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Inhalt archiviert am 2023-03-16

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Biobauern profitieren von innovativen Pellets

Forscher aus Deutschland und Ungarn haben neuartige Pellets entwickelt, die Schädlinge abwehren können, ohne dabei die Umwelt zu schädigen, und gleichzeitig die Pflanzen düngen. Die Pellets bestehen aus Cyanobakterien und Gärresten von Biogasanlagen. Die Biolandwirtschaft könn...

Forscher aus Deutschland und Ungarn haben neuartige Pellets entwickelt, die Schädlinge abwehren können, ohne dabei die Umwelt zu schädigen, und gleichzeitig die Pflanzen düngen. Die Pellets bestehen aus Cyanobakterien und Gärresten von Biogasanlagen. Die Biolandwirtschaft könnte von dieser innovativen Entwicklung profitieren, da Biobauern oftmals ganze Ernten verlieren, wenn Schädlinge wie Kohlfliegen ihre Eier in frisch eingepflanztes Gemüse legen. Der Kauf und der Verzehr von Biogemüse steigen beständig und die meisten Menschen geben an, sie kaufen und essen lieber Produkte, die weder mit Pestiziden behandelt wurden, noch mit Chemikalien belastet sind. Biobauern müssen die schwierige Aufgabe lösen, ihre Pflanzen anders vor Schädlingen zu schützen - was schwierig bis unmöglich ist. Wenn beispielsweise die Kohlfliege ihre Eier im Frühjahr oder Herbst in frisch gepflanztes Gemüse legt, kann dies den Verlust der kompletten Ernte bedeuten. In einem Versuch, die Saat zu schützen, pflanzen die Bauern das Gemüse erst ein, wenn die Flugzeit der Kohlfliege vorbei ist. Für diese Landwirte gibt es nun gute Nachrichten. Dank der Wissenschaftler vom Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Zusammenarbeit mit Forschern von der Westungarischen Universität in Mosonmagyar¢v r und im Auftrag mehrerer Biolandwirtschaftsverbände werden sich diese innovativen Pellets nützlich für alle erweisen. "Die Pellets bestehen überwiegend aus Gärresten, die bei der Biogaserzeugung anfallen, enthalten aber auch 0,1% Cyanobakterien", erklärt Dr. Ulrike Schmid-Staiger vom Fraunhofer Institut. Cyanobakterien werden durch die Bodenflora abgebaut und setzten dabei einen Geruchsstoff frei, der die Kohlfliegen vertreibt, nachdem die Pellets um die frisch eingepflanzten Gemüsepflanzen verteilt wurden. Die Gärresten sind reich an Nährstoffen und wirken zusätzlich als Dünger für die Pflanzen. Das Team verwendete einen Flachplatten-Airlift-Reaktor, der ursprünglich für den Anbau von Cyanobakterien bildenden Mikroalgen entwickelt wurde. Für die Züchtung der Bakterien brauchten sie nur Licht, Kohlendioxid (CO2) und Mineralien. Die Aufgabe war keine einfache, insbesondere weil die Bakterien sorgfältig gemischt und an die Oberfläche gebracht werden mussten. Sowohl Luft als auch Kohlendioxid mussten in den Reaktor gebracht werden. Hierbei sei angemerkt, dass die Cyanobakterien sehr empfindlich sind. Ihre Struktur gleicht einer langen Perlenkette, die zerstört werden kann, wenn zu viel Druck darauf ausgeübt wird. Die Forscher mussten die Luftzufuhr regulieren, damit die Masse sorgfältig durchgemischt werden konnte, ohne dabei die Bakterien zu beschädigen. Später verwendeten sie hocherhitzten Dampf zur Trocknung der Cyanobakterien, die dann mit den Gärresten vermengt und zu Pellets gepresst wurden. Die düngenden Gärreste erhielten die Wissenschaftler von öko-zertifizierten Bauernhöfen, bei denen Flüssigdünger zu Biogas zerlegt wird. In nur zwei Wochen produzierten diese 300 Liter Biogas pro Kilogramm organischer Trockenmasse. Die Überreste, die nicht weiter gegoren werden können, werden getrocknet. Die Pellets wurden in Feldstudien in Spanien und Ungarn getestet. Dabei zeigte sich, dass die Kohlfliegen den damit behandelten Kohl und Kohlrabi nicht mehr anrührten.Mehr Informationen sind abrufbar unter: Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB): http://www.igb.fraunhofer.de/en.html(öffnet in neuem Fenster) Westungarische Universität: http://www.uniwest.hu/index.php/2362/?&L=4(öffnet in neuem Fenster)

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