G8 will Innovation vorantreiben
Bei ihrem Treffen im Ostseebad Heiligendamm haben die Staats- und Regierungschefs der G8-Länder die Förderung und den Schutz von Innovation versprochen. "Wissenschaft, Forschung und Innovation bilden heute mehr denn je die Grundlage für Wirtschaftswachstum und Wohlstand", heißt es in der Gipfelerklärung. "Wir verpflichten uns, ein internationales wirtschaftliches und politisches Umfeld zu schaffen, mit dem Innovation gefördert und geschützt wird." Das Kapitel der Erklärung, das den Titel "Förderung von Innovation - Schutz von Innovation" trägt, konzentriert sich auf zwei Bereiche: Innovation für nachhaltiges Wachstum und Schutz des geistigen Eigentums. In Bezug auf Ersteres erklären die G8-Teilnehmer: "Da wir bestrebt sind, im wissenschaftlichen und technischen Bereich eine Führungsrolle zu übernehmen, sind wir uns auch unserer Verantwortung für eine langfristig orientierte Forschungsinitiative bewusst, die sich vorrangig auf wissenschaftliche Forschung und bessere technologische Kapazität konzentriert, damit wir auf künftige globale Herausforderungen sehr effizient reagieren können." Die Entwicklungsländer werden explizit aufgefordert, sich an diesem Prozess zu beteiligen, und die Staats- und Regierungschefs fordern eine Intensivierung der Forschungszusammenarbeit zwischen fortgeschrittenen und Entwicklungsländern. Als mögliche Bereiche der Zusammenarbeit werden die nachhaltige Nutzung von Land und Wasser, Energieeffizienz und die Förderung umweltbezogener Innovationen genannt. "Wir werden zusammenarbeiten, um eine effektivere Koordinierung und Kooperation bei den Forschungsanstrengungen auf diesen Gebieten erzielen", heißt es in der Erklärung. Die Gipfelteilnehmer schlagen vor, dass die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) diese Anstrengungen über das Globale Wissenschaftsforum (GSF) koordiniert. In Bezug auf geistige Eigentumsrechte heißt es in der Erklärung: "Der Nutzen der Innovation für das wirtschaftliche Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung wird immer mehr durch Verstöße gegen die Rechte des geistigen Eigentums weltweit bedroht." Die Staats- und Regierungschefs verpflichten sich daher zu verstärkter Zusammenarbeit auf diesem Gebiet und unterstützen eine Reihe bestehender Leitlinien und Empfehlungen zu diesem Thema. Innovation ist eine der vier Prioritäten des sogenannten Heiligendamm-Prozesses, eines hochrangigen strukturierten Dialogs zwischen den G8-Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Russland, UK und den USA) und fünf wichtigen Schwellenländern (Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika). Ziel des Dialogs ist es, gemeinsame Lösungen zu wichtigen Herausforderungen zu finden, die weder die G8-Länder noch die Schwellenländer alleine meistern können. "Ein solcher Dialog wird ein Forum für den positiven Austausch über Themen darstellen, die für das Wachstum erfolgreicher Wissenswirtschaften und die Förderung eines innovationsfreundlichen wirtschaftlichen Umfelds von entscheidender Bedeutung sind, wobei auch die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigt werden." Die Diskussionen sollen die folgenden Themen behandeln: Schutz des geistigen Eigentums, wirksame Marktanreize für Innovation und die Bedeutung effizienter Innovationswertschöpfungsketten, die die Vermarktung patentierter Forschungsergebnisse fördern. Weitere Themen auf der Tagesordnung des Heiligendamm-Prozesses sind: Stärkung der Investitionsfreiheit; die Festlegung gemeinsamer Verantwortlichkeiten für die Entwicklung mit besonderem Augenmerk auf Afrika; die gemeinsame Nutzung von Wissen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Zusammenarbeit im Bereich Technologie mit dem Ziel, zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beizutragen. Die OECD wird eine Plattform für diesen Dialog bieten, der in der zweiten Jahreshälfte 2007 aufgenommen wird. Ein Abschlussbericht über die Ergebnisse des Dialogs wird 2009 auf dem G8-Gipfel in Italien vorgelegt.
Länder
Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Russland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten