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Inhalt archiviert am 2023-03-06

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Hoch entwickelte Computerchirurgie für Gesundheit im Kommen

Es wurden zwei neue, technisch ausgereifte Verfahren zur Überwachung von minimal-invasiver Chirurgie und zum Erkennen von Erkrankungen entwickelt, mit denen Diagnosetechniken und Chirurgie revolutioniert werden könnten. Ein Verfahren nutzt modernste Informatik, um Chirurgen da...

Es wurden zwei neue, technisch ausgereifte Verfahren zur Überwachung von minimal-invasiver Chirurgie und zum Erkennen von Erkrankungen entwickelt, mit denen Diagnosetechniken und Chirurgie revolutioniert werden könnten. Ein Verfahren nutzt modernste Informatik, um Chirurgen dabei zu unterstützen, die genaue Lokalisation einer erkrankten Zelle zu bestimmen. Das andere Verfahren verwendet eine computerüberwachte Kapsel, die durch den Körper reisen kann und nach Anzeichen für Krankheiten sucht. 10 Jahre wissenschaftlicher Zusammenarbeit ergaben die Entwicklung einer neuen Form von auf Informationstechnologie aufbauender Chirurgie, durch die das Körperinnere eines Patienten während einer Operation auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden kann. Bei der Chirurgie wird Technologie verwendet, die Röntgenstrahlen und Ultraschall in dreidimensionale (3D) Karten umwandelt, die auf einem Bildschirm angezeigt und von den Chirurgen zur Navigation innerhalb des Körpers bei minimal-invasiver Chirurgie genutzt werden können. Durch die Technik können Chirurgen minimal-invasive Chirurgie öfter anstelle von konventioneller Chirurgie nutzen, da sie die Patienten wesentlich weniger belastet und die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzt. Mit der neuen Technologie werden Operationen auch viel sicherer, da die Chirurgen damit genau sehen können, wo genau sich ein Tumor in Bezug auf Blutgefäße und Nerven befindet. "Wenn ein Chirurg lebenswichtige Organe und Blutgefäße besser sieht, kann er minimal-invasive Chirurgie mit besonders hoher Sicherheit durchführen und öfter als bisher einsetzen, um Tumore in Organen zu entfernen, die sonst über minimal-invasive Eingriffe nicht einfach erreichbar wären wie bspw. Nieren, Nebennieren oder Bauchspeicheldrüse," erklärte Dr. Thomas Langø, ein leitender Wissenschaftler am norwegischen Forschungsinstitut SINTEF, der größten unabhängigen Forschungsorganisation Skandinaviens. Dr. Langø arbeitete mit dem leitenden Amtsarzt Ronald Marvik vom Krankenhaus Sankt Olav im norwegischen Trondheim zusammen. SINTEF arbeitet zur Zeit auch gemeinsam mit 17 anderen europäischen Partnern an der Entwicklung einer weiteren revolutionären medizinischen Technik: einer Kapsel, die heruntergeschluckt wird und sich dann durch das Verdauungssystem bewegt, um dabei Krankheiten und erkrankte Zellen zu erkennen. Solche Kapseln gibt es zwar schon, aber die von SINTEF entwickelte Version stellt eine Verbesserung dar, weil sie von einem Computersystem überwacht und gesteuert wird, durch das die Kapsel anhalten oder zurückgehen kann, wenn etwas im Körper genauer angesehen werden muss. Die Kapsel wird Sensoren haben, deren Grundlage Ultraschall, Spektroskopie und möglicherweise Biosensoren sind. Sie wird auch Gewebeproben entnehmen können. Bei ihrer Navigation durch das Verdauungssystem wird die Kapsel in der Lage sein, frühe Warnanzeichen für schwere Erkrankungen wie Kolorektalkrebs zu erkennen und so möglicherweise viel mehr Leben retten, als mit existierenden Diagnoseverfahren möglich ist. Dr. Langø berichtet über das mit Vector bezeichnete Kapselprojekt: "Wir arbeiten gerade am Navigationssystem, mit dem es möglich sein wird, genau zu wissen, wo sich die Kapsel zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verdauungssystem befindet und sie zum Durchführen verschiedener Vorgänge zu steuern. Die größte Schwierigkeit liegt darin, alles was wir in der Kapsel benötigen unterzubringen, ohne dass sie zu groß zum Herunterschlucken wird. Wenn alles planmäßig verläuft, werden wir die intelligente Pille in etwa vier Jahren für den Einsatz in der Praxis bereit haben."

Länder

Norwegen

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