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Ein weiterer Meilenstein für das größte Unterfangen der Meereswissenschaften

Als die größte Zusammenarbeit in der Geschichte der Meeresbiologie haben Forschungen im Rahmen der Initiative Census of Marine Life, die zum Teil von der EU finanziert wurde, zur Entdeckung von mindestens 1.200 neuen Arten geführt und mehr als 2.600 Publikationen hervorgebrach...

Als die größte Zusammenarbeit in der Geschichte der Meeresbiologie haben Forschungen im Rahmen der Initiative Census of Marine Life, die zum Teil von der EU finanziert wurde, zur Entdeckung von mindestens 1.200 neuen Arten geführt und mehr als 2.600 Publikationen hervorgebracht. Die neueste in einer langen Liste von Errungenschaften ist eine Bestandsaufnahme der Lebensformen nach Verbreitung und Vielfalt in 25 Schlüsselgebieten der Ozeane, die als Teil einer Reihe von Artikeln in dem Magazin PLoS (Public Library of Science) ONE veröffentlicht wurde. Unterstützung erhielt die Arbeit aus zwei Projekten, die unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) der EU finanziert wurden: ECOFUN ("Analysis of biodiversity changes on structural and functional properties of marine ecosystems under cumulative human stressors") erhielt mehr als 212.000 EUR aus dem spezifischen Programm "Menschen", während HERMIONE ("Hotspot ecosystem research and man's impact on European seas") mit 8 Mio. EUR aus dem Themenbereich "Umwelt" gefördert wurde. Zwischen 2000 und 2010 beteiligten sich mehr als 2.700 Wissenschaftler aus über 80 Ländern an 538 Meeresexpeditionen im Rahmen von Census of Marine Life. Die Bestandsaufnahme bietet eine bemerkenswerte Kombination von Forschungsergebnissen aus den letzten 10 Jahren, aber auch von Informationen, die bereits seit Jahrhunderten bekannt sind. Es ist eine historische Zählung von Arten aus 25 biologisch repräsentativen Schlüsselregionen auf der Erde, die dazu beitragen wird, einen Ausgangswert für die Messung zukünftiger Veränderungen zu erarbeiten. Dr. Patricia Miloslavich, leitende Wissenschaftlerin von Census of Marine Life und Leiterin der regionalen Studien, sagte: "Um diesen Ausgangswert zu erhalten, wurden mit Census of Marine Life neue Gebiete und Ökosysteme erkundet, wobei man neue Arten entdeckte und bekannte Arten an neuen Orten fand." Insgesamt leben in diesen 25 Gebieten zwischen 2.600 und 33.000 Arten. Krustentiere sind am stärksten vertreten und machen rund ein Fünftel aller Spezies aus; die Kategorie "andere Wirbeltiere" unter anderem mit Walen, Seelöwen, Robben und Schildkröten bringt es auf nur zwei Prozent. Aber die Wissenschaftler von Census of Marine Life glauben, dass auf jede bekannte Spezies vier neue Arten kommen, die noch darauf warten, entdeckt zu werden. Obwohl die Wissenschaftler fast 2 Millionen Arten entdeckt haben und große Wissensfortschritte gemacht worden sind, so heißt es in einem Artikel, "könnte dieses Wissen die Aufmerksamkeit von den schätzungsweise vier Fünfteln aller Spezies der Erde ablenken, die der Wissenschaft noch verborgen sind und von denen viele unsere Ozeane bewohnen". Der leitende Autor der Zusammenfassung zu der Erhebung, Dr. Mark Costello, erklärte, dass es zwei Gründe für die Dringlichkeit der Zählung gab. Der erste sei unsere beeinträchtigte Fähigkeit, neue Spezies zu entdecken und zu beschreiben, weil das Fachwissen in der Klassifizierungslehre nachlasse. Den zweite bilden die größeren Rückgänge der Zahl mariner Lebensformen als Folge menschlicher Aktivitäten. In der Tat wurde durch die Studien von Census of Marine Life festgestellt, dass menschliche Aktivitäten wie Überfischung und Verschmutzung zu den größten Bedrohungen des Lebens in den Meeren gehören. Hinzu kommen neue Bedrohungen für die Meeresbewohner durch eine steigende Wassertemperatur und die Versauerung des Meerwassers. Dr. Miloslavich fügte hinzu, dass man sich der Dringlichkeit für die Erweiterung unseres Wissens zur unbekannten Artenvielfalt, "bevor ein Großteil davon verloren geht, ohne entdeckt worden zu sein", bewusst sei. "Die 'Volkszählung' hat enorm dazu beigetragen, dieses Chaos zu ordnen. Diese zuvor verstreuten Informationen wurden jetzt alle überprüft, analysiert und in einer Sammlung von Artikeln in einer Open Access-Zeitschrift präsentiert", schloss Dr. Miloslavich. Die 25 Meeresregionen der Zählung umfassen Alaska (USA), die Antarktis, den europäischen Atlantik, Australien, die Ostsee, den brasilianische Schelf, das arktische Kanada, Ostkanada, Westkanada, die Karibik, China, den Golf von Mexiko, Hawaii, den Humboldtstrom, Japan, das Mittelmeer, Neuseeland, den patagonischen Schelf, den tropischen Westatlantik vor Südamerika, Südafrika, Südkorea, den tropischen Ostpazifik, die US-Küste vor Kalifornien und den Nordosten sowie den Südosten der USA. Die bahnbrechende Artikelsammlung für PLoS ONE wurde von 13 Gremien und über 360 Wissenschaftlern zusammengestellt. Die Artikel kann jeder einsehen, der sich dafür interessiert.

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