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Alkohol verursacht Krebs in Europa

In Europa ist Alkoholkonsum für etwa einen von zehn Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen verantwortlich, heißt es in einer neuen EU-finanzierten Forschungsarbeit, die jetzt im British Medical Journal veröffentlicht wurde. Die Studie basiert auf Dat...

In Europa ist Alkoholkonsum für etwa einen von zehn Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen verantwortlich, heißt es in einer neuen EU-finanzierten Forschungsarbeit, die jetzt im British Medical Journal veröffentlicht wurde. Die Studie basiert auf Daten aus Dänemark, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden sowie Großbritannien und stellt fest, dass der weitaus größte Teil der alkoholbedingten Krebsfälle (40%-98%) dabei bei Menschen auftritt, die mehr als die empfohlene Menge von zwei Gläsern bei Männern und einem Glas bei Frauen konsumieren. "Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert", sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. "Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde." 6,5% der Todesfälle in Europa sind auf chronische Krankheiten zurückzuführen, die von Alkoholkonsum verursacht werden. Dem Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) zufolge sind es üblicherweise Krebserkrankungen an Mund, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre sowie Leberkrebs, die im Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen, im Jahr 2007 wurden auch Brustkrebs bei Frauen und Darmkrebs zu dieser Liste hinzugefügt. Die Daten für die Forschung stammten aus Schätzungen der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) und aus Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den durchschnittlichen Alkoholkonsum. In der EPIC-Studie wurde zwischen 1992 und 2000 das Auftreten von Krebs bei 363.988 Männern und Frauen analysiert, die bei Beginn der Studie zwischen 35 und 70 Jahre alt waren. Deren Alkoholkonsum wurde mithilfe eines detaillierten Fragebogens zu Ernährungs- und Lebensweise und zu den vergangenen und gegenwärtigen Trinkgewohnheiten (Menge, Häufigkeit und Art des Getränks) ermittelt. Es kam heraus, dass der Alkoholkonsum im Jahr 2008 bei Männern für rund 57.600 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms und der Leber verantwortlich war, allerdings bezogen nur auf Dänemark, Deutschland, Griechenland, Spanien, Italien und Großbritannien. Dabei waren ungefähr 33.000 dieser Fälle auf einen Konsum von mehr als zwei alkoholischen Getränken pro Tag zurückzuführen. In allen acht untersuchten Ländern bedingte der Alkoholkonsum bei Frauen insgesamt etwa 21.500 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms, der Leber und der Brust. Hiervon waren über 80% (17.400) auf den Konsum von mehr als einem Glas Bier, Wein oder Spirituosen pro Tag zurückzuführen. Diese Studie bringt die Forschungen zum Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs voran, indem sie Daten über die Zahl der Krebserkrankungen in Verbindung mit Alkoholkonsum insgesamt und den Anteil der Fälle aufgrund von Alkoholkonsum über den empfohlenen Grenzwerten analysiert. Bis heute war es nur Spekulation, dass ein geringerer Alkoholkonsum, also höchstens zwei Gläser pro Tag bei Männern und ein tägliches Glas bei Frauen, Ergebnisse hinsichtlich der Verringerung von Krebsfällen bringen würde. Die quantitativen Analysen in dieser Studie, sowohl relativ (Anteil der auf Alkohol zurückzuführenden Fälle) als auch absolut (Gesamtzahl der Krebsfälle) zur Belastung durch Alkoholkonsum über den empfohlenen Grenzen, zeigen, dass dieser Zusammenhang besteht. Die Studie setzte zusätzlich neue Maßstäbe, indem sie auch den vergangenen Alkoholkonsum berücksichtigte. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, den Alkoholkonsums in Europa zu senken. Den Autoren zufolge werden sie Auswirkungen auf die künftige europäische Gesundheitspolitik haben.Weitere Informationen unter: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE): http://www.dife.de/index.php

Länder

Deutschland, Dänemark, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Niederlande, Vereinigtes Königreich

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