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Bessere Prognosen und Reaktionen bezüglich wasserbezogener Extremereignisse in Europa

Überschwemmungen und Dürren zeigen, dass die europäische Gesellschaft durch gewisse Schwachstellen bei der Prognose von und der Reaktion auf solche wasserbezogenen Naturgefahren verletzlich ist. Ein EU-finanziertes Projekt hat zur Bewältigung dieser Extremereignisse die Möglichkeiten zur Vorhersage und Verwaltung ausgebaut.

Klimawandel und Umwelt

Künftige hydrologische Extreme können sich stark von der heutigen Realität unterscheiden und schwer vorherzusagen sein. Sie werden ernstzunehmende Konsequenzen für den Wassersektor und die Gestaltung von Verfahrensweisen für die Wasserbewirtschaftung mit sich bringen. „Es besteht ein dringender Bedarf an verwertbarer Forschung, die als Entscheidungshilfe dient“, so Bart van den Hurk, Koordinator des EU-finanzierten Projekts IMPREX. „Wir wollen nicht nur erfahren, was mit unserem Klima passiert, wir müssen auch wissen, wie wir darauf reagieren und diesbezüglich handeln sollen.“

Aktuelle Standardmethoden für Wettervorhersagen und derzeit gebräuchliche Modelle zum Klimawandel verbessern

Das Projekt half dabei, die Verletzlichkeit Europas gegenüber hydrologischen Extremen zu mindern, was über den Erwerb eines besseren Verständnisses zur Intensität und Häufigkeit künftiger Störereignisse geschah. Es stellte eine alternative und konkrete Methode bereit, mit der die Folgen des Klimawandels beschrieben werden können. Diese betrachtet vergangene, aber in ein künftiges Klimaszenario eingebettete Ereignisse. „Unser Leitprinzip war: ,Lerne von heute für morgen‘ und beschäftige dich viel mit kurzfristigen Klimavorhersagen, die die kommenden Monate oder die nächste Jahreszeit abdecken“, merkt van den Hurk an. Die Projektpartner entwickelten innovative Ansätze, Instrumente und zehn praktische Fallstudien, die bei der Optimierung von Möglichkeiten für die Vorhersage und die Reaktion auf künftige hydrologische Extremereignisse einen Beitrag leisten sollen. Sie konnten eine erfolgreiche Übernahme von Innovation in die Praxis nachweisen und stellten Empfehlungen für die Entscheidungsfindung und die Integration in politische Rahmenwerke der EU zusammen. Das Team von IMPREX analysierte und verbesserte derzeit gebräuchliche Vorhersagesysteme und Verwaltungsverfahren. Es vereinheitlichte die Anforderungen für den täglichen Betrieb sowie für die Langzeitplanung und bot evidenzbasierte Lösungen für eine optimierte Verwaltungsunterstützung an. Die Teammitglieder erarbeiteten außerdem innovative Konzepte für die Bewertung von Risiken, die im Zusammenhang mit hydrologischen Extremen stehen. Hierbei finden die Einschränkungen bestehender Methoden und Bewertungspraktiken Berücksichtigung.

Instrumentarium für die Politik

In einer Broschüre werden die wichtigsten Projektergebnisse vorgestellt. Die darin enthaltenen sektorspezifischen Informationsblätter beschreiben innovative Lösungen, die für die Bereiche Hochwasserrisikobewertungen, Wasserkraft, Wassertransport, städtische Wasserversorgung, Bewältigung von Dürren sowie globale Wasserwirtschaft entwickelt und dort angewendet wurden. Fallstudien verdeutlichen, wie Informationen über das Klima individuell zusammengestellt wurden, um die Anforderungen unterschiedlicher Interessengruppen zu erfüllen und eine Orientierungshilfe bezüglich gängiger Methoden und neuartiger Instrumente zu gewährleisten. Schließlich wurden drei Strategiepapiere und ein Positionspapier im Rahmen des Projekts erarbeitet, die sich an verschiedene Interessengruppen wenden und vielversprechende Instrumente sowie wesentliche Themen und Ansätze erläutern. Die Broschüre gibt darüber hinaus einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Projektergebnisse. Ein solches bemerkenswertes Resultat ist eine Ausweitung der Vorhersagemöglichkeiten für den Flussschiffstransport, dank der sich der Vorhersagebereich vergrößert und bessere Optionen für die Schiffsverwaltung zur Verfügung stehen, was zur Generierung eines deutlichen Finanzertrags führt. Das Konsortium entwickelte monatliche bis saisonale voroperationelle Prognosen für eine optimale langfristige Entscheidungsfindung für den Hamburger Hafen. Da sich der Hafen im Delta eines großen Flusses befindet, ist er besonders anfällig für Wechselwirkungen zwischen küstennahen Gezeiteneffekten und hydrologischen Bedingungen im Landesinneren. „Unser Ziel ist die kontinuierliche und langfristige Nutzung des Prognosesystems. Das System wird in Zukunft noch wichtiger werden, um auf das zunehmend häufige Auftreten von Perioden mit geringem Durchfluss vorbereitet zu sein“, erklärt Dr.-Ing. Ingo Entelmann vom deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Ein weiteres Beispiel ist eine Studie, die betrachtete, welcher Nutzen aus der Wertproduktion mit Wasserkraft unter Zuhilfenahme entsprechender Vorhersagen gezogen werden kann. Somit ist nun ein Richtwert für die Gesamtwirkung verbesserter Vorhersagen auf Einnahmen aus der Wasserkraft gesetzt. Ein drittes Beispiel besteht in einer Analyse des globalen Zusammenhangs bei der europäischen Nahrungsmittelerzeugung. Diese hebt hervor, wie leicht ungünstige Klimabedingungen in abgelegenen Regionen den Sektor für Nahrungsmittelerzeugung Europas schädigen können. Zu den weiteren Schlüsselergebnissen zählen eine Aktualisierung von Verfahren für das Risikomanagement auf dem Gebiet der Wasserknappheit sowie ein Vorhersagesystem für Wassertrübungen in Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Ein elektronischer Leitfaden stellt Ansätze, Instrumente und Methoden zur Entscheidungsfindung im Wassersektor vor. Nutzerinnen und Nutzer finden dort Informationen für die nähere Zukunft, saisonale Vorhersagen und Klimaprognosen. „In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Interessengruppen aus dem Wassersektor hat IMPREX Ansätze und Instrumente konzipiert, die heute zur Vorbereitung auf künftige hydrologische Extreme und Klimaschwankungen genutzt werden“, schließt van den Hurk. „Dies wird zu einer verstärkten Annahme und Anwendung der Projektlösungen und gleichzeitig zu einer angemessenen Berücksichtigung der Diversität wasserbezogener Herausforderungen innerhalb der EU führen.“

Schlüsselbegriffe

IMPREX, Wasser, Klima, hydrologische Extreme, Wasserbewirtschaftung, wasserbezogene Extremereignisse

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