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Wegweisende russisch-europäische Studie soll neue Erkenntnisse über Herzleiden bringen

Krankheiten des Herzens sind eine der weltweit größten Herausforderungen für Gesundheitswesen, Gesellschaft und Wirtschaft. Häufig werden sie mit anderen Erkrankungen wie z. B. Diabetes und Übergewicht in Verbindung gebracht. Forscher versuchen jetzt zu ermitteln, wie sich die...

Krankheiten des Herzens sind eine der weltweit größten Herausforderungen für Gesundheitswesen, Gesellschaft und Wirtschaft. Häufig werden sie mit anderen Erkrankungen wie z. B. Diabetes und Übergewicht in Verbindung gebracht. Forscher versuchen jetzt zu ermitteln, wie sich diese Erkrankungen gegenseitig beeinflussen, um noch einfacher Personen mit hohem Risiko identifizieren und die Behandlung verbessern zu können. Wegweisende Forschungsarbeiten zu diesen Wechselwirkungen, u. a. auch umfassende klinische Versuche, werden von dem durch die EU finanzierten Projekt SICA-HF ("Studies Investigating Co-morbidities Aggravating Heart Failure") durchgeführt. Außerdem wird das Projekt, an dem 12 russische und europäische Organisationen teilnehmen, von der Russischen Föderation unterstützt. Die Forscher wollen wichtige Erkenntnisse über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Herzinsuffizienz, Diabetes, Übergewicht und Muskelschwund gewinnen. Die Arbeiten werden Krankheitsmanagement und Behandlungserfolge für Patienten verbessern. Ferner werden einige der vielen noch unbekannten Faktoren für die Ursachen und bei der Behandlung chronischer Herzinsuffizienz untersuchen. Gegenwärtig gibt es beispielsweise keine genauen Statistiken, mit denen sich die wissenschaftlichen Schätzungen untermauern lassen, dass 15 bis 25 Prozent der Diabetespatienten über 55 Jahre gar nicht wissen, dass sie ein Problem mit dem Herzen haben. Außerdem gibt es keine klaren Warnzeichen dafür, dass jemand ein höheres Risiko hat - was eine große gesundheitliche Gefahr darstellt, da bei einem Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz die Gefahr zu sterben von 5 auf 35 % pro Jahr ansteigt, wenn seine Blutzuckerwerte einen bestimmten Grenzwert überschreiten. Chronische Herzinsuffizienz, bei der das Herz nicht ausreichend pumpen kann, um den vom Körper benötigten Blutfluss aufrechtzuerhalten, ist eine unheilbare Krankheit, auch wenn besonders bei frühzeitiger Diagnose durch effizientes Krankheitsmanagement ihr Fortschreiten verlangsamt und die Symptome gelindert werden können. Auch werden durch eine frühzeitige Diagnose die Behandlungskosten deutlich gesenkt. Auf die Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz entfallen in einigen EU-Ländern Schätzungen zufolge etwa zwei Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Das SICA-HF-Team führt 13 klinische und vorklinische Versuche in Europa und Russland durch, um die Zusammenhänge zwischen chronischer Herzinsuffizienz und den drei Erkrankungen auf klinischer, vaskulärer, zellulärer und molekularer Ebene zu untersuchen. An den Versuchen nehmen mehr als 1600 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, über 300 Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne chronische Herzinsuffizienz und mehr als 150 gesunde Probanden als Kontrollgruppe teil. Das Team nutzt standardisierte Protokolle, die sich auf die Körperzusammensetzung, die Insulinresistenz, die Bewegungsfähigkeit, kardiopulmonäre Reflexmuster und den peripheren Blutfluss bei Probanden konzentrieren, die bei der Bestandsaufnahme, nach vier bis sechs Monaten und nach 16 bis 18 Monaten untersucht werden. Von da an erfolgt die Untersuchung jährlich. Wichtig ist, dass die Blut- und Gewebeproben der klinisch evaluierten Patienten an Partnerforschungslabore eingeschickt werden, damit diese dieselben Patienten untersuchen können. Derartige Wechselwirkungen treten in großangelegten Studien sehr selten auf und ermöglichen es den Forschern, die Informationen gleich bei ihrer Erhebung besser zu berücksichtigen. Die Informationen werden Ärzten einen umfassenderen Hintergrund zu chronischer Herzinsuffizienz, die aus dem Leben der Studienteilnehmer erfasst werden, und zu ihren Wechselwirkungen mit den drei wichtigen und häufig in Verbindung gesetzten Erkrankungen liefern, als da sind: Diabetes mellitus vom Typ 2, Übergewicht und Kachexie, eine Form des Muskelschwundes. Die Forscher gehen davon aus, dass ihre Forschungsarbeiten zu chronischer Herzinsuffizienz eine schnellere Diagnose und bessere Behandlung von Personen mit einem Risiko für Herzkrankheit ermöglichen werden. Sie werden außerdem wichtige Daten über die Inzidenz und Prävalenz der drei assoziierten Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zur Verfügung haben. Dadurch ließen sich etablierte Indikatoren für chronische Herzinsuffizienz bestätigen und neue untersuchen. Partnereinrichtungen aus fünf EU-Ländern und Russland haben sich für das SICA-HF-Projekt zusammengeschlossen. Es wird mit Finanzmitteln in Höhe von mehr als 6,3 Mio. EUR finanziert, wovon etwa 3 Mio. EUR von der EU beigesteuert werden. Das Projekt wird von der Charité - Universitätsmedizin Berlin, Deutschland, koordiniert.Weitere Informationen sind abrufbar unter: SICA-HF http://www.sica-hf.com/index.php Projektdatenblatt

Länder

Deutschland, Russland

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