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Inhalt archiviert am 2023-03-16

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Heiße Tage in Europa vorhersagen

"Morgenrot - Schlechtwetter droht; Abendrot - Gutwetterbot." Dies ist eine der bekanntesten Bauernregeln Europas, mit der das Wetter für den nächsten Tag vorausgesagt wurde. Dank der fortschreitenden modernen Technologie von Radar bis Satellitenbildern jedoch können wir heute ...

"Morgenrot - Schlechtwetter droht; Abendrot - Gutwetterbot." Dies ist eine der bekanntesten Bauernregeln Europas, mit der das Wetter für den nächsten Tag vorausgesagt wurde. Dank der fortschreitenden modernen Technologie von Radar bis Satellitenbildern jedoch können wir heute das Wetter über den folgenden Tag hinaus vorhersagen. Europäische Wissenschaftler sind nun noch einen Schritt weitergegangen und sagen das Wetter nicht nur ein paar Tage oder Wochen voraus, sondern für eine gesamte Jahreszeit. Wenn wir wissen, wie Wetter in einer gesamten Jahreszeit wird, können sich Landwirtschaft, Gesundheitswesen und andere Branchen besser auf widrige Wetterbedingungen vorbereiten. Die Ergebnisse kamen in der Fachzeitschrift Nature Climate Change zur Veröffentlichung. Die Jahreszeitenvorhersage ist die nächste Hürde, mit der sich Meteorologen konfrontiert sehen; aufgrund der Strömungsinstabilität und Nichtlinearität, hauptsächlich in den mittleren Breitengraden, stellen sie nach wie vor eine erhebliche Herausforderung dar. In dieser neusten Studie untersuchten die Forscher, ob die Niederschlagsmenge in einer Jahreszeit Rückschlüsse auf die Häufigkeit heißer Tage im darauf folgenden Sommer zulässt sowie die physikalischen Ursachen einer solchen Vorhersagbarkeit. Unter der Leitung des Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement (LSCE) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) beobachteten die Wissenschaftler in Frankreich und der Schweiz, dass es nach einem regnerischen Winter und Frühling in Südeuropa im Sommer in Europa nicht heiß wird. Darüber hinaus stellten sie fest, dass trockene Jahreszeiten entweder zu heißen oder zu kalten Sommern führen. Dies bedeutet, dass die Vorhersagbarkeit der Sommerhitze asymmetrisch verläuft und Klimaprojektionen auf eine Trockenheit in Südeuropa hinweisen. Daraus lässt sich folgern, dass aufgrund der existierenden Asymmetrie bei einer modifizierten Jahreszeitenvorhersagbarkeit aus den Niederschlägen im Winter und im Frühling gute Chancen für die Entwicklung mehrerer sommerlicher Hitzewellen bestehen. In den letzten zehn Jahren gab es in Europa mehrere außergewöhnliche Sommerhitzewellen mit erheblichen Folgen für die Gesellschaft. 2003 war der heißeste Sommer seit 1540, was zu einer ausgedehnten Gesundheitskrise und Ernteausfällen führte. Zur Verblüffung der Meteorologen wurde dieser Hitzerekord nur kurze Zeit später im Jahre 2010 eingestellt. Die über sieben Tage gemessene durchschnittliche Höchsttemperatur überstieg den entsprechenden Durchschnitt aus den Jahren 1871-2010 um 13,3 Grand Celsius. Nach Ansicht der Forscher können solche extremen Sommer als Prototypen für die Sommer des zukünftigen wärmeren Klimas betrachtet werden. Leider können wir Ereignisse nur unzureichend um einen oder mehrere Monate voraussagen und uns damit auch nicht vorbereiten. Die Wissenschaftler analysierten die Niederschlags- und Temperaturaufzeichnungen von 200 meteorologischen Stationen in ganz Europa über einen Zeitraum von über 60 Jahren. Daraus schlossen sie einige Verallgemeinerungen für die Region Südost-Europa, unter anderem, dass auf einen verregnete Winter und Frühling ein Sommer mit heißen Sommertagen folgt, während geringe oder normale Niederschlagsmengen entweder zu sehr vielen, oder zu sehr wenigen heißen Tagen führen. Nach trockenen Monaten wird eine starke Solarenergie, die mit antikyklonalen Bedingungen assoziiert wird, durch Wärmeströme in die Atmosphäre transferiert, wodurch Trockenheit und Hitze gefördert werden. Nach verregneten Monaten hingegen wird die Solarenergie hauptsächlich für Evapotranspiration verwendet, was die Entwicklung von Hitze einschränkt. Selbst nach einem sehr trockenen Winter und Frühling können heftige Niederschläge im Frühsommer die Chance auf hohe Temperaturen zunichtemachen, was im Sommer 2011 der Fall gewesen sein dürfte, der auf einen außergewöhnlich trockenen Frühling folgte.Weitere Informationen sind abrufbar unter: Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement (LSCE): http://www.lsce.ipsl.fr/(öffnet in neuem Fenster) Nature Climate Change: http://www.nature.com/nclimate/index.html(öffnet in neuem Fenster)

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