CORDIS
Forschungsergebnisse der EU

CORDIS

Deutsch DE

Maternal Obesity and Epigenetic Reprogramming: from Gametogenesis to Early Embryonic Development

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 750478

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Dezember 2017

  • Enddatum

    30 November 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.1.3.2.

  • Gesamtbudget:

    € 195 454,80

  • EU-Beitrag

    € 195 454,80

Koordiniert durch:

THE BABRAHAM INSTITUTE

Deutsch DE

Beeinflusst mütterliche Adipositas die Gesundheit der Kinder?

Untersuchungen zufolge könnte Fettleibigkeit (Adipositas) die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Das Projekt MOBER untersuchte nun, ob sich die Krankheit auch auf die Funktion von Genen auswirkt.

Gesundheit
© Sven Hansche, Shutterstock

Adipositas ist ein weltweites Problem mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. In Europa sind je nach Land etwa 20 bis 30 % der Bevölkerung adipös. Weniger bekannt ist, dass Fettleibigkeit auch die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigt (Ovarialinsuffizienz) und bei Frauen Unfruchtbarkeit zur Folge hat. Schließlich kann Adipositas zum Zusammenbruch des endokrinen Systems führen, das für die Produktion von Hormonen zuständig ist. Hormone wiederum regulieren viele wichtige Körperfunktionen. Dies wirkt sich nachteilig auf die (unreife weibliche) Eizelle aus. Der Forschung zufolge kann Fettleibigkeit in der Schwangerschaft auch Auswirkungen auf das Kind haben und die Prädisposition für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes fördern. Das EU-finanzierte Projekt MOBER untersucht daher Einflüsse mütterlicher Fettleibigkeit auf die Eizelle. Schwerpunkte sind dabei adipös bedingte Veränderungen der Genexpression (Funktion von Genen) und die Epigenetik (Regulierung von Genen und Reaktion auf externe Faktoren) in der Eizelle. Untersucht wurde, ob die Veränderungen auch in der frühen Embryonalentwicklung fortbestehen oder sogar die Entwicklung des Embryos beeinflussen, um letztlich zu klären, ob Fettleibigkeit der Mutter die Gesundheit des Kindes schädigt. „Bedeutsam wäre hier die Frage, ob sich anhand epigenetischer Marker nachweisen lässt, dass Umweltfaktoren wie Fehlernährung zu langfristigen und generationsübergreifenden Schäden führen können“, sagt Gavin Kelsey, Leiter für wissenschaftliche Forschung im Epigenetikprogramm des Babraham Institute und Projektkoordinator von MOBER. „Die Untersuchungen ergaben epigenetische Veränderungen, die auf mütterliche Fettleibigkeit zurückgehen. So liegt durchaus nahe, dass Gesundheit und Wohlbefinden der Nachkommen durch epigenetische Faktoren beeinflussbar sind“, sagt Kelsey.

Analysen epigenetischer Faktoren

Forschung an Eizellen adipöser weiblicher Mäuse ergab relativ normale genetische Grundlagen, obwohl dem Team mehrere epigenetische Veränderungen auffielen. Beobachtet wurde etwa eine höhere Variabilität der exprimierten Gene in Eizellen adipöser Frauen. Um genau zu spezifizieren, was diese Veränderungen bewirken und ob sie auf die Nachkommen übertragbar sind, wurde eine In-vitro-Befruchtung der Embryonen durchgeführt. Eine der wichtigsten festgestellten epigenetischen Veränderungen war der Methylierungsgrad, der im Wesentlichen steuert, ob Gene „ausgeschaltet“ bleiben. In einigen Eizellen fettleibiger Mäuse war dieser Methylierungsgrad niedriger. „Dass die Variation des Genexpressionsprofils in Eizellen der adipösen Gruppe höher ist, war ebenfalls ein wichtiger Befund, der nur durch Analysen auf Einzelzellebene möglich war. Diesem Befund zufolge ist der Effekt auf Qualität und Fruchtbarkeit der Eizelle variabel“, sagt Antonio Galvao, Postdoktorand bei MOBER, dessen Forschungsarbeit im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen gefördert wurde.

Rückschlüsse

Die Ergebnisse dieser und weiterer Studien verdeutlichen für Wissenschaft und Gesellschaft, welch schädigende Einflüsse mütterliche Fettleibigkeit auf die Nachfolgegeneration haben kann. „Vor allem sollte bedacht werden, dass auch noch andere Mechanismen in Frage kommen könnten, die den Vererbungseffekt bei Adipositas verstärken“, bemerkt Kelsey. „Zwar erfolgten die Untersuchungen an Mausmodellen, aber die Ergebnisse lassen sich durchaus auf die menschliche Entwicklung projizieren. Die effektivste Strategie, um Unfruchtbarkeit bei adipösen Frauen zu vermeiden, ist noch immer die Gewichtsabnahme“, erklärt Galvao. Interventionen wie Diätvorgaben und kontrollierte Gewichtsreduktion haben sichtbare und greifbare Auswirkungen – etwa eine höhere Fruchtbarkeitsrate. „Abzuwarten bleibt jedoch, ob Interventionen dieser Art auch ungünstige epigenetische Veränderungen in Eizellen korrigieren können, und über welche Zeitspanne eine Gewichtsreduktion stattfinden muss, um die Eizellqualität zu verbessern“, erklärt Kelsey.

Schlüsselbegriffe

MOBER, Adipositas, Fruchtbarkeit, Gesundheit, Genetik, Epigenetik

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 750478

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Dezember 2017

  • Enddatum

    30 November 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.1.3.2.

  • Gesamtbudget:

    € 195 454,80

  • EU-Beitrag

    € 195 454,80

Koordiniert durch:

THE BABRAHAM INSTITUTE