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Self-Sustaining Cleaning Technology for Safe Water Supply and Management in Rural African Areas

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Neue Technologie für sauberes Wasser in Afrika

Sauberes Wasser ist für eine gute Ernährung, die Körperpflege und die allgemeine Gesundheit unerlässlich. Eine europäisch-afrikanische Allianz hat ein neuartiges Wasserreinigungssystem entwickelt, das chemische Schadstoffe entfernt und Wasser durch Abtöten von Krankheitserregern desinfiziert.

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Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben etwa 2 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem und sicherem Wasser. Durch verunreinigtes Wasser werden u. a. Durchfallerkrankungen, Cholera, Ruhr, Typhus und Polio übertragen. Allein durch Durchfallerkrankungen sterben pro Jahr etwa 485 000 Menschen.

Neuartige Technologie für sauberes Wasser

Ziel des EU-finanzierten Projekts SafeWaterAfrica war es, Wasser für den häuslichen Gebrauch in abgelegenen ländlichen Gebieten in Afrika nachhaltig und kostengünstig zu desinfizieren. „Unser wichtigstes Ziel war die Erzeugung von Trinkwasser, das bei Menschen keine Gesundheitsprobleme verursacht“, erklärt Projektkoordinator Lothar Schäfer. Bei dem Projekt handelte es sich um ein gemeinschaftliches Vorhaben wissenschaftlicher und industrieller Partner aus Deutschland, Spanien und Italien, die Wissen über neue Technologien für die Wasserreinigung einbrachten, und wissenschaftlicher und industrieller Partner aus Mosambik und Südafrika, die zusätzliche Technologien und die Systemintegration beitrugen. Unter Berücksichtigung der Wasserqualität unterschiedlicher Quellen in Mosambik und Südafrika entwickelten die Partner ein Wasseraufbereitungssystem, das sowohl bestehende als auch neuartige Technologien zur Vorbehandlung des Wassers vereinte. Sie entwickelten ein autonomes und dezentrales System zur effizienten Entfernung von Krankheitserregern aus dem Wasser und dem Abbau gefährlicher Schadstoffe wie Pestizide. Der Reinigungsprozesses beinhaltet zunächst einen Vorbehandlungsschritt, bei dem im Wasser schwebendes organisches Material mithilfe eines Salzes als Koagulationsmittel getrennt wird. Durch dieses Verfahren werden die chemischen Schadstoffe in einen Niederschlag umgewandelt, der dann durch Säulenfiltration einfach aus dem Wasser entfernt werden kann. Die Wasserdesinfektion findet im nächsten Schritt statt. Dieser beruht auf der neuen europäischen Wasseraufbereitungstechnologie CabECO. Mithilfe elektrochemischer Oxidation werden ohne zusätzliche Chemikalien starke Oxidantien wie Ozon erzeugt. Durch die Anwendung von Niederspannung zwischen diamantbeschichteten Elektroden werden Wassermoleküle in Ozon und reaktive OH-Radikale gespalten. Diese zersetzen Mikroorganismen und organische Schadstoffe schnell und effizient.

Demonstratoreinheiten in Afrika in Betrieb

Die Partner entwickelten und installierten zwei Demonstratoreinheiten, eine in Mosambik (Ressano Garcia, Fluss Komati) und eine in Südafrika (Waterval, Fluss Klip). Beide Einheiten erzeugen etwa zehn Kubikmeter Wasser pro Tag. Diese Menge reicht für 300 Menschen. Die Wasserqualität entspricht sowohl den WHO-Normen als auch den nationalen Trinkwasserrichtlinien Südafrikas. Vor allem aber funktionieren die Einheiten autark; sie werden durch Photovoltaikmodule betrieben. Wenige Stunden Sonnenlicht reichen für die Versorgung der Einheiten in Südafrika aus, damit sie pro Tag 10 000 Liter sauberes Wasser produzieren können. Ein Ferndiagnosesystem zeigt die Daten der Demonstratoranlagen an, misst die Wasserqualität und unterstützt die operative Instandhaltung sowie die Reparaturprozesse. Darüber hinaus ist das Wasseraufbereitungssystem einfach zu bedienen und kann von den Menschen vor Ort implementiert werden. Dadurch werden neue Arbeitsplätze in der Gemeinde geschaffen. Da die SafeWaterAfrica-Einheit kostengünstig, flexibel und mobil ist, kann sie sogar in abgelegenen oder isolierten Gebieten auf dem gesamten Kontinent errichtet werden. „Für dieses in Afrika produzierte System wurden Partner aus Afrika eingebunden. Es kann so von der lokalen Bevölkerung leichter angewendet werden. Das trägt zur Verbesserung der Gesundheit und des Gemeinwohls der Menschen in Afrika bei“, so Schäfer abschließend.

Schlüsselbegriffe

SafeWaterAfrica, Wasseraufbereitung, Trinkwasser, sauberes Wasser, Säulenfiltration, CabECO

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