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Smartphones der Zukunft noch schlauer

Mobiltelefone der nächsten Generation werden über größere Anwendungsmöglichkeiten als je zuvor verfügen - und das auf sichere und effiziente Weise. Ein EU-finanziertes Team realisierte nun eine Softwareplattform, die die Nutzung von Multicore-Technologie auf mobilen eingebette...

Mobiltelefone der nächsten Generation werden über größere Anwendungsmöglichkeiten als je zuvor verfügen - und das auf sichere und effiziente Weise. Ein EU-finanziertes Team realisierte nun eine Softwareplattform, die die Nutzung von Multicore-Technologie auf mobilen eingebetteten Geräten durch Virtualisierungstechniken ermöglicht. Die vom EMUCO-Konsortium ("Embedded multi-core processing for mobile communication systems") entwickelte duale Multicore- und Virtualisierungslösung ermöglicht sowohl eine höhere Rechenleistung als auch einen geringeren Stromverbrauch; dazu kommen verbesserte Sicherheit und Flexibilität. Das Projekt wurde innerhalb des Themenbereichs "Informations- und Kommunikationstechnologien" (IKT) des Siebten EU-Rahmenprogramms (RP7) mit Mitteln in Höhe von fast 3 Mio. EUR gefördert. Das EMUCO-Projekt begann als eine Idee, die vor einigen Jahren von europäischen Wissenschaftlern und Industriepartnern im Bereich mobiler Geräte mit eingebetteter Technik entwickelt wurde. Ihr erklärtes Ziel bestand darin, Prinzipien, Eignung und kommerzielle Realisierbarkeit von Multicore-Technologie und Virtualisierung als eine Chance zu erforschen, den Bedarf an hoher Rechenleistung und Flexibilität mit einem geringen Stromverbrauch in Einklang zu bringen. Das von der Ruhr-Universität Bochum in Deutschland koordinierte zweijährige Projekt hat nun durch eine auf einem kleinen Betriebssystemkern basierende Softwareplattform genau das erreicht. Der Kern wird von verschiedenen Betriebssystemkomponenten ergänzt und ermöglicht verschiedene Nutzungsszenarien. Multicore-Technologie arbeitet mit Prozessoren, die zwei oder mehr zugeschaltete Prozessorchips haben. Die Technologie, die bereits seit mehreren Jahren in PCs zum Einsatz kommt, erlaubt durch parallele Abarbeitung mehrerer Schritte eine bessere Leistung bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch. Die Virtualisierung isoliert die Software von der zugrundeliegenden Hardware, so dass kein direkter Zugriff auf diese und keine Kontrolle der Hardware über die Software möglich sind. So erreicht man, dass Nutzer Anwendungen herunterladen und persönliche Informationen speichern können und das System gleichzeitig vor Viren und Angriffen von außen geschützt ist. Projektkoordinator Dr. Attila Bilgic von der Ruhr-Universität Bochum dazu: "Die Smartphone-Benutzer von heute möchten Anwendungen herunterladen und ihre Geräte nach ihren Wünschen und Vorstellungen einrichten." Die unter EMUCO entwickelte Plattform gewährleistet aufgrund der höheren Rechenleistung, die auf die Multicore-Technologie zurückgeht, ein breiteres Anwendungsspektrum für Mobiltelefone und größere Flexibilität als Resultat der Virtualisierung. Betriebssystemarchitekt Adam Lackorzynski von der Technischen Universität Dresden, Deutschland, erläutert, dass das System den Einsatz der aktuellsten eingebetteten Multicore-Architekturen erlaube, wobei es eine effiziente Programmierung und Verarbeitung einer großen Zahl an Anwendungen ermögliche. Dazu gehörten "sowohl spezialisierte Anwendungen wie Protokollimplementierung als auch ganze virtualisierte Commodity-Betriebssysteme." "Es ist anzunehmen, dass die sich gerade entwickelnde Multicore- und Virtualisierungstechnik die Wahrnehmung von Mobilgeräten revolutionieren wird und außerdem neue Geschäftsmodelle für den Telekommunikationsmarkt eröffnet", merkt Dr. Maria Elizabeth Gonzalez von der Ruhr-Universität Bochum abschließend an. Neben der Ruhr-Universität Bochum ergänzten Infineon (Deutschland), die Technische Universität Dresden (Deutschland), die "Politehnica" Universität Timisoara (Rumänien), IBM Rational (Schweden), Architecture for the Digital World (Vereinigtes Königreich) und die Universität York (Vereinigtes Königreich) das EMUCO-Konsortium.