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Web-basierte Toolbox für einen nachhaltigen Aquakultur-Sektor

Eine EU-Initiative hat einen Rahmen entwickelt, der zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung und des Wachstums der Fischzucht beitragen soll.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Die Aquakultur, die in der Blauen Wachstumsstrategie der EU als einer der Sektoren mit einem hohen Potenzial für nachhaltige Arbeitsplätze und Wachstum identifiziert wurde, stand in den letzten Jahren im Mittelpunkt des Interesses. Laut einem Bericht der Europäischen Marktbeobachtungsstelle für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse (EUMOFA) erreichte die Aquakulturbranche der EU im Jahr 2017, mit 1,37 Millionen Tonnen und einem Wert von 5,06 Mrd. EUR, die höchsten Produktionszahlen des Jahrzehnts. Obwohl fast die gesamte Aquakulturproduktion der EU in Europa konsumiert wird, ist die EU ein Nettoimporteur von Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen, und die Verfügbarkeit dieser Erzeugnisse auf dem heimischen Markt hängt größtenteils von der Versorgung aus Drittländern ab. Da aller Voraussicht nach eine weitere Zunahme des Verbrauchs von Fisch und Schalentieren bevorsteht und der Klimawandel Fischerei und Lebensräume auch kurzfristig beeinflusst, ist die Nachhaltigkeit der Aquakulturbranche in der EU zu einem immer dringlicher werdenden Anliegen geworden. Das EU-finanzierte Projekt TAPAS (Tools for Assessment and Planning of Aquaculture Sustainability) hat eine Reihe von Instrumenten und Leitlinien entwickelt, um sich dieser Herausforderung zu stellen und die Notwendigkeit eines kohärenten und effizienten regulatorischen Rahmens zu erkennen, mithilfe dessen das volle Potenzial der Aquakulturbranche ausgeschöpft werden kann. „Die bestehenden Instrumente, welche die Aquakulturbranche für eine gründliche Nachhaltigkeitsbewertung benötigt, sind oft schwer verständlich und damit für die Zielgruppe unzugänglich“, sagt Prof. Trevor Telfer vom Projektkoordinator, der Universität Stirling. Prof. Telfer wird in der gleichen Nachrichtenmeldung auf „SeaWestNews“ weiter zitiert: „Die Regulierungs- und Zulassungsverfahren in Europa müssen transparenter werden und die Kommunikation von Entscheidungsfindung und rechtlichen Rahmenbedingungen muss sich verbessern. Dies würde nicht nur die Branche selbst, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung der Aquakultur zum Positiven verändern.“ Nun, am Ende des Projekts, „bereitet sich das Team auf die Einführung der Aquaculture Toolbox vor, einem web-basierten Rahmen zur Entscheidungsunterstützung, der die Werkzeuge und Orientierungshilfen aus dem Projekt aufnehmen wird“, sagt er. „Das Team hat hart daran gearbeitet, die Aquaculture Toolbox für den Nutzerkreis aus Industrie, Politik und Planung zugänglich und leicht verständlich zu machen.“

Fallstudien

Zur Entwicklung der Instrumente nutzte das TAPAS-Team Daten, die durch Feldforschung, laufende Überwachung und Erdbeobachtung gesammelt wurden. Fallstudien in Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Ungarn, Malta, Norwegen und Schottland haben die vom Team entwickelten Ansätze getestet und validiert, um die wissenschaftliche Strenge und Zuverlässigkeit der Instrumente, die der Industrie zur Verfügung gestellt werden sollen, zu gewährleisten. Eine Vielzahl von Arten wie Lachs, Forelle, Meerbarsch, Seebrasse, Austern und Muscheln wurden durch die Fallstudien sowohl in Meeres- als auch in Süßwassergebieten abgedeckt. Das Projekt TAPAS soll bis voraussichtlich Anfang 2020 abgeschlossen sein. Die Projektpartner hoffen, dass die Toolbox die Effizienz und Transparenz der Lizenzierung von Aquakulturen in Europa verbessern wird. Prof. Telfer sagt dazu: „Die Zukunft der europäischen Aquakultur hängt von der Sicherung der Nachhaltigkeit der Branche ab. Mit dieser Hilfe kann sich die europäische Aquakulturbranche weiter entwickeln und ihr Potenzial für ein nachhaltiges ‚Blaues Wachstum‘ für die europäischen Nationen ausschöpfen.“ Weitere Informationen: TAPAS-Projektwebsite

Länder

Vereinigtes Königreich

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Wissenschaftliche Fortschritte

23 Mai 2018