Mehr Sicherheit und Umweltfreundlichkeit im Verkehr
Die Reduzierung von Emissionen in allen Bereichen des Lebens erhält in vielen Ländern eine immer höhere Priorität, besonders in den EU-Mitgliedstaaten. Das EU-finanzierte Projekt MERASA ("Multi-core execution of hard real-time applications supporting analysability" - Multicore-Ausführung von Echtzeitanforderungen zur Förderung der Analysierbarkeit) geht dieses Thema direkt an. Die Bemühungen der Wissenschaftler haben allerdings zu einigen überraschenden Ergebnissen geführt. Durch ihre intensive Forschung haben sie entdeckt, dass die Herstellung "sauberer" Autos den zusätzlichen Vorteil hat, dass diese wirtschaftlicher und sicherer werden. Diese Vorteile beschränken sich nicht allein auf die Automobilindustrie sondern sind auch auf die Luftfahrtindustrie anzuwenden. Und gerade diese weitreichenden Anwendungen bringen Unternehmen dazu, Interesse zu zeigen und in Aktion zu treten. Das MERASA-Projekt will Autos und Flugzeuge energieeffizienter, wirtschaftlicher und sicherer machen. Den Forschern zufolge liegt der Schlüssel in den elektronischen Systemen, die in Autos und Flugzeugen bereits vorhanden sind. Das Antiblockiersystem (ABS), mit dem bereits viele Autos ausgestattet sind, ist ein Beispiel eines bereits bestehenden elektronischen Systems, dass sogar noch sicherer gemacht werden könnte, wenn die Leistung der elektronischen Steuerungseinheit (ECU) erhöht wird. Die ECU steuert viele elektronische Untersysteme in einem Auto. Sie kann beispielsweise Treibstoffmenge, Zündzeitpunkt und andere Parameter bestimmen, indem sie den Motor mithilfe von Sensoren überwacht. Daher ermöglichen leistungsfähigere Steuerungseinheiten die Optimierung des Treibstoffverbrauchs von Motoren durch eine verbesserte Regulierung. Der Austausch bestehender Protokolle ist allerdings keine leichte Aufgabe: Es gibt derzeit sehr wenige Prozessoren, die die benötigte Verarbeitungszeit garantieren können, und diese sind extrem teuer. Die an diesem Projekt beteiligten Computerwissenschaftler ließen sich von dieser Herausforderung allerdings nicht abschrecken. Während die Koordination des mit 2,1 Millionen Euro ausgestatteten Projekts in Augsburg, Deutschland, lag, wurden weitere Forschungs- und Industriepartner aus der Tschechischen Republik, aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich herangezogen. Um einen optimalen Transfer- und Anwendungsprozess sicherzustellen, sind Industriepartner - Hersteller von Prozessoren ebenso wie Anwender - von Beginn an in die Entwicklung der angestrebten Hard- und Software-Lösungen mit einbezogen. Der Koordinator des dreijährigen Projekts, Professor Dr. Theo Ungerer (Lehrstuhl für Systemnahe Informatik und Kommunikationssysteme) erklärt die Vorteile der in dem Projekt erreichten Zusammenarbeit: "Diese Integration renommierter Firmen aus verschiedenen europäischen Staaten dokumentiert zugleich auch den Anspruch unseres MERASA-Projekts, in den Schlüsselsparten der Fahrzeug-, Flugzeug- und Maschinenbauindustrie einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit Europas zu leisten." Professor Ungerer fügte außerdem hinzu: "Hand in Hand mit den Hardware-Entwicklern in Augsburg und Barcelona erarbeiten die französischen und englischen Kollegen geeignete Software-Lösungen für die von uns gemeinsam angestrebten neuen Multicore-Prozessoren."