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Komplementärmedizin in ganz Europa beliebt

Umfragen in mehreren europäischen Ländern haben ergeben, dass ein hoher Bedarf an komplementärer und alternativer Medizin (KAM) besteht, da eine wachsende Zahl von Bürgern nach Heilung für Erkrankungen suchen, die ihrer Ansicht nach mit einer konventionellen Therapie nicht beh...

Umfragen in mehreren europäischen Ländern haben ergeben, dass ein hoher Bedarf an komplementärer und alternativer Medizin (KAM) besteht, da eine wachsende Zahl von Bürgern nach Heilung für Erkrankungen suchen, die ihrer Ansicht nach mit einer konventionellen Therapie nicht behandelt werden können. Mehr als die Hälfte der Befragten sagte, dass sie auf alternative Medizin zurückgreifen. Die Europäische Kommission schätzt, dass die Verbraucher für KAM jetzt bereits rund 100 Millionen EUR ausgeben. Es gibt derzeit mehr als 150.000 registrierte Ärzte mit einer zusätzlichen KAM-Zertifizierung. Aber wenn es um Erfahrungsberichte zu KAM geht, so wurde festgestellt, dass in Ländern wie Irland, Israel, Norwegen, der Türkei und dem Vereinigten Königreich die Bürger eher ihr soziales Netzwerk von Freunden und Familie um Rat fragen, anstatt die Profis. Der Austausch von Informationen über soziale Netzwerke wird als ein wichtiges Element bei der Anwendung komplementärer und alternativer Medizin angesehen, vor allem anhand persönlicher Erfahrung, die die erstmalige und wiederholte Anwendung alternativer Medizin zu beeinflussen scheint. Das ist das Ergebnis einer der Studien, die in neun europäischen Ländern durchgeführt wurden. Der Trend der Einstellung zu KAM, die durch persönliche Erfahrung geprägt ist, wurde auch in biomedizinischen Berufen und bei Studierenden dieser Berufe beobachtet. In Europa gibt es mehr als 180.000 registrierte und zertifizierte nicht-medizinische KAM-Praktiker. Dies entspricht 65 KAM-Anbietern pro 100.000 Einwohner, im Gegensatz zu den EU-Zahlen von 95 Allgemeinärzten pro 100.000 Einwohner. Allerdings unterscheiden sich Regulierung von und Ausbildung in KAM in jedem der neun untersuchten europäischen Länder. Anlässlich der Abschlusskonferenz des europäischen Forschungsnetzwerks für komplementäre und alternative Medizin (CAMbrella) sagte Professor Vinjar Fonnebo, Direktor des Norwegischen Instituts für KAM- Forschung an der Universität Tromsø: "Die aktuelle EU-Verordnung und das Ausbildungschaos zur Bereitstellung von KAM, macht es Angehörigen der Gesundheitsberufe unmöglich, ihren Patienten und Kunden Sicherheit zu geben." Seine Kommentare folgen einer drei-Jahres-Studie, die zeigt, dass KAM ein vernachlässigter Forschungs- und Wissensbereich ist, und dass er sich in den einzelnen Ländern unterscheidet. Insbesondere zeigte sich, dass Europa hinsichtlich seines Umgangs mit KAM Nordamerika, Asien und Australien hinterherhinkt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für eine zentrale und koordinierte Anstrengung, das Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Darüber hinaus betonten die Forscher auf der Konferenz, dass ein koordinierter europäischer Ansatz benötigt werde und legten einen Fahrplan für europäische KAM-Forschung vor. Professor Jarle Aaarbakke, Rektor der Universität Tromsø glaubt, Forschung sei der Schlüssel: "KAM gehört zwar nicht zu der Medizin, die wir an europäischen Universitäten lehren und lernen, aber sie wird dennoch von einer großen Anzahl von Patienten und Anbietern in ganz Europa angewendet, so [ist es besser, dass] wir mehr über sie erfahren." Professor Benno Brinkhaus, der die Veranstaltung leitete, kommt zu folgendem Schluss: "Wenn KAM als Teil der Lösung für die Herausforderungen im Gesundheitswesen eingesetzt werden soll, vor denen wir 2020 stehen werden, dann ist es wichtig, dass uns zuverlässige Informationen über die Kosten, Sicherheit und Wirksamkeit unter realen Bedingungen vorliegen. Die Vision von CAMbrella ist eine Datengrundlage, mit der die europäischen Bürger und Politiker fundierte Entscheidungen über KAM treffen können."Weitere Informationen finden Sie unter: CAMBRELLA http://www.cambrella.eu/home.php Alliance for Natural Health http://anh-europe.org/campaigns-background