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Wie der Extremismus unter jungen und radikalisierten Menschen angegangen werden kann

Forscher haben eine Gruppen junger Menschen aus gegensätzlichen Milieus zusammengebracht, um herauszufinden, wie diese auf islamistische und extrem rechte Botschaften reagieren.

Gesellschaft

Extremismus, Radikalismus, extreme Rechte und extreme Linke. Obgleich diese Begriffe politisch aufgeladen zu sein scheinen und potenziell gesellschaftliche Gräben bauen können, ist Extremismus nicht auf eine Rasse, Religion oder politische Ideologie beschränkt. Angesichts der Intensivierung terroristischer Aktivitäten seit Anfang der 2000er Jahre wurde die Forschung zur Radikalisierung ausgeweitet. Die entsprechenden Untersuchungen waren vor allem auf den Sicherheitsbereich fokussiert, doch in den vergangenen Jahren hat es auch Forschung gegeben, die sich mit dem hasserfüllten Extremismus beschäftigt. Um einer Radikalisierung effektiv entgegenzuwirken, ist es entscheidend, deren Umfang, Ursprünge und Ursachen wie auch deren psychologische, emotionale und soziale Dynamik zu verstehen. Die unabhängige britische Commission for Countering Extremism hat mehrere wissenschaftliche Arbeiten zu der Bedrohung durch die extreme Rechte und die extreme Linke im Vereinigten Königreich veröffentlicht, darunter war auch eine Arbeit von Forschern der Universität Manchester. Dieses durch das EU-finanzierte Projekt DARE (Dialogue About Radicalisation and Equality) unterstützte Forschungsteam ging einerseits auf junge Menschen mit islamistischen Ansichten und andererseits auf junge Menschen am extrem rechten Spektrum zu, und führte Interviews mit diesen Menschen. Laut einer Pressemitteilung der Universität, begegnete das Team „Personen, die dem Wunsch Ausdruck verliehen, denjenigen auf der anderen Seite ,einfach gegenüberzusitzen‘ und ,ein Gespräch mit ihnen zu führen‘.“ In der gleichen Pressemitteilung wird weiter erklärt: „Drei junge Menschen von beiden Seiten wurden zur Teilnahme an einem vermittelten Dialog eingeladen. … Keine der Personen, die teilnahmen, hielt sich selbst für radikalisiert oder ,extremistisch‘, doch deren Assoziationen würden dazu führen als solche erkannt zu werden.“ Die Teilnehmer fanden sich auf einer eintägigen Sitzung zusammen, um „ihren eigenen Grundüberzeugungen Ausdruck zu verleihen sowie den Grundüberzeugungen der anderen [Teilnehmer] zuzuhören. Am Ende des ersten Dialogs luden sich die Teilnehmer spontan zu einem gegenseitigen Besuch der jeweiligen Heimatstädte ein. Dies führte zu einem zweiten und dritten Dialog, die Raum für bedeutende Kontakte in den jeweiligen Städten schaffen sollten, wobei es auch die Möglichkeit für eine weniger strukturierte Kontaktaufnahme und ein bloßes gegenseitiges Kennenlernen nach den eigenen Bedingungen gab.“

Wie Extremismus vorgebeugt werden kann

Forscher Dr. Ajmal Hussain sagt, dass der Schwerpunkt der Arbeit eher darauf liege, unter den Teilnehmern das „Verlangen nach Offenheit, Bewegung und kritischem Denken [zu erkennen und auszubauen], um der Festigung extremistischer Einstellungen oder Verhaltensweisen vorzubeugen“, anstatt deren Einstellungen zu ändern. Das Team plant zudem „die Methode des vermittelten Dialogs in einen Satz von Ressourcen auszugestalten, der von der Gemeinde und von Jugendarbeitern genereller genutzt werden kann, um Extremismus aller Art entgegenzuwirken.“ Die anderen Arbeiten, die von der Kommission veröffentlicht wurden, sind auf die verbotene Terrorgruppe National Action, auf die Identifizierung der modernen extremen Rechten, die die Allgemeinheit durch antimuslimische Politik anvisiert, auf eine Übersicht der extremen Rechten und auf die Nutzung innovativer Umfragemethoden zur Erforschung extrem linker Einstellungen ausgerichtet. Zusätzlich zu diesen Arbeiten veröffentlichte die Kommission die Ergebnisse einer Konsultation, die auf 3 000 Antworten aus der Öffentlichkeit zwischen November 2018 und Januar 2019 basierte. Die Befragten wurden dazu aufgefordert, ihre Erfahrungen und Ansichten in Bezug auf Extremismus anzugeben. Mehr als die Hälfte davon gab an, Zeuge einer Art von Extremismus gewesen zu sein. Das laufende Projekt DARE zielt darauf ab, die sozialen und psychologischen Prozesse zu verstehen, die zu einer Radikalisierung führen. Sein Schwerpunkt liegt auf Personen im Alter zwischen 12 und 30 Jahren, die als empfänglich für Radikalismus gelten und somit eine wichtige Zielgruppe für Anwerber sind. Die DARE-Partner hoffen, Hilfsmittel entwickeln zu können, um die Widerstandskraft von einzelnen Personen und Gemeinden gegen eine Radikalisierung zu erhöhen. Weitere Informationen: DARE-Projektwebsite

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Vereinigtes Königreich

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