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Wissenschaft im Trend: Frohes neues Jahr? Die längste Studie über Glück ist der Schlüssel

Eine 81 Jahre alte Harvard-Studie bietet vernünftige Empfehlungen zum Führen eines glücklichen Lebens an.

Grundlagenforschung

In jedem Jahr um diese Zeit formulieren wir unsere Vorsätze für das neue Jahr. Wir blicken auf 2019 zurück und setzen uns Ziele für 2020. Einer der weltweit beliebtesten Vorsätze jedes Jahr ist, Glück im Leben zu finden. Im Jahr 1938 begannen Wissenschaftler damit, die Gesundheit von 268 Harvard-Studenten im zweiten Jahr im Rahmen der Harvard-Studie über die Entwicklung von Erwachsenen zu verfolgen, die bis heute andauert. Die Forschung bezog damals ausschließlich Männer ein, da Frauen in Harvard nicht zugelassen waren. Präsident John F. Kennedy war einer der ursprünglichen Teilnehmer. Die Studie wurde über die Jahre ausgeweitet. Heute sind 1 300 Nachkommen der ursprünglichen Teilnehmer daran beteiligt. Die Forschenden haben große Mengen an Daten zu der körperlichen und psychischen Gesundheit der Probanden zusammengetragen. Darüber hinaus wurde auch das allgemeine Leben der Probanden betrachtet, einschließlich von Erfolgen und Misserfolgen in puncto Berufslaufbahn und Eheschließung.

Möchten Sie glücklicher Leben? Bleiben Sie in Verbindung

„Die überraschende Erkenntnis ist, dass unsere Beziehungen und unser Glück in unseren Beziehungen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit haben“, berichtete Studienleiter Robert Waldinger, Psychiater am Massachusetts General Hospital und Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School, der „Harvard Gazette“. „Auf den Körper zu achten ist wichtig, doch sich um die eigenen Beziehungen zu kümmern ist auch eine Form von Selbsthilfe. Das ist, denke ich, die Offenbarung.“ „Als wir alles über sie [die Probanden] zusammengestellt hatten, wussten wir über sie, dass es im Alter von etwa 50 Jahren nicht ihr Cholesterinspiegel im mittleren Alter sein würde, der vorhersagte, wie sie altern“, erklärte Prof. Waldinger auf seiner TED-Konferenz von 2015 mit dem Titel Was ist ein gutes Leben? Lehren aus der längsten Studie über Glück. „Es ging darum, wie glücklich sie in ihren Beziehungen waren. Die Menschen, die mit 50 Jahren in ihren Beziehungen am glücklichsten waren, waren im Alter von 80 Jahren die gesündesten.“ Bis Ende 2019 wurde die Konferenz über 14,8 Millionen mal auf YouTube angeschaut. Teilnehmer, die ihre Beziehungen pflegten, lebten länger und glücklicher, während diejenigen, die sich für einen einsameren Weg entschieden, früher verstarben. „Einsamkeit tötet“, sagte Prof. Waldinger. „Sie ist so wirkungsvoll wie das Rauchen oder Alkoholismus.“ „Gute Beziehungen schützen nicht nur unseren Körper, sie schützen auch unser Gehirn“, merkte Prof. Waldinger an. „Und diese guten Beziehungen müssen nicht immer ohne Reibungen sein. Manche unserer achtzigjährigen Paare konnten tagein tagaus miteinander zanken, doch solange sie das Gefühl hatten, dass sie sich in schweren Zeiten wirklich aufeinander verlassen konnten, wurden diese Streitereien nicht übel genommen.“

Alt zu werden ist auch im jungen Alter eine Frage

Das Älterwerden setzt nicht im späteren Verlauf des Lebens, sondern sehr früh ein. Der Mensch sollte das ganze Leben über auf sich achten. „Das Älterwerden ist ein kontinuierlicher Prozess“, sagte Prof. Waldinger. „Man kann sehen, wie sich bei Menschen in den 30ern der gesundheitliche Verlauf unterscheiden kann, sodass man die Weichen für ein besseres Altern stellen kann, indem man früh im Leben gut auf sich achtet. Der beste Rat, den ich geben kann, ist ,Kümmere dich so um deinen Körper, als würdest du ihn 100 Jahre lang brauchen‘, denn das könnte der Fall sein.“

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