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Akupunktur gegen trockenen Mund: Studie

Patienten mit Krebs im Kopf- und Nackenbereich erhalten eine Strahlentherapie, die allerdings ihre Speicheldrüsen schädigt, was Xerostomie, Mundtrockenheit, verursacht. Neue Forschungsergebnisse aus dem Vereinigten Königreich zeigen, dass diese unangenehmen Symptome durch Akup...

Patienten mit Krebs im Kopf- und Nackenbereich erhalten eine Strahlentherapie, die allerdings ihre Speicheldrüsen schädigt, was Xerostomie, Mundtrockenheit, verursacht. Neue Forschungsergebnisse aus dem Vereinigten Königreich zeigen, dass diese unangenehmen Symptome durch Akupunktur gelindert werden können. Diese Erkenntnis wurde in der Zeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht. Weltweit werden jedes Jahr rund 500.000 Menschen mit Kopf- und Hals-Krebs diagnostiziert. Forscher sagen, bis zu 41% der Patienten klagen auch noch 5 Jahre nach der Behandlung über Mundtrockenheit. Trockener Mund beeinträchtigt nicht nur des Patienten Lebensqualität sondern auch seinen Geschmacksinn, das Sprechen und Schlafen. Während eine Reihe von Mitteln, wie Zahnpasten und Mundspülungen, kurzfristig eine gewisse Erleichterung schaffen, verschreiben Ärzte auch das Medikament Pilocarpin, das allerdings auch unangenehme Nebenwirkungen hat. Für diese Studie untersuchten Ärzte 145 Personen an 7 Krebs-Zentren im Vereinigten Königreich, die einen durch Bestrahlung trockenen Mund hatten, und versuchsweise Akupunktur oder zum Vergleich eine Aufklärung über Mundpflege erhielten. Die Probanden erhielten entweder eine 20-minütige Akupunktursitzung pro Woche, 8 Wochen lang, bzw. 2 einstündige Informationsveranstaltungen zur Mundpflege im Abstand von einem 1 Monat. Die Patienten erhielten die andere Behandlung vier Wochen nach dem Ende der ersten Behandlung. Die Forscher verwendeten Schirmerstreifen oder Papierstreifen, um anhand des Speichelflusses die Symptome von Xerostomie zu messen. Die Probanden füllten einen Fragebogen aus, der den Forschern Informationen darüber gab, wie sich der Mund des Patienten anfühlte. Die Fragen bezogen sich auf Veränderungen einzelner Symptome, einschließlich klebriger Speichel, trockene Lippen, die Notwendigkeit, einen Schluck Wasser zu trinken, ob der Patient in der Nacht aufwacht, um Wasser zu trinken. Obwohl die Forscher keine wesentlichen Veränderungen in der Produktion von Speichel feststellten, berichteten die Personen, die acht Wochen lang Akupunktur erhielten, doppelt so häufig über eine geringere Mundtrockenheit im Vergleich mit Patienten, die Informationen zur Mundpflege erhalten hatten. "Die Zeit wirkt sich erheblich auf die wichtigsten Symptome aus, wobei Patienten, die Akupunktur erhielten, eine schnelle Reaktion hatten, die über mehrere Wochen aufrechterhalten wurde", sagte Co-Autor Dr. Richard Simcock, beratender klinischer Onkologe am Krebszentrum von Sussex. "Es gab keinen klaren Zusammenhang zwischen Patienten, die einen sehr trockenen Mund angaben und der Speichelmessung auf den Schirmerstreifen. Per Definition produzieren Patienten mit chronischer Xerostomie wenig oder keinen Speichel, sodass objektive Messungen wirklich schwierig sind. Viele Studien haben sich auf objektive Messungen der Speichelproduktion konzentriert, doch die Menge an produziertem Speichel beeinflusst nicht notwendigerweise das Gefühl der Mundtrockenheit. Xerostomie ist daher ein völlig subjektives Symptom - es ist das, was der Patient empfindet, unabhängig von Speichelmessung." Die Studienteilnehmer sagten, der Placebo-Effekt habe die das Gefühl der Xerostomie wahrscheinlich nicht verbessert. "Die schweren Folgen der Xerostomie fürs Essen, Sprechen und Schlafen, die durch Akupunktur gemildert wurden, zeigen, dass, wenn dies vollständig ein Placebo-Effekt wäre, es ein sehr gut funktionierendes Placebo ist", sagte Dr. Valerie Jenkins, stellvertretende Leiterin von SHORE-C (Sussex Health Outcomes Research & Education in Cancer) der Medizinischen Fakultät von Brighton & Sussex der Universität Sussex. Das Team plant, die Akupunktur-Technik zu verfeinern.Weitere Informationen sind abrufbar unter: University of Sussex: http://www.sussex.ac.uk/ Annals of Oncology: http://annonc.oxfordjournals.org/