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Nobelpreisträger appellieren bereits vor EU-Gipfel

Zweiundvierzig Nobelpreisträger und 5 Träger der Fields-Medaillen haben in einem offenen Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs sowie die Präsidenten der EU-Institutionen appelliert, das EU-Budget für Forschung und Innovation zu sichern. Sie glauben, dass die Zukunft Euro...

Zweiundvierzig Nobelpreisträger und 5 Träger der Fields-Medaillen haben in einem offenen Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs sowie die Präsidenten der EU-Institutionen appelliert, das EU-Budget für Forschung und Innovation zu sichern. Sie glauben, dass die Zukunft Europas auf dem Spiel steht, sollten Forschungsmittel gekürzt werden - da Europa aufgrund der durch die EU finanzierten Forschung an der Spitze so vieler Branchen steht, die ihrerseits Millionen von Arbeitsplätzen bieten. Ihr Brief wurde von einer Online-Petition begleitet, die von Zehntausenden Menschen bereits unterzeichnet wurde. In dem Brief wird festgestellt, dass "Europa in vielen Bereichen an der Spitze der Wissenschaft steht. Dieses Wissen in innovative neue Produkte, Dienstleistungen und Branchen zu übertragen, ist der einzige Weg, wie Europa einen Wettbewerbsvorteil in der heutigen sich rasch ändernden globalen Landschaft erlangen kann und Europas langfristiger Wohlstand in der Zukunft zu sichern ist." Der Brief kommt Wochen vor einem EU-Sondergipfel, auf dem Budgetkürzungen auf der Tagesordnung stehen werden. Dieses Treffen, das am 22. November in Brüssel stattfinden wird, wurde in den Zeitplan gequetscht, um die EU-Budgets 2014-2020 zu diskutieren. Aus Nachrichtenquellen wurde berichtet, dass das siebenjährige Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020", für welches 90 Milliarden EUR geplant sind, mit Budgetkürzungen konfrontiert sein könnte. Die Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC), Professor Helga Nowotny, gab ebenfalls eine Erklärung ab, in der sie die Bedeutung von "Horizon 2020" betonte: "Diese starke Botschaft an die Staats- und Regierungschefs Europas bestätigt die Bedeutung der Strategie des wissenschaftlichen Rates des ERC, die besten Forscher zu finden, finanziell zu unterstützen und zu befähigen. Daher ist es wichtig, dass das künftige EU-Forschungsprogramm "Horizon 2020" - und insbesondere der Europäische Forschungsrat - gestärkt werden, um weitere wissenschaftliche und technologische Durchbrüche zu erreichen, was zu mehr Innovation in der Zukunft führen wird. Wir rufen die politischen Entscheidungsträger dazu auf, auf die einmütige Stimme der europäischen Forscher zu hören, sowohl der bedeutendsten als auch der Nachwuchsforscher, und auf das, was sie zu sagen haben, um die aktuelle wirtschaftliche Krise zu bewältigen. " Es sollte beachtet werden, dass zwei der Initiatoren des offenen Briefes, Nobelpreisträger Sir Tim Hunt und Professorin Christiane Nüsslein-Volhard, Mitglieder des Wissenschaftlichen Rats des ERC sind. Der ERC bzw. das Programm "Ideen" ist Teil des Siebten Forschungsrahmenprogramms der EU (RP7) und verfügt über ein Gesamtbudget von 7,5 Milliarden EUR für den Zeitraum 2007 bis 2013. Seit seiner Gründung hat der ERC über 3.000 Top-Forscher und ihre wegweisenden Projekte finanziert und eine Nische für sich in Finanzierungskreisen geschaffen, da er "Bottom-up"-Forschung fördert, die sich einem breiteren Feld von Möglichkeiten öffnet. Der Brief wurde in über 33 Zeitungen in ganz Europa veröffentlicht, darunter die britische Financial Times, die spanische El Pais und die rumänische Zeitung Jurnalul National. Bereits am ersten Tag wurden über 40.000 Unterschriften gesammelt, und zum Zeitpunkt dieses Artikels kamen weitere 21.000 Unterschriften innerhalb von 24 Stunden hinzu. Der offene Brief warnt vor einem möglichen Braindrain, sollte das Budget gekürzt werden, was hieße, dass die Innovatoren und Forscher der Zukunft - genau die Leute, die Europa aus der aktuellen Krise führen könnten - gezwungen wären, Europa zu verlassen und Angebote im Ausland annehmen würden und Spitzenforscher, die derzeit von Europa angezogen würden, kämen nicht mehr. Weiterhin heißt es dort: "Wissen kennt keine Grenzen. Der weltweite Markt für herausragende Talente ist hart umkämpft. Europa kann es sich nicht leisten, seine besten Forscher und Lehrende zu verlieren, und würde durch ausländische Talente, die nach Europa kämen, nur gewinnen. Die Reduzierung der zur Verfügung stehenden Mittel für exzellente Forschung würde zu einer geringeren Anzahl an ausgebildeten Forschern führen. Im Falle einer starken Verringerung des EU-Budgets für Forschung und Innovation riskieren wir, eine ganze Generation von talentierten Wissenschaftlern zu einem Zeitpunkt zu verlieren, an dem Europa sie am meisten braucht." Der Brief endet mit einer pointierten Bemerkung, in der Europas Staats- und Regierungschefs aufgefordert werden, über kurzfristige Budgetkürzungen hinaus und über die Zukunft der Wissenschaft in Europa nachzudenken: "... wenn der Deal für das künftige Budget Europas angekündigt wird, welche Rolle werden Forschung und Wissenschaft in der Zukunft Europas spielen?"Weitere Informationen sind abrufbar unter: Onlinepetition und Schreiben an die Staats- und Regierungschefs: http://www.no-cuts-on-research.eu/index.php?file=list.php Europäischer Forschungsrat: http://erc.europa.eu/

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