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Bessere Fruchtbarkeit dank Kryokonservierung

Die Verfahren der Kryokonservierung kommen einer ganzen Reihe von Disziplinen zugute. Nun heißt es, dass auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch dank dieser aufkommenden Kryokonservierungsverfahren neue Hoffnung schöpfen können. Dies gilt besonders für Frauen, deren Fortpflanz...

Die Verfahren der Kryokonservierung kommen einer ganzen Reihe von Disziplinen zugute. Nun heißt es, dass auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch dank dieser aufkommenden Kryokonservierungsverfahren neue Hoffnung schöpfen können. Dies gilt besonders für Frauen, deren Fortpflanzungsgewebe durch Erkrankungen wie Eierstockkrebs beschädigt wurde. Bei der Kryokonservierung handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Gewebe oder Zellen durch Abkühlung auf Temperaturen unter Null (bisweilen bis auf -196°C) konserviert werden. Bei diesem Vorgang werden sämtliche biochemischen Reaktionen, die das Absterben von Zellen verursachen würden, in wirksamer Weise zum Stillstand gebracht. Die Europäische Wissenschaftsstiftung (EWS) hat kürzlich einen Workshop veranstaltet, der sich mit der Kryokonservierung von Eierstockgewebe befasste. Forscher sind der Ansicht, dass diese neuen Verfahren zur Kryokonservierung nicht nur bei Menschen angewendet werden können, sondern auch bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Der Hauptvorteil liegt darin, dass die Möglichkeit geschaffen wird, Banken mit Beständen an Eierstockgewebe und Nutztieren zu führen. Im Hinblick auf die Tiere werden auf diese Weise Forschungsbemühungen unterstützt, mit denen das Aussterben gefährdeter Tierarten abgewendet werden soll. Auf dem Workshop sprachen Experten darüber, wie verwandte Forschungsgebiete mit Bezug zur Konservierung menschlichen und tierischen Eierstockgewebes zusammengelegt werden, um sich gegenseitig zu unterstützen. Bisher haben sich Forscher getrennt mit diesen zwei Bereichen befasst. Nicht nur, dass die Gebiete der menschlichen und tierischen Kryokonservierung viel voneinander lernen können, so der Workshop-Leiter von der EWS, dank der wachsenden Zusammenarbeit würden auch schneller Ergebnisse erzielt. "Versuche, die bei Frauen nicht durchgeführt werden können, sind bei Tierarten hingegen gut möglich", erklärt Dr. Claus Yding Andersen vom Universitätskrankenhaus Kopenhagen, Dänemark. "Viele Fortschritte am Menschen sind nur dank Tierversuchen ermöglicht worden." Dr. Andersen hob jedoch hervor, dass die erfolgreichsten Transplantationen aus der Konservierung aufgetauten Eierstockgewebes beim Menschen zu verzeichnen waren. Infolgedessen konnten "dort die meisten Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt werden." Die Teilnehmer des Workshops wollten herausfinden, wie sich dieses Wissen am besten auf die tierische Kryokonservierung übertragen lässt, insbesondere für den Schutz gefährdeter Arten. "Die umfangreichen Erfahrungen bei Frauen - wir können schließlich eine gewisse Anzahl von Kindern vorweisen, die dank der Transplantation gefrorenen bzw. aufgetauten Eierstockgewebes geboren wurden - können bei gefährdeten Tierarten angewendet werden. Hauptsächlich ist es von großem Nutzen zu wissen, wo implantiert werden muss und wie eine Schwangerschaft erreicht werden kann", so Dr. Andersen weiter. Ebenso bedeutend ist, dass mit den neuen Verfahren die Eierstöcke von Nutztieren in Gewebebanken konserviert und die entsprechenden Tiere auf diese Weise reproduziert werden können. Bis zum heutigen Tage haben sich 25 Frauen einer Transplantation von Eierstockgewebe unterzogen; fünf von ihnen haben gesunde Babys zur Welt gebracht (zwei in Belgien, zwei in Dänemark und eine in Israel). Aktuelle Zahlen belegen außerdem, dass sich 1.000 Frauen weltweit dazu entschlossen haben, ihr Gewebe zur Erhaltung ihrer Fruchtbarkeit kryokonservieren zu lassen. Die Forscher sind der Ansicht, dass sich immer mehr Frauen für eine Kryokonservierung ihrer Eierstöcke entscheiden werden, wenn die Technik in den kommenden Jahren noch weitere Fortschritte gemacht haben wird. Der Großteil der Frauen, die sich diesem Verfahren unterzogen haben, hatten zuvor ihre Fruchtbarkeit im Zuge von Krebsbehandlungen verloren. "In den kommenden Jahren werden wir sicherlich noch einiges davon zu sehen bekommen, unter anderem auch die Entwicklung von Verfahren, die einen anderen Ansatz zur Erhaltung der Fruchtbarkeit verfolgen", erklärt Dr. Andersen, Forscher am Universitätskrankenhaus Kopenhagen, Dänemark. Bei der Kryokonservierung findet im Allgemeinen ein langsames Einfrieren statt, um die Verluste, die durch die in den Follikeln gebildeten Eiskristalle entstehen, so gering wie möglich zu halten. Neue Entwicklungen auf diesem Forschungsgebiet zeigen jedoch, dass bei einer Vitrifikation bessere Ergebnisse erzielt werden können. Bei der Vitrifikation würde das Eierstockgewebe in eine glasähnliche Form verwandelt und nicht von Eiskristallen beschädigt.