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Potocnik gibt Griechenland Ratschläge, wie es den Abfluss von Wissenschaftler hemmen kann

Griechenland müsse stärker in Forschung, Infrastrukturen und Vergütungssysteme investieren, um sein wertvollstes Gut zu schützen: seine Forscher. Das sagte der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik . Vor dem Parlament sprach der Kommissar über die histor...

Griechenland müsse stärker in Forschung, Infrastrukturen und Vergütungssysteme investieren, um sein wertvollstes Gut zu schützen: seine Forscher. Das sagte der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik . Vor dem Parlament sprach der Kommissar über die historisch weit zurückführende Spitzenstellung des Landes bei der Schaffung von Erkenntnissen und in der Wissenschaft. "Griechenland verfügt über Erfahrung und Fachwissen von Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden. Und das zieht sich bis in die Neuzeit hinein. Beispielsweise war der bereits verstorbene Michael Dertouzos, ehemaliger Direktor des MIT Labors für Computerwissenschaften und exzellenter Innovator, ein Absolvent des Athens College", sagte er. Ein anderer führender Wissenschaftler der Neuzeit ist Fotis Kafatos, der heute an der Spitze des wissenschaftlichen Rats des neuen Europäischen Forschungsrats steht. "Aber wenn wir uns die Laufbahn von Professor Kafatos anschauen, wird deutlich, was in Europa geschieht. Er ist ein brillanter kretischer - und europäischer - Biologe, und wir haben ihn in seinen jungen Jahren an die USA verloren", sagte der Kommissar. Seine Geschichte ist ein weiteres Beispiel für das, was Einige als das "griechische Paradoxon" bezeichnet haben. Dieses bezieht sich auf die vielen herausragenden griechischen Forscher im Ausland, im Gegensatz zu den wenigen, die im Land selbst bleiben. Die griechische Regierung untersucht jetzt, wie Forscher zurück ins Land gelockt werden können, und veranstaltet Foren in den USA und in Europa, um griechische Forscher wieder mit dem Mutterland zu verbinden. "Ich glaube, das ist ein wichtiger Schritt. Talente zum Dableiben zu bewegen und anzuziehen gehört zu den größten Aufgaben für Länder und Unternehmen auf der ganzen Welt", sagte der Kommissar. Zusammen mit drei anderen Mitgliedstaaten hat das Land auch der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Forschervisum in die nationale Gesetzgebung zugestimmt, wodurch es ausländischen Forschern erleichtert wird, im Land zu leben und zu arbeiten. Auch die USA stehen unter dem Druck, ihre Visa-Beschränkungen zu lockern, um die besten ausländischen Talente anzuziehen, und sicherzustellen, dass US-Studenten mit diesen Talenten zusammenarbeiten können. "Mit anderen Worten, die Besten ziehen den Rest mit. Und, genauso wie in den USA werden die Besten wo anderes hingehen, wenn wir sie nicht in Europa halten können", sagte Potocnik. Aber Visa sind nur ein Teil der Lösung. Auch Investitionen werden benötigt. Obwohl sich in Griechenland bereits eine Steigerung der Investitionen in Forschung und Entwicklung bemerkbar macht, ist das Niveau immer noch sehr niedrig: es beträgt lediglich 0,61% des BIP. Der griechische Fortschrittsbericht zum EU-Ziel für die FuE-Ausgaben in Höhe von 3% des BIP bis 2010 gibt für das Land ein realistischeres Ziel von 1,5% vor. Der Kommissar begrüßte die lebhafte Debatte, die in den vergangenen Monaten in Griechenland zu den Investitionsniveaus im Bildungsbereich geführt wurde. Er warnte allerdings auch davor, der Verbesserung der Finanz- und Haushaltslage ein größeres Gewicht zu geben als den Investitionen in Forschung und Ausbildung. "Ich glaube, das ist eine falsche Entscheidung. Man muss sich sicherlich auch um gesunde öffentliche Haushalte kümmern. Aber in der Welt, in der wir heute leben, gibt es keine bessere Investition in die Zukunft der Wirtschaft, keine bessere Möglichkeit zur Unterstützung von Wachstum und der Schaffung von Qualitätsarbeitsplätzen, als eine starke Investition in das Forschungs- und Bildungssystem", argumentierte Potocnik. Der Aufbau koordinierter Forschungsinfrastrukturen ist auch ein Schlüssel, um die besten griechischen und ausländischen Forscher anzuziehen. Der Kommissar dankte der griechischen Regierung für ihre Unterstützung und das Engagement, das sie insbesondere für den vom Europäischen Strategieforum zu Forschungsinfrastrukturen aufgestellten Fahrplan gezeigt hat, und begrüßte das Interesse des Landes, eines dieser Projekte aufzunehmen. Er lobte auch die Bemühungen für den Aufbau nationaler Infrastrukturen. "Aus nationaler Sicht stellt der neue griechische Fahrplan für Forschung, der Ende März vorgestellt wurde, einen wichtigen Fortschritt bei der Koordination der Infrastrukturentwicklung dar", bemerkte er. Ein anderer Weg, Forscher im Land zu halten, ist ein wirksames Vergütungssystem. "Im Gegenzug zu einer Erhöhung ihrer Honorare werden die Forscher durch ihr Wissen dem Land mehr und größere Gewinne bringen", vermutet Potocnik. Und schließlich ist auch ein Mentalitätswechsel in Richtung Wissenschaft und Forschung erforderlich. "Dieses Problem stellt sich nicht nur für Griechenland, sondern für viele Länder Europas. Die EU braucht eine stärkere Innovationsmentalität. Und das bedeutet, wir müssen verstehen, dass wir alle zusammenarbeiten müssen, vom Anfang bis zum Ende der Wissenskette", sagte der Kommissar.

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