Neues Projekt zur Rationalisierung der Diabetesforschung in Europa
Ziel eines neuen, von der EU finanzierten Projekts namens DIAMAP ist es, einen Fahrplan für die Diabetesforschung in Europa aufzustellen. Die Initiative, die innerhalb des Schwerpunkts "Gesundheit" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) finanziert wird, soll den aktuellen Status der Diabetesforschung in Europa analysieren, um so Stärken und Schwachpunkte identifizieren zu können. Anhand dieser Untersuchung wird anschließend ein Fahrplan für die Diabetesforschung in Europa aufgestellt. Das zweijährige Projekt ist das geistige Produkt von EURADIA, der "Alliance for European Diabetes Research" (Allianz für europäische Diabetesforschung). Der Projektausschuss umfasst führende Diabetesexperten, Diabetespatienten und Industrievertreter. Diese laden Forscher und Mediziner ein, ihre Arbeit in die DIAMAP-Forschungsdatenbank einfließen zu lassen. Die Projektpartner sind zudem bestrebt, auch Menschen, die an Diabetes leiden, und die breite Öffentlichkeit mit einzubeziehen, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse des Projekts den Anforderungen der Diabetespatienten gerecht werden. Der aus diesem Projekt hervorgehende Fahrplan wird sowohl für die Europäische Kommission als auch für Leistungsträger und Forschungsorganisationen von Nutzen sein, die die Stärken der europäischen Diabetesforschung ausbauen und ihre Schwachpunkte ausräumen möchten. Über die EU werden bereits zahlreiche Forschungsprojekte mit dem Schwerpunkt Diabetes finanziert. Diese bewirkten bereits eine Reihe von Durchbrüchen innerhalb unserer Kenntnisse zur Krankheit. So arbeiteten beispielsweise die Wissenschaftler der Projekte EURODIA und EUGENE2 kürzlich gemeinsam an der Ermittlung von sechs Genen, die mit dem Ausbruch von Diabetes Typ II in Zusammenhang stehen. Unterdessen stehen zahlreiche weitere Projekte im Gesundheitsbereich auf verschiedenste Weise mit Diabetes in Verbindung. Gemäß den Zahlen der International Diabetes Federation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO - World Health Organization) leiden weltweit rund 250 Millionen Menschen an Diabetes, und sollte nichts unternommen werden, könnte diese Zahl bis 2025 auf 380 Millionen steigen. An Diabetes sterben jährlich 3,8 Millionen Menschen, und Diabetespatienten sterben zwischen fünf und zehn Jahre früher als Menschen, die nicht an dieser Krankheit leiden. Faktoren, die zu diesem Anstieg beitragen, sind beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Schätzungsweise könnte bis zu 80% der Diabetes Typ II-Krankheitsfälle durch gesunde Ernährung und gesteigerte körperliche Aktivität vorgebeugt werden. An dieser Krankheit leidende Personen sind einem erhöhten Risiko für zahlreiche gesundheitliche Probleme ausgesetzt. So ist die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, für Menschen mit Diabetes Typ II doppelt so hoch wie für Menschen, die nicht an dieser Krankheit leiden. Diabetiker sind zudem einem erhöhten Erblindungsrisiko ausgesetzt, da sich die Krankheit auch negativ auf die im Auge befindlichen Blutgefäße auswirkt. Die sogenannte diabetische Retinopathie ist in den Industrieländern die führende Ursache für den Verlust des Augenlichts unter Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter. Darüber hinaus ist Diabetes auch die Ursache für mehr als eine Million Amputationen pro Jahr, die sich aus einer Schädigung der Nervenbahnen in Händen und Füßen, in Kombination mit einer verminderten Durchblutung der Extremitäten ergeben. Ein weiteres Problem für Diabetiker liegt in Nierenschäden - so sind etwa 10% bis 20% der Todesfälle unter Diabetikern auf Nierenversagen zurückzuführen. Die Behandlung dieser Symptome ist besonders kostenintensiv - die IDF schätzt, dass die Behandlung und Vorbeugung von Diabetes weltweit 232 Milliarden US-Dollar (148 Milliarden Euro) jährlich kostet. Und mit einer wachsenden Zahl von Diabetikern steigen auch die Kosten für deren Behandlung.