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Onkologie und Palliativpflege benötigen bessere Integration

Die Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) hat 16 neue Onkologiezentren als "Designiertes Zentrum für integrierte Onkologie und Palliativmedizin" (Designated Centre of Integrated Oncology and Palliative Care) akkrediti...

Die Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) hat 16 neue Onkologiezentren als "Designiertes Zentrum für integrierte Onkologie und Palliativmedizin" (Designated Centre of Integrated Oncology and Palliative Care) akkreditiert. Diese Zentren erhielten die Akkreditierung auf dem vom 28. September bis 2. Oktober in Wien, Österreich, stattfindenden ESMO-Kongress 2012. Auf dem Kongress wurden auch zwei italienische Studien hervorgehoben, die zeigen, wie Palliativmedizin in Italien in der Praxis funktioniert. Die erste Studie untersucht die Verwendung von Analgetika; während sich die zweite mit verschiedenen Modellen für die Organisation der Integration der Palliativmedizin in die Onkologie beschäftigt. Die ESMO engagiert sich für Spezialgebiet der medizinischen Onkologie und fördert ein disziplinübergreifendes Konzept bei der Behandlung und Pflege von Krebspatienten. Seit ihrer Gründung 1975 als gemeinnützige Organisation bestand die Mission der ESMO darin, die Versorgung und Behandlung von Krebspatienten zu verbessern. Die auf dem diesjährigen Kongress ausgezeichneten 16 neuen Onkologiezentren dürfen jetzt die Bezeichnung "ESMO Designated Centre of Integrated Oncology and Palliative Care" führen und können Kollegen auf dem Gebiet der Palliativmedizin, die mit ESMO-Finanzhilfen unterstützt werden, aufnehmen. "Die diesjährigen Preisträger - 13 aus Europa, einer aus Ägypten, einer aus Singapur und einer aus Indien - belegen die internationale Reichweite der Arbeit der ESMO. Es zeigt, wie die ESMO der Menschheit helfen will, nicht nur europäischen Onkologiepatienten", sagt Raphael Catane, einer der Gründungsmitglieder der ESMO Palliative Care Working Group. Für die Auszeichnung, die von Mitgliedern der ESMO Palliative Care Working Group anonym vergeben wird, werden die Zentren hinsichtlich 13 strenger Kriterien beurteilt. Jede Onkologieabteilung bzw. jedes Krebszentrum kann sich bewerben, wobei die ESMO darauf hinweist, dass die Größe keine Rolle spielt, sondern hauptsächlich die Qualität und der Umfang der Integration der Dienste. Die Kriterien haben sich weiter entwickelt und werden jetzt als "Roadmap" für den Aufbau palliativmedizinischer Dienste betrachtet. Nicht erfolgreiche Antragsteller können ihre Programme weiter ausbauen und sich nochmals bewerben. "Besonders wertvoll ist unser Feedback, das als Hilfsmittel dient und den Zentren zeigt, wie sie sich verbessern können", sagt Dr. Catane vom Institut für Onkologie am Sheba Medical Center, Israel. "Neben den Bemühungen, das Leben der Onkologiepatienten zu verlängern, war die ESMO der Meinung, dass wir auch eine gute Lebensqualität sicherstellen müssen. Wir haben große Anstrengungen unternommen, um die Mentalität von Ärzten und Patienten dahingehend zu ändern, dass die Behandlung von Symptomen nicht unbedingt die lebensverlängernden Bemühungen beeinträchtigen. Wir wollten die Palliativversorgung sofort ab der Diagnose in die Praxis der medizinischen Onkologie integrieren", sagt Dr. Catane. Für erfolgreiche Antragsteller gibt es jedoch keinen Platz für Selbstzufriedenheit, da die Auszeichnung alle drei Jahre wieder erneuert werden muss. Von den gegenwärtig 127 akkreditierten Zentren (einschließlich der 16 neuen) wurden 50 einmal (27 in diesem Jahr) und 21 zwei Mal (8 in diesem Jahr) erneut akkreditiert. "Da sich Personal, Politik und finanzielle Aspekte ständig ändern, wollen wir sicherstellen, dass die Integration der Palliativmedizin weitergeführt wird", sagt Dr. Catane. Dr. Matti Aapro, Mitglied der ESMO Supportive and Palliative Care Faculty, fügte hinzu: "Das Programm ist sehr 'benutzerfreundlich' ausgelegt und ermöglicht es vielen Zentren, ihre Leistungen zu verbessern und gleichzeitig als 'designiertes Zentrum' anerkannt zu sein." In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die Auszeichnung zur Profilierung der Palliativmedizin in onkologischen Abteilungen in der ganzen Welt beigetragen hat. "Die Initiative der ESMO ist sicherlich auf reges Interesse gestoßen, was sich an der immer länger werdenden Liste der Zentren erkennen lässt, die sich an das Programm halten. Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Entwicklung wirklich disziplinübergreifender Krebszentren zu fördern, die in allen Aspekten der Krebsbehandlung auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen", sagt Dr. Aapro, von der Clinique de Genolier, Schweiz. "Obwohl eine noch stärkere Verbreitung der ESMO-Politik hinsichtlich der Palliativmedizin notwendig ist, hat die Arbeit der ESMO Palliative Care Working Group doch zweifellos bereits das Leben von Tausenden Krebspatienten in Europa und darüber hinaus verbessert", bemerkt Dr. Catane. Zwei auf dem ESMO-Kongress 2012 präsentierte italienische Abstracts zeigen, welchen Wert italienische Onkologen auf die Überwachung der palliativen Versorgung legen, um die den Patienten angebotenen Leistungen weiter zu verbessern. In Italien hat die Palliativmedizin eine lange Tradition, wie sich an den 26 Zentren erkennen lässt, die jetzt als "ESMO Designated Centre of Integrated Oncology and Palliative Care" akkreditiert sind. Die erste Studie konzentrierte sich auf die unzureichende Nutzung adjuvanter Analgetika und bewertete die Schmerztherapie in acht italienischen Onkologiezentren. Außerdem hebt die Studie auch die Bedeutung einer intensiven Nachsorge bei den Patienten hervor. "Wir hatten uns vorgenommen, einen Überblick über den Umgang mit krebsbedingten Schmerzen in Italien zu erstellen, um zu sehen, wie wir aufgestellt sind", sagt Dr. Sandro Barni, der leitende Forscher vom Krankenhaus in Treviglio, Italien. "Unsere Daten legen nahe, dass nicht genügend Krebspatienten Adjuvans erhalten. Wir haben den Eindruck, dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die Therapien nicht von Onkologen verordnet werden. Sowohl Ärzte als auch Patienten sollten besser über die Vorteile dieser Medikamente informiert sein", sagt Dr. Barni. Adjuvante Analgetika (zu denen auch Antidepressiva, Kortikoide und Bisphosphonate gehören) werden als Medikamente definiert, die nicht primär bei Schmerzen indiziert sind und bei einigen Krankheiten schmerzlindernde Eigenschaften haben können. Die Studie zeige, dass Ärzte bei Nachsorgeterminen häufig die Schmerztherapie ändern und anpassen, fügt er hinzu. "Die Anpassungen zeigen, dass Patienten sehr sorgfältig begleitet werden müssen. Mediziner sollten Krebspatienten dazu bringen, bei jedem Termin ihre Schmerzen auf einer visuellen Skala zu bewerten, und die Behandlung dann dementsprechend anpassen", schließt Dr. Barni. In einem zweiten Abstract bewerten Dr. Vittorina Zagonel und ihre Kollegen von der Arbeitsgruppe "Kontinuität bei der Versorgung in der Onkologie" der italienischen Vereinigung für medizinische Onkologie (AIOM) die Integrationsmodelle für Onkologie und Palliativmedizin in den 20 italienischen von der ESMO designierten Zentren, die zum Zeitpunkt akkreditiert waren. "Wir wollten ein Bild der verschiedenen Arten der Integrationsmodelle zeichnen, die in von der ESMO designierten Zentren angewendet werden. Wir hoffen, damit die italienischen Onkologieabteilungen zu inspirieren, die bisher jetzt noch nicht für eine Antragstellung benannt wurden", sagt Dr. Vittorio Franciosi, einer der Forscher der Universitätsklinik in Parma und Leiter der Arbeitsgruppe. Ihre Ergebnisse zeigen, dass das integrierte Pflegemodell in 75 % der Zentren eingesetzt wurde. Bei diesem Modell konzentriert sich der Onkologe auf Krebsbehandlung und ein unterstützendes Pflegeteam kümmert sich um den Großteil der physischen und psychosozialen Probleme.Weitere Informationen finden Sie am: Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie http://www.esmo.org Italienische Vereinigung für medizinische Onkologie http://www.aiom.it/

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Österreich