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Inhalt archiviert am 2023-03-16

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Studie findet Zusammenhang zwischen Grippeviren und Diabetes

Forscher in Italien haben entdeckt, dass das Grippe-Virus zur Entstehung von Diabetes beitragen könnte. Diese Erkenntnis könnte den Wissenschaftlern helfen, eine Möglichkeit zur Verhinderung einiger Formen dieser Erkrankung zu entdecken. Die Studie wurde zum Teil durch das Pro...

Forscher in Italien haben entdeckt, dass das Grippe-Virus zur Entstehung von Diabetes beitragen könnte. Diese Erkenntnis könnte den Wissenschaftlern helfen, eine Möglichkeit zur Verhinderung einiger Formen dieser Erkrankung zu entdecken. Die Studie wurde zum Teil durch das Projekt FLUTRAIN ("Training and technology transfer of avian influenza diagnostics and disease management skills") mit 1,8 Mio. EUR unter dem Thema Politikorientierte Forschung des Sechsten Rahmenprogramms der EU (RP6) finanziert. Diabetes entsteht, wenn Zellen keinen Zucker mehr aus dem Blut aufnehmen. Dieses Phänomen wird ausgelöst, wenn die Zellen nicht mehr auf das Hormon Insulin reagieren, was wiederum zu Typ-2-Diabetes führt. Studien haben einen Zusammenhang zwischen Ernährung, Lebensstil und Typ-2-Diabetes identifiziert. Andere Studien fanden auch heraus, dass Typ-1-Diabetes ausgelöst wird, wenn das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Personen mit Typ-1-Diabetes haben eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung. Seit fast 40 Jahren vermuten Wissenschaftler, dass Viren für Diabetes verantwortlich sein könnten. Typ-1-Diabetes, z. B., setzt in der Regel unmittelbar nach einer Infektion ein. Allerdings waren die Belege bis jetzt unzureichend, um dies zu bestätigen. In der Fachzeitschrift New Scientist wird berichtet, dass ein Team von Wissenschaftlern um Ilaria Capua vom italienischen Büro der Weltorganisation für Tiergesundheit das Grippe-Virus in Truthähnen untersucht hat, weil bei diesen Vögeln eine Grippe oft mit einer entzündeten Bauchspeicheldrüse einhergeht. Unabhängig davon, ob die Truthähne Stämme des Virus besitzen, die sich normalerweise nicht außerhalb der Lunge ausbreiten, entdeckten die Forscher, dass bei vielen Puten der Pankreas schwer geschädigt war und sie Diabetes entwickelten. Die Forscher infizierten anschließend menschliches Pankreasgewebe mit zwei verbreiteten Grippevirenarten und beide 'wuchsen im Gewebe sehr gut', so Dr. Capua. Den Forschern zufolge wurden entzündliche Stoffe durch die Anwesenheit von Influenza in den Langerhans-Zellen erzeugt. Diese Stoffe spielen eine wichtige Rolle bei den Autoimmunreaktionen, die zu Typ-1-Diabetes führen. Der New Scientist berichtet, dass einige Forscher glauben, Immunzellen zeigten den zerstörerischen T-Zellen Teile des infizierten Gewebes, um ihnen bei der Erkennung des Virus zu helfen. Allerdings lernen die T-Zellen dabei auch die insulinproduzierenden Zellen zu erkennen und zu zerstören. In Bezug auf Grippeviren in der Bauchspeicheldrüse, sagte Dr. Capua, die Bauchspeicheldrüse biete dem Virus eine replikationsfreundliche Umgebung. Die italienischen Forscher untersuchen nun die Auswirkungen der Grippe an Mausmodellen von Typ-1-Diabetes und sondieren nach Grippeinfektionen bei Patienten, bei denen die Krankheit jüngst diagnostiziert wurde. "Das Tolle daran ist, dass selbst wenn Grippe nur ein paar Prozent der Typ-1-Diabetes-Fälle verursacht", sagte Dr. Capua, "wir impfen können und Grippe bei den Menschen verhindern, die eine genetische Prädisposition besitzen, und das kann dann tatsächlich Wirkung zeigen."Weitere Informationen sind abrufbar unter: Weltorganisation für Tiergesundheit: http://www.oie.int/ New Scientist: http://www.newscientist.com/

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Italien