gegenüber dem RP6", so Waha. "Nicht nur die erfolgreichen Teilnehmer des RP6 kommen zu uns, sondern es gibt auch einige neue Gesichter, neue Unternehmen und Forschungszentren. Das bedeutet, dass es trotz unserer Anstrengungen noch weiteres ungenutztes Potenzial gibt." Ob diese Projekte, insbesondere angesichts der insgesamt gestiegenen Zahl von erwarteten Vorschlägen, erfolgreich sein werden oder nicht, bleibt abzuwarten. Waha ist jedoch optimistisch, dass sich die Beteiligung Walloniens erhöhen wird, wenn im Laufe der Zeit immer mehr Mittel des RP7 freigesetzt werden.

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Belgien

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