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Neuer Ansatz zur besseren Behandlung der Hauptursache für Blindheit

Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine der Hauptursachen für Blindheit. Etwa 25 Millionen Menschen in Europa werden diese Störung bis 2040 erleiden. Eine Behandlung ist invasiv, doch Patientinnen und Patienten könnten dank der Arbeit im Zuge von EU-finanzierter Forschung von einer besseren Kontrolle über ihre Erkrankung profitieren.

Gesundheit

Von der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) werden bis 2040 voraussichtlich fast 288 Millionen Menschen weltweit und nahezu 25 Millionen Menschen in Europa betroffen sein. Unter den Menschen, die an einer Sehbeeinträchtigung leiden, wird die überwiegende Mehrheit von einer altersbedingten feuchten Makuladegeneration betroffen sein. Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) ist der Hautgrund für die Entwicklung anomaler und undichter choroidaler Neovaskularisationen, die zu einem schweren Verlust des zentralen Sehvermögens führen. Vor zehn Jahren revolutionierten Therapien, die Anti-VEGF-Proteine beinhalteten, die AMD-Behandlung. Die Behandlung besteht aus regelmäßigen Injektionen von Anti-VEGF-Arzneimitteln in den Humor vitreus des Augapfels, unter Umständen über die restliche Lebensdauer der Patientinnen und Patienten. Dies verlangsamt die Entwicklung solch anormaler Blutgefäße. Doch der Dosierungsintervall unter den Patientinnen und Patienten ist sehr unterschiedlich und in klinischen Studien kürzer als in der klinischen Praxis. Die Injektionshäufigkeit wird durch die Augenärzte bestimmt und basiert auf der subjektiven Analyse von Netzhautbildern über optische Kohärenztomografie (OCT). Für die Evaluation gibt es allerdings keine quantitative Methode. Die Untersuchung der Arzneimittelkonzentration im Auge (Pharmakokinetik, PK) und deren Auswirkungen auf die Störung (Pharmakodynamik, PD) stellt eine Herausforderung dar. Durch die Unterstützung des EyeTREAT-Projekts über die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen konnte die leitende Forscherin Eva del Amo Páez eine neue Methode für die Untersuchung der Häufigkeitsanforderungen entwickeln. „Der Vorteil unseres Ansatzes ist, dass wir verfügbare nichtinvasive Bildgebungsdaten zur Erstellung des Modells verwenden können“, sagte del Amo Páez. Sie führte ihre Forschung an der Universität Manchester unter der Aufsicht von Leon Aarons, Professor für Pharmakometrik, durch. EyeTREAT entwickelte eine Methode für die Verwendung von Daten aus der optischen Kohärenztomografie, einem nicht invasiven Bildgebungsverfahren, das für Netzhautscans verwendet wird. OCT-Scans sind ein Routineverfahren in Augenheilkliniken, um die Diagnose einer Makuladegeneration zu unterstützen. Quantitative Daten zur zentralen Netzhautdicke können über die nichtinvasiven OCT-Netzhautscans gewonnen werden und werden zur Untersuchung der Pharmakodynamik angewandt. Und mit dem Wissen um die Injektionsdosis und -häufigkeit des Anti-VEGF-Arzneimittels kann die Pharmakokinetik abgeschätzt werden. Unter Verwendung eines Modellierungsverfahrens namens „nichtlineare Mischeffekte“ hat es EyeTREAT vollbracht, Erkenntnisse zu der Wirkung der Injektionen für die gesamte Patientenpopulation zu sammeln, obwohl es nur wenige Individualdaten gibt. Hierdurch vermochte es EyeTREAT, vorläufige PK/PD-Populationsmodelle einzurichten, um die Verbindung zwischen Behandlung und Wirkung zu verstehen. „Die aktuellen wenigen Modelle beinhalten eine invasive Abtastung des vorderen Humor über die Vorderkammer des Auges. „Der Vorteil unseres Ansatzes ist, dass wir verfügbare nichtinvasive Bildgebungsdaten zur Erstellung des Modells verwenden können“, sagte del Amo Páez. Die Variabilität, die intrinsischen Patientenfaktoren wie Geschlecht und Alter zugeschrieben wird, und die Auswahl des Dosierungsschemas für eine effektive Behandlung könnten durch diese Modelle beleuchtet werden. Die im Zuge der Forschung von EyeTREAT durchgeführte Arbeit kann zukünftige Modelle für weitere Anti-VEGF-Arzneimittel vereinfachen. Hiervon könnten auch andere Netzhauterkrankungen wie Netzhautvenenverschlüsse und diabetische Retinopathien profitieren, bei denen eine Neovaskularisation an der Rückseite des Auges beteiligt ist. Obwohl del Amo Páez die Daten noch auswertet, erklärt sie: „Wir haben beobachtet, dass es eine Korrelation zwischen dem Ausgangsstatus der zentralen Netzhautdicke und der Wirksamkeit der Behandlung gibt. Weitere Studien mit umfassenderen Patientendaten und häufigeren OCT-Messungen sind erforderlich, um das angemessene individualisierte Dosierungsschema dieser Patienten in Kliniken zu definieren.“ Nach der Etablierung könnten Augenärzte den Injektionsintervall anhand der individuellen Netzhautuntersuchung mit OCT prognostizieren.

Schlüsselbegriffe

EyeTREAT, altersbedingte Makuladegeneration, AMD, vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor, Netzhautscans, VEGF, Anti-VEGF

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