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Billigere Gipsherstellung möglich

Forschern aus Spanien und dem Vereinigten Königreich ist es gelungen, die Stadien der Gipskristallbildung zu identifizieren - ein Rätsel, über das sich viele jahrelang den Kopf zerbrochen haben. Gips ist ein natürlich vorkommendes Material und findet in der Regel in industriel...

Forschern aus Spanien und dem Vereinigten Königreich ist es gelungen, die Stadien der Gipskristallbildung zu identifizieren - ein Rätsel, über das sich viele jahrelang den Kopf zerbrochen haben. Gips ist ein natürlich vorkommendes Material und findet in der Regel in industriellen Verfahren Verwendung. Über mehrere Tausend Jahre kann sich der Gips zu großen, über 10 Meter hohen und durchsichtigen Kristallen entwickeln. Die Studie wurde teilweise durch das Projekt MIN-GRO ("Mineral nucleation and growth kinetics: generating a general, fundamental model by integrating atomic, macro- and field-scale investigations") finanziert, das ein Marie-Curie-Stipendium für Ausbildungsnetze im Bereich der Forschung in Höhe von 3 Mio. EUR unter dem Sechsten Rahmenprogramm der EU (RP6) erhielt. Die Ergebnisse kamen in der Fachzeitschrift Science zur Veröffentlichung. In ihrer Studie entdeckten die Forscher von der School of Earth and Environment der Universität Leeds im Vereinigten Königreich sowie vom Laboratorio de Estudios Cristalogr ficos CSIC-Universität Granada in Spanien, dass Gips in Form von kleinen Kristallen des Bassanit-Minerals beginnt. Gips wird im Bauwesen, in der Medizin, im Brandschutz und sogar in der Kunst verwendet. Gegenwärtig werden jährlich 100 Mio. Tonnen Bassanit produziert. Der Gipsbruch wird bei 150 Grad Celsius dehydriert. Bassanit in Pulverform wird von Bauunternehmen, Fachmedizinern und Künstlern gekauft, die Wasser hinzufügen und so eine formbare Masse herstellen, die beim Trocknen aushärtet. Die Forscher stellten Bassanit bei Raumtemperatur her, und dieses wurde zu Gips. "Nie zuvor ist dieser Vorgang dokumentiert worden", so Professor Liane G. Benning von der Universität Leeds. "In der Natur wächst Gips zu diesen fantastischen großen Kristallen heran, doch im Labor konnten wir nachweisen, dass Gips eigentlich durch die Ansammlung vieler, winziger Bassanit-Kristalle entsteht. Diese verbinden sich wie Perlen an einer Kette miteinander, bevor sie zu Gips kristallisieren. Wir haben Hunderte hochauflösender Bilder studiert und die winzigen Bassanit-Kristalle bei ihrer Vereinigung zu Gips beobachtet." Der leitende Autor Alexander van Driessche vom Laboratorio de Estudios Cristalogr ficos in Grenada über die Studienergebnisse: "Unsere Studie zeigt einen neuen, kostengünstigen und bei niedrigeren Temperaturen durchführbaren Weg zur Bassanit-Herstellung, auch wenn wir das Material bisher nur bis zu einer Stunde lang stabil halten konnten." Nach Ansicht der Forscher können die Ergebnisse dazu beitragen, Verstopfungen von Rohren und Filtern zu vermeiden, die durch die Präzipitation des Gips' während der Wasserentsalzung oder der Ölproduktion entstehen. Dies würde enorme durch die Entfernung des Gips' aus den Rohren entstehende Kosten sparen. Insbesondere Länder, die Probleme bei Sicherung von Trinkwasser haben, könnten von dieser Entwicklung profitieren, denn die Kosten für die Entfernung von Gips aus einem Rohr können sehr hoch sein. "Die Studie belegt die wirtschaftlichen Folgen eines natürlichen Mineral-bildender Prozesses für unser alltägliches Leben haben kann", erklärt Professor Juan Manuel Garcia Ruiz vom Laboratorio de Estudios Cristalogr ficos. "Sie zeigt uns auch, dass die Natur so wunderschöne und riesengroße Kristalle bilden kann, wie sie in der Mine von Naica zu sehen sind, oder auch Gips und Bassanit, wie kürzlich auf dem Mars entdeckt." Zusammenfassend erklärt Professor Benning: "Wenn wir es schaffen mit sauberen, umweltfreundlichen Methoden und über einen längeren Zeitraum Bassanit-Kristalle bei Raumtemperatur zu produzieren und zu stabilisieren, lernen wir nicht nur etwas über einen natürlichen Vorgang. Unsere Forschung könnte im Vergleich zum aktuellen Industriestandard auch zu erheblichen Kosten- und Energieeinsparungen bei der Gipsproduktion führen."Weitere Informationen finden Sie unter: Universität Leeds: http://www.leeds.ac.uk/(öffnet in neuem Fenster) Laboratorio de Estudios Cristalogr ficos: http://www.lec.csic.es/(öffnet in neuem Fenster)

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