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Wissenschaft im Trend: Riesenplanet entdeckt, der nicht existieren dürfte

Ein internationales Forschungsteam ist von einem massereichen Gasplaneten erstaunt, da dieser eigentlich nicht existieren sollte.

Grundlagenforschung

Laut der Fachzeitschrift „Science“ hat ein Team unter der Leitung spanischer Astronomen überraschend einen dem Jupiter ähnlichen Exoplaneten namens GJ 5312b entdeckt, der sich in der Umlaufbahn eines winzigen roten Sterns in einer Entfernung von ca. 30 Lichtjahren zur Erde befindet. Der Stern mit Namen GJ 3512 hat nur ein Zehntel der Größe der Sonne, während der Exoplanet mindestens die Hälfte der Masse des Jupiter aufweist. Die Astronomen hatten nicht erwartet, dass ein so winziger Stern einen Riesenplaneten beherbergen könnte. Hat sich das bisherige Verständnis der Wissenschaftsgemeinde über die Entstehung von Planeten als falsch erwiesen?

Der seltsame Fall eines Gasriesen in der Umlaufbahn eines kleinen Sterns

Die Forschung zeigt, dass der rote Zwergstern verschiedene ungewöhnliche Verhaltensweisen demonstrierte, da er sich schneller als normalerweise üblich bewegte. Dies offenbarte, dass er einen recht großen Begleiter bei sich hatte. Diese Erkenntnis stellt die gemeinhin anerkannte Vorstellung der Planetenbildung in Frage, die als Kernakkretion bekannt ist. Die Theorie besagt, dass sich Planeten aus kleineren Teilchen bilden, die durch die Gravitationskraft zusammenwachsen, sodass sich immer größere Teilchen in einem massereichen Körper vereinen. Der Exoplanet entstand wahrscheinlich, als eine instabile Scheibe im Umkreis des Zwergsterns in Klumpen zerteilt wurde. „Ja, eine absolute Überraschung“, berichtete der wissenschaftliche Leiter und Astrophysiker Juan Carlos Morales vom katalonischen Institut für Weltraumstudien des Instituts für Weltraumwissenschaft in Spanien „Reuters“. „Die Entdeckung war überraschend, da theoretische Modelle zur Sternenbildung nahe legen, dass Sterne mit geringer Masse typischerweise kleine Planeten beherbergen, ähnlich der Erde oder kleiner Neptune. In diesem Fall haben wir einen Gasriesenplaneten gefunden, der sehr ähnlich zum Jupiter einen sehr kleinen Stern umgibt.“ „Sie geben weniger Energie ab, sodass sie schwächer als die Sonne sind, und ihre Oberflächentemperatur ist eher kühl, circa unter 3 800 (Grad) Kelvin (6 380 Grad Fahrenheit/3 527 Grad Celsius). Dies ist der Grund für ihre rötliche Farbe“, erklärte Dr. Morales in Bezug auf rote Zwergsterne.

Fragwürdiges konventionelles Wissen über die Geburt von Planeten

„In der Umgebung solcher Planeten sollten ausschließlich Planeten mit der Größe der Erde oder etwas massereichere Supererden sein“, berichtete Coautor Christoph Mordasini, Professor an der Universität Bern in der Schweiz, der „BBC“. „GJ 3512b ist ein Riesenplanet mit etwa der Hälfte der Masse des Jupiter und somit mindestens eine Größenordnung massereicher als die Planeten, die von theoretischen Modellen für so [einen] kleinen Stern vorhergesagt werden.“ Koautor Hubert Klahr vom deutschen Max-Planck-Institut für Astronomie sagte: „Die einzigen Planeten, deren Bildung bislang mit Scheibeninstabilitäten kompatibel gewesen ist, waren eine Handvoll junger, heißer und sehr massereicher Planeten in großer Entfernung zu ihren Ursprungssternen.“ Dr. Klahr fügte hinzu: „Mit GJ 3512b haben wir jetzt einen außergewöhnlichen Kandidaten für einen Planeten, der aus der Instabilität einer Scheibe in der Umgebung eines Sterns mit sehr geringer Masse hervorgegangen sein könnte. Diese Erkenntnis veranlasst uns zur Überprüfung unserer Modelle.“ Die Astronomen werden weiterhin Signale überwachen, da es Hinweise darauf gibt, dass sich ein zweiter Planet möglicherweise in der Umlaufbahn dieses überaus winzigen Sterns befindet. In der Hoffnung auf weitere überraschende ungewöhnliche Paare werden zudem 300 weitere Zwergsterne überwacht.

Länder

Vereinigte Staaten

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